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Psoriasis im Intimbereich

Schuppenflechte im Intimbereich ist anders. Sie unterscheidet sich zum Teil in ihren Symptomen, ihrer Behandlung und den möglichen Folgen stark von der klassischen Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris). Das erschwert die richtige Diagnose und damit leider auch die richtige Behandlung. Denn allzu oft wird sie mit einer Pilzinfektion oder einer entzündliche Haut- oder Bindegewebsinfektion verwechselt.

Im Bereich der Genitalien und des Afters können bei einer Psoriasis zum Teil sehr schmerzhafte Hautveränderungen auftreten. Die Haut ist dann gerötet und es juckt sehr stark - teilweise brennt die Haut regelrecht. Eine trockene Schuppenbildung tritt allerdings selten auf. Im Gegenteil, die Haut nässt eher.

Aufgrund der Anatomie der betreffenden Körperstellen wird eine bakterielle Besiedelung der Hautflächen begünstigt. Die Hautfalten sind warm und es kommt wenig Luft an die Stellen. Das erhöht auch das Risiko für Pilzinfektionen. Wenn die juckenden Stellen dann auch noch aufgekratzt werden, können die Bakterien und/oder Pilze leicht in die offenen Hautstellen eindringen.

Auswirkung auf die Psyche

Eine Schuppenflechte am intimsten Teil unseres Körpers ist für viele extrem belastend. Das zeigt sich in Studien, in dem die Patienten über Frust, Angst, Scham und Hilflosigkeit klagen. Viele Betroffene schweigen und sprechen selbst mit ihrem Partner nur sehr ungern darüber. Im schlimmsten Fall vermeidet der Betroffene nach und nach den sexuellen Kontakt und zieht sich schließlich ganz aus der Partnerschaft zurück. Ganz besonders tragisch ist, dass viele Patienten auch mit ihrem Arzt nicht über das Thema sprechen. Damit berauben sie sich aber auch der Chance, dass die Symptome gelindert werden und das Thema Sex wieder angstfreier wird.

Psoriasis im Analbereich

Im Analbereich macht sich die Psoriasis mit einem unerträglichen Juckreiz bemerkbar. Rund um die Anal-Öffnung oder die Anal-Falte ist die Haut dann oft eingerissen und blutet. Achtung: Wenn die Anal-Psoriasis nicht behandelt wird, kann sie zu einer Schuppenflechte- Arthritis führen, die sich in schmerzhaften, geschwollenen Gelenken, Morgensteifigkeit in den Gelenken und/oder schmerzhaften Sehnenansätzen äußert.

Psoriasis im Genitalbereich

Auch im vorderen Genitalbereich kommt es zu verstärktem Juckreiz. Bei Frauen betrifft es die Schleimhäute an den Schamlippen und der Vagina. Bei Verletzungen in diesem Bereich ist zudem die natürliche Schutzfunktion der Schleimhäute nicht mehr gegeben und das Risiko von Pilzinfektionen erhöht sich. Bei Männern tritt die Schuppenflechte an der Peniswurzel und/oder an den Hoden auf. Hier ist darauf zu achten, dass die Stellen nicht wundgerieben werden und zu bluten beginnen.

Behandlung von genitaler Psoriasis

Wenn du bereits unter Schuppenflechte leidest und nun auch im Genitalbereich Probleme bekommst, sprich mit deinem Arzt darüber.

Auf gar keinen Fall sollten Präparate für die Behandlung von anderen Körperstellen im Genitalbereich aufgetragen werden. Die Haut ist in diesen Bereichen besonders dünn und empfindlich. Sensible Hautstellen wie Vagina, Penis, Eichel oder die Analregion nehmen Wirkstoffe wie z.B. Kortison viel stärker auf.

Dein Arzt kann dir entsprechend geeignet schwacher dosierte Präparate verschreiben, sehr oft ist es auch ein kombiniertes Kortison – Anti-Pilz-Präparat. Die Behandlung sollte unbedingt immer nach den Empfehlungen des Hautarztes angewandt werden. Wenn du die Salben zu früh nicht mehr aufträgst, kann es zu einem sogenannten „Rebound-Effekt“ kommen. Dann kommt die Schuppenflechte schnell und meistens noch stärker zurück.

Anti-entzündliche Präparate ohne Kortison

Oft werden kortisonfreie, anti-entzündliche Präparate aus der Neurodermitis- Behandlung eingesetzt. Sie haben den Vorteil, dass man sie auch längerfristig einsetzen kann und dass die Haut davon nicht dünner wird. Die Wirkstoffe Tacrolimus und Pimecrolimus sind echte Alternativen zum Kortison. Sie sind auch für Kinder geeignet, allerdings offiziell nicht für die Psoriasis zugelassen sind.

Salben mit dem synthetischen Gerbstoff Phenolsulfonsäure-Phenol-Urea-Formaldehyd- Kondensat gibt es rezeptfrei zu kaufen.

Auch Wund- und Heilsalben mit Zinkzusatz haben sich schon bewährt.

Was kannst du selber tun?

Neben der Arbeit mit den von deinem Arzt verschrieben Medikamenten, kannst du auch ganz persönlich dafür sorgen, dass die Symptome an den entsprechenden Hautstellen schneller gelindert werden:

  • Passend: deine Unterwäsche sollte atmungsaktiv sein, damit sich der Schweiß nicht staut.
  • Haarig: verzichte auf die Intimrasur; sie reizt die Gegend nur noch zusätzlich.
  • Luftig: achte auf weite und bequeme Kleidung, die im Schritt nicht einengt oder sogar scheuert. Hände weg von Slipeinlagen, die chemische Inhaltsstoffe aufweisen.
  • Sanft: kein raues, feuchtes oder gar parfümiertes Toilettenpapier.
  • Nass: noch besser wäre eine Reinigung im Anal- und Genitalbereich mit lauwarmen Wasser.
  • Lindernd: Sitzbäder mit künstlichen Gerbstoffen wie Kamillenblüten oder Eichenrindenextrakt wirken entzündungshemmend und lindern den Juckreiz.

Allgemeine Hausmittel gegen Juckreiz

Die folgenden Hausmittel sind generell juckreizlindernd und entzündungshemmend bei Psoriasis. Bitte probiere vorsichtig aus, ob sie in deinem Fall auch die Beschwerden deiner Psoriasis lindern können.

Salz

Ob als Sitzbad oder als punktuelle Waschung: Salz ist seit jeher ein gutes Heilmittel bei Hautbeschwerden. Auf einen halben Liter kochendes Wasser kannst du dafür 5 Gramm Salz nehmen und nach und nach auflösen. Bitte warte solange mit der Behandlung, bis die Wassertemperatur für dich erträglich ist.

Apfelessig

Mit seinen starken antibakteriellen und antimykotischen Eigenschaften kann Apfelessig für eine baldige Linderung des Juckreizes sorgen. Dafür 250 ml Wasser mit drei Esslöffeln Apfelessig verdünnen und mehrmals täglich vorsichtig auf die betroffenen Stellen auftragen. 

Basilikum

Im Basilikum sorgt das ätherische Öl Eugenol für eine schnelle Linderung des Juckreizes. Dafür kochst du einen Esslöffel getrocknetes Basilikum mit einem halben Liter Wasser auf. Etwa drei Minuten ziehen lassen und dann mehrmals täglich vorsichtig die betroffenen Hautstellen damit betupfen.

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