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Psoriasis - die große Unbekannte?

Auch wenn die Ursache noch immer nicht vollständig geklärt ist: Mit guter ärztlicher Betreuung und Selbstverantwortung als Betroffener ist Schuppenflechte in den meisten Fällen sehr gut in den Griff zu bekommen. Um die bestmögliche Lebensqualität für sich herauszuholen ist es neben der vertrauensvollen Kommunikation mit dem betreuenden Facharzt auch wichtig, sich mit seiner chronischen Krankheit aktiv auseinanderzusetzen.

Psoriasis betrifft zwischen 2 und 3 % der Bevölkerung – das sind immerhin ca. 125 Mio. Menschen weltweit und rund 250.000 Menschen in Österreich. Dennoch wissen noch immer viele Menschen kaum etwas über diese Erkrankung, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.1 Nach wie vor fühlen sich viele Betroffene mit Schuppenflechte im Berufs- und Privatleben diskriminiert. Sehr oft steckt Verunsicherung dahinter – und das fehlende Wissen darüber, dass die Hautveränderungen der Schuppenflechte nicht ansteckend sind. Aber auch die Erkrankten selbst sind nicht immer ausreichend informiert: „Dabei ist es gerade bei einer chronischen Krankheit wie der Psoriasis sehr wichtig, sich bewusst damit auseinanderzusetzen und sich zu informieren“, betont Doz. Dr. Paul Sator, MSc, Leiter der Psoriasis-Ambulanz im Wiener Krankenhaus Hietzing. „So kann es gelingen, den Krankheitsverlauf aktiv und so gut wie möglich zu beeinflussen – für eine spürbar bessere Lebensqualität.“

Schuppenflechte belastet häufig Körper und Seele

Novartis Schuppenflechte

Die häufigste Form ist in 85–90% der Fälle die „Gewöhnliche Schuppenflechte“, die Plaque-Psoriasis – mit rötlichen, schuppenden und häufig juckenden Hautstellen: Das ist die „oberflächliche“ Seite von Psoriasis, die Betroffene sichtbar nach außen tragen. Durch die Sichtbarkeit der Erkrankung führt das Leben mit Schuppenflechte meist zu einem erheblichen Leidensdruck und psychischen Belastungen: „In diesen Fällen ist es sinnvoll, nicht nur den Zustand der Haut, sondern auch die psychosomatischen Wechselwirkungen genauer unter die Lupe zu nehmen“, erklärt Dermatologe Sator. „Dann kann neben der Therapie der Haut auch eine psychologische oder psychotherapeutische Behandlung hilfreich sein.“ Und dann gibt es die versteckte Seite der chronischen Hautkrankheit, die viel zu wenig bekannt und Wenigen wirklich bewusst ist: Schuppenflechte ist keine reine Hauterkrankung, sondern betrifft den ganzen Körper (Fachausdruck: „Systemerkrankung“). Zusätzlich können sogenannte Begleiterkrankungen wie Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Gefäßveränderungen, Depressionen oder chronisch entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auftreten. Fundierte Informationen sind in diesem Zusammenhang unverzichtbar: Auf der Patienten-Website www.skintolivein.at können Betroffene nachlesen, welche Auswirkungen ihre Erkrankung haben kann, wie man gegensteuern und seine Lebensqualität aktiv verbessern kann.

Von PASI, BSA und DLQI - Wie Ärzte die Schuppenflechte bewerten

zeighaut.at Schuppenflechte

Wie schwer die Ausprägung der Schuppenflechte ist, kann anhand eines „Index“ festgelegt werden. Die Beurteilung nach einem Punktesystem erfolgt unter anderem anhand der Lokalisation der Erkrankung, dem Grad der Entzündung, der Stärke der Schuppenbildung oder des Ansprechens auf Therapien. Außerdem wird die Intensität der Belastung auf das körperliche und seelische Wohlbefinden mit einbezogen – zum Beispiel die Folgen der Erkrankung auf die Lebensqualität und die Arbeitsfähigkeit. Dein Hautarzt kann einen oder mehrere der „Indices“ verwenden und wird das Ergebnis bei seinen Behandlungsempfehlungen berücksichtigen. Die wichtigsten sind:

PASI (Psoriasis Area and Severity Index)

Der PASI ist eines der häufigsten Verfahren zur Beurteilung des Schweregrads der Psoriasis. Er misst die betroffenen Bereiche des Körpers, sowie das Ausmaß von Schuppung, Rötung und Dicke der Plaques.

BSA-Index (Body Surface Area Index)

Der BSA-Index berechnet den Prozentsatz der betroffenen Körperoberfläche – eine viel einfachere und schnellere Messung als der PASI, die aber nicht immer den Schweregrad der Erkrankung widerspiegelt.

DLQI (Dermatology Life Quality Index/ Dermatologischer Lebensqualitäts-Index)

Der DLQI ist ein Fragebogen, um die Auswirkungen der Psoriasis auf das tägliche Leben zu bewerten. Die zehn Fragen zielen auf alltägliche Aktivitäten, Kleidung, Freizeit, Arbeit und Schule, persönliche Beziehungen und die Behandlung ab.

PASI-Score – der meist verwendete Index

„Er ist das wichtigste Messinstrument, um die Ausdehnung und Schweregrad der Schuppenflechte-Symptome zu beurteilen“, erlärt Dr. Sator. „Dazu wird der Körper in vier Regionen unterteilt und die Hautläsionen in diesen Regionen untersucht: Bewertet werden Anzeichen wie Rötung, Dicke und Abschuppung der Plaques und der Prozentanteil der betroffenen Stellen am Körper.“ Für jeden dieser Bereiche wird je nach Ausdehnung der Hautveränderungen (Plaques) ein Wert zwischen 0 (keine Plaques vorhanden) und 6 (Plaques bedecken die Haut zu 90–100%) angegeben. Der PASI kann Werte zwischen 0 und 72 annehmen. Eine leichte Erkrankung liegt dann vor, wenn der PASI unter 10 beträgt. 10–50 bedeutet mittelschwer, mehr als 50 schwer. Mit dem PASI werden auch Behandlungserfolge bei Schuppenflechte dokumentiert. PASI 50, PASI 75 oder PASI 90 bedeuten hier eine Verbesserung des PASI von mindestens 50%, 75% bzw. 90%. 

BSA – eine schnelle Einschätzung

Eine einfache Angabe zum Prozentsatz der erkrankten Körperoberfläche ist die „Body Surface Area“ (BSA). Sator: „Mit der BSA schätzt man das Ausmaß des Hautbefalls ein. Als Flächenmaß dient die Handfläche des Patienten.“ Ein Wert bis zu 10% bezeichnet einen leichten Schweregrad, alles über 10% gilt als mittelschwer bis schwer.

DLQI zur Bewertung der Lebensqualität

Die Schweregrad-Messung mit dem PASI und der BSA berücksichtigt nur die sichtbaren Auswirkungen der Schuppenflechte. Wichtig sind aber auch die subjektiven Auswirkungen auf die Psyche und die Lebensqualität, so Sator: „Dazu wird oftmals zusätzlich der Dermatologische Lebensqualitäts-Index (DLQI) eingesetzt, um auch diese Parameter bei der Bewertung des Schweregrades zu berücksichtigen.“ Der Patientenfragebogen erfasst anhand von 10 Fragen den Einfluss der Hauterkrankung auf die Lebensqualität. Der DLQI misst neben dem Einfluss auf die Psyche auch die Auswirkungen auf Alltag, Freizeitgestaltung, Beruf und persönliche Beziehungen. Das Ergebnis liegt zwischen 0 und 30, niedrigere Werte stehen für eine bessere Lebensqualität. Wichtig ist: Beim Beantworten der DLQI-Fragen solltest du unbedingt ehrlich angeben, wie stark dich die Schuppenflechte im Alltag einschränkt. Was man laut Dr. Sator keinesfalls tun sollte: „Die Beeinträchtigungen durch die Erkrankung herunterspielen, um nicht als wehleidig zu gelten.“

Und wie hoch ist dein Score?

Novartis Schuppenflechte

Nur 15 Prozent der österreichischen Psoriatiker wissen, was der PASI-Score ist. Das ergab eine groß angelegte internationale Umfrage mit mehr als 8.300 Psoriasis-Patienten.1 In den meisten anderen Ländern der Befragung kennen sich hingegen fast doppelt so viele Betroffene damit aus. Die Einschätzung des Schweregrads der Erkrankung und die Erfassung der empfundenen Lebensqualität, die Aufschluss über Veränderungen im Therapieverlauf gibt, ist aber gerade für dich und deinen behandelnden Arzt besonders wichtig, um den Erfolg einer Behandlung bewerten zu können. Daher möchte Psoriasis-Experte Sator jeden Betroffenen dazu ermutigen, sich mit seiner Krankheit auseinanderzusetzen: „Je mehr man als Patient darüber weiß, desto mehr erkennt man auch, wieviel man selbst dazu beitragen kann, dass die Therapie zum Erfolg führt.“ Solltest du weitere Fragen haben, wende dich bitte an deinen Hautarzt und spreche ihn bezüglich deines Schweregrads und die entsprechende individuell angepasste Behandlung an.

Kostenfreie Patient.Partner Infoline

Schulmedizin Dermatologe Hautarzt Urtikaria Psoriasis Schuppenflechte Spezialist

Bei der Patient.Partner Infoline erhältst du als Psoriasis-Patient kostenfreie sozialrechtliche und/oder psychologische Beratung. Die Infoline ist ein produktunabhängiges Service und bietet folgende Möglichkeiten:
1. Weiterleitung an Kompetenzteam: Bei Bedarf wirst du an erfahrene ExpertInnen (Jurist und Psychologin) verwiesen, die innerhalb von 2 Werktagen zurückrufen.
2. Vernetzung mit Patientengruppen: Bei Fragen zu Veranstaltungen und Selbsthilfegruppen verweisen die Patient Relations Manager auf die bestehende Struktur an Patienten- und Selbsthilfegruppen in Österreich. Die kostenfreie, telefonische Beratung ist für dich unter der Nummer 0800-203909 von Montag bis Donnerstag 9.00–16.00 Uhr und Freitag 09.00–13.00 Uhr erreichbar.

Weitere Informationen zeighaut.at

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