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Psoriasis in jungen Jahren

Schuppenflechte kann besonders für junge Betroffene sehr unangenehm und äußerst belastend sein. Doch Früherkennung und Behandlung können Abhilfe schaffen, wissen die Expertinnen Dr. Karin Jahn-Bassler und Dr. Petra Viznerova, Fachärztinnen für Dermatologie.

Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine der häufigsten chronisch entzündlichen Hauterkrankungen, die auch vor dem 18. Lebensjahr auftreten kann. Gerötete, schuppende punktförmige bis handtellergroße Hautveränderungen an Körper und Kopfhaut zählen zu den typischen Anzeichen. Auch die Nägel oder die Gelenke können betroffen sein.

Schuppenflechte verläuft in Schüben mit Hautveränderungen, die kommen und wieder gehen. Die Dauer der Schübe kann stark variieren – von Tagen bis zu Jahren. Auch die Stärke der Schübe und die beschwerdefreien Intervalle dazwischen sind unterschiedlich. Darum kann es oft viele Jahre dauern, bis junge Menschen eine Diagnose erhalten. Dabei ist es wichtig zu wissen: Bei frühzeitiger Erkennung und Diagnose kann eine geeignete Behandlung dieser nicht heilbaren Erkrankung eingeleitet werden, mit der man die Schuppenflechte wieder gut in den Griff bekommt.

Das Leben in die Hand nehmen – nicht trotz, sondern MIT Schuppenflechte

„Betroffene Kinder wollen so sein wie andere Kinder ohne Hauterkrankungen“, weiß Dr. Karin Jahn-Bassler aus Erfahrung. „Aus medizinischer Sicht es deshalb wichtig, dass sich junge Betroffene und ihre Eltern mit der Erkrankung auseinandersetzen und die Psoriasis verstehen lernen. Das nimmt auch die Furcht „anders“ zu sein.“ Ein vertrauensvolles Gespräch zwischen dem jungen Patienten/der Patientin, den Eltern und dem Experten/der Expertin ist dabei der erste Schritt, um das Leben wieder aktiv in die Hand zu nehmen und die richtige Therapie zu finden. „Die Hautärztin bzw. der Hautarzt kennt alle Behandlungsmöglichkeiten und wird mit den PatientInnen gemeinsam die geeignetste Option wählen“, erklärt Dr. Karin Jahn-Bassler.

Für jede Form die passende Behandlung

„Bei vielen Menschen, die Schuppenflechte haben, werden äußerliche Behandlungen eingesetzt, das heißt Salben, Cremen, Lotionen oder Gels, die auf die betroffenen Körperstellen aufgetragen werden“, erklärt Dr. Petra Viznerova. Eine Lichttherapie wird angewendet, um mittelschwere bis schwere Psoriasis zu behandeln. „Die systemischen Medikamente wirken gegen die Entzündung im gesamten Körper und werden jenen Betroffenen verabreicht, die an mittelschwerer oder schwerer Psoriasis leiden und nicht auf Lokaltherapie bzw. Lichttherapie ansprechen,“ ergänzt Dr. Jahn-Bassler weiters. „Zusätzlich zu den systemischen Therapien zählen neben den Medikamenten zur oralen Einnahme auch Biologika, die beispielsweise subcutan (= unter die Haut gespritzt) verabreicht werden. Diese können bereits ab dem 4. Lebensjahr zur Anwendung kommen.“

Ergänzend können Kuraufenthalte Abhilfe schaffen, wobei unter bestimmten Voraussetzungen auch die Kosten von österreichischen Krankenkassen übernommen werden. Schmerzhafte, geschwollene oder morgensteife Gelenke können auf eine Psoriasis Arthritis deuten, in diesem Fall sollte umgehend ein Rheumatologe konsultiert werden.

Den Lebensstil überdenken und Hilfe annehmen

Neben der genetischen Veranlagung gibt es für die Schuppenflechte vielfältige auslösende Faktoren wie zum Beispiel Stress oder Infektionen. Deshalb ist es ratsam zu überlegen, wo man im Alltag Energie tanken kann. Dr. Viznerova empfiehlt: „Regelmäßige Entspannung ist wichtig! Eine Einschränkung an Nahrungsmitteln gibt es aus medizinischer Sicht keine. Was wir wissen ist, dass Infekte vorübergehend Schübe auslösen können, und somit zu einer Verschlechterung des Hautbildes führen.“ Gerade eine sichtbare Hauterkrankung kann für junge Betroffene sehr belastend sein. Umso wichtiger ist es, sich mit Menschen zu umgeben, die Verständnis aufbringen und Rückhalt bieten. Auch ein Gespräch mit einem psychologischen Experten kann neue Einblicke bringen, wie man schwierige Situationen besser bewältigen kann. „In den Krankenhäusern wie im AKH Wien gibt es sehr gute psychologische Unterstützungsmöglichkeiten“, betont Dr. Jahn-Bassler abschließend.

Wir bedanken uns für die wertvollen Information bei Dr. Karin Jahn-Bassler und Dr. Petra Viznerova!

 

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