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Schuppenflechte bei Jugendlichen

Probleme durch Psoriasis

Die Zahl der von Schuppenflechte Betroffenen Jugendlichen nimmt stetig zu. Speziell in der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter leiden Betroffene besonders unter den sichtbaren Anzeichen ihrer Erkrankung und sind deswegen mitunter auch psychisch sehr belastet. Die ÖGDV (Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie) startete vergangenen Herbst gemeinsam mit Österreichs SchulärztInnen das erste landesweite Aufklärungsprojekt zur Schuppenflechte an Schulen. Vorurteile sollen abgebaut und mehr Verständnis für die Anzeichen der Erkrankung geschaffen werden.

Nach dem Ausbruch der Krankheit dauert es oft Jahre, bis ein Betroffener die richtige Diagnose und damit Zugang zur passenden Therapie bekommt, dabei ist die Früherkennung einer Psoriasis besonders wichtig. Im Rahmen des Projekts werden ein Jugendmagazin, ein Anamneseleitfaden für SchulärztInnen und ein Elternbrief für den Verdachtsfall zur Verfügung gestellt.

Erstes Jugendmagazin zur Schuppenflechte

Dr. Judith Glazer
Dr. Judith Glazer

„Für den weiteren Ausbildungsweg, die Berufswahl, die persönliche Lebensqualität und den gesamten Verlauf der Erkrankung und die Behandlung wäre eine frühe Diagnose außerordentlich wichtig!“ erklärt Univ.-Prof. Dr. Peter Wolf, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV). Auf verständliche und jugendgerechte Weise werden die wichtigsten Fakten und Anzeichen der Schuppenflechte näher gebracht. Ziel ist, dass Jugendliche verstärkt auf ihren Körper und den Zustand ihrer Haut achten, auch andere Anzeichen der Erkrankung wahrnehmen und vor allem ärztlich abklären lassen. Typisch bei Schuppenflechte sind rötliche, schuppende und häufig juckende Hautstellen, so genannte Plaques. Diese sind im Vergleich zur umliegenden Haut verdickt und deutlich von ihr abgegrenzt. Bei vielen betroffenen Jugendlichen ist die Kopfhaut betroffen, bei rund 40% die Nägel und bei ca. 10% auch die Gelenke, dabei handelt es sich um die sogenannte Psoriasis Arthritis. „Ein großes Problem für betroffene Schüler stellt vor allem die Sichtbarkeit der Erkrankung dar. Mitschüler sehen die Hautveränderungen und machen sich nicht selten über die Makel anderer lustig“, weiß Dr. Judith Glazer, Präsidentin der GSÖ aus dem Schulalltag zu berichten. „Das belastet die Jugendlichen enorm und kann im schlimmsten Fall auch zu Depressionen führen.“

Früherkennung, Diagnose und Behandlung

Psoriasis Schuppenflechte Wien Dr. Peter Wolf
Dr. Peter Wolf

Die Experten sind überzeugt, dass es mittlerweile für so gut wie jeden Erkrankungsfall eine wirksame Behandlung gibt. „Damit wir nach der richtigen Therapie suchen können, muss aber erst eine Diagnose feststehen“, so Univ.-Prof. Dr. Wolf. „Und wenn die Jugendlichen gar keinen Facharzt aufsuchen, können wir die Erkrankung überhaupt nicht diagnostizieren! Nur eine passende Behandlung in Kombination mit einer Anpassung des Lebensstils, kann langfristig dazu führen, eine gesunde Haut und die gewünschte Lebensqualität trotz chronischer Erkrankung wieder zu erlangen.“ Speziell in einem Lebensabschnitt, in dem die Jugendlichen immer mehr Selbstbestimmung über ihre Gesundheit erlangen, der Einfluss der Eltern zurück geht und sie vielleicht auch nicht gerne „Haut zeigen“, ist die Diagnose natürlich nicht leicht. Um die Früherkennung an Schulen zu unterstützen, wurde im Rahmen des Projekts auch ein Anamneseleitfaden für SchulärztInnen ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt. Er enthält neben vielen Bildern von typischen und untypischen bzw. seltenen Formen der Erkrankung auch eine Auflistung wichtiger Fragen, die SchulärztInnen den betroffenen Schülern im Verdachtsfall stellen können, um eine Überweisung an den Facharzt mit Details zum Hautzustand versehen zu können.

Die psychische Belastung durch Psoriasis

Berufliche Zukunft mit Schuppenflechte?

Betroffene bei denen die Erkrankung bereits vor dem 18. Lebensjahr auftritt, zählen zum sogenannten Frühtyp der Schuppenflechte. Ihre Verlaufsform ist meist schwerer, als bei PatientInnen, die in der zweiten Lebenshälfte erkranken. Umso wichtiger ist es für Jugendliche, sich bei der Wahl der Ausbildung und des Berufs mit der chronischen Erkrankung auseinander zu setzen und hierbei alle Aspekte mit einzubeziehen. „Leider ist es unmöglich, eine individuelle Vorhersage über den Verlauf dieser Erkrankung zu treffen. Für die Jugendlichen erschwert die Schuppenflechte selbstverständlich die freie Wahl des zukünftigen Berufs. Dennoch sollten die Überlegungen unbedingt von den persönlichen Interessen, Talenten und Stärken jedes Jugendlichen ausgehen“, fasst Prof. Wolf zusammen. „Einige Einflüsse wirken sich allgemein eher negativ auf die Schuppenflechte aus. Diese sollten bei der Wahl der Tätigkeit daher bedacht werden.“ An vielen höher bildenden Schulen und auch im 9. Pflichtschuljahr gibt es mittlerweile umfassende Angebote, um die Interessen und Stärken der Jugendlichen herauszufinden. „Auch die Beratungslehrer und wir Schulärzte stehen betroffenen SchülerInnen gerne zur Seite, wenn es um die Wahl des richtigen Berufs mit einer chronischen Erkrankung geht“, verspricht Dr. Glazer. Einige öffentliche Stellen wie z.B. das AMS, Dabei Austria und das Netzwerk berufliche Assistenz stellen ebenfalls spezielle Hilfeleistungen für betroffene Berufseinsteiger zur Verfügung. 

Expertentipps für die Berufswahl mit Psoriasis

Lebensqualität bei Schuppenflechte

Die durchschnittlichen Belastungen der Lebensqualität sind in mehreren Studien höher als bei den meisten anderen chronischen Erkrankungen. Immer noch denken viele Menschen, dass die Schuppenflechte eine ansteckende Erkrankung ist. „Auch diesem Vorurteil haben wir im Rahmen des Aufklärungsprojekts viel Raum gegeben“, erklärt Dr. Glazer. „Toleranz zu schaffen und die Jugendlichen auch im Klassenverband bei der Aufklärung zu unterstützen, ist ein großes Ziel unserer Arbeit!“

Weitere Infos auf schulaerzte.at

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