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Patricia (50) über Psoriasis und andere Autoimmunerkrankungen

Ich bin nun 50 Jahre und beginne jetzt zu leben. Ich habe 3 Autoimmunerkrankungen und dadurch noch eine chronische Erkrankung dazu bekommen. Eigentlich begann mein Leben sehr besch...... naja jedenfalls nicht gerade toll. Hier kommt meine Geschichte!

Meine Mutter wurde mit mir schwanger wie sie minderjährig und im Ausland (Deutschland) war und ich wurde ihr gleich nach der Geburt weggenommen. Ich landete im Kinderheim. Zu meiner "Befreiung" aus dem Heim gibt es verschiedene Geschichten. Ich war ca. 1 Jahr alt, da bekam meine Großmutter das Sorgerecht für mich. Da begann mein Leben im goldenen Käfig. Ab und zu gab es Zucker, aber mehr Wasser, Brot und Peitsche. Die Peitsche war der Kochlöffel und der goldene Käfig eigentlich der Kleiderkasten, in dem ich die Kochlöffelattacken versuchte zu entfliehen. Ich wurde belogen, betrogen und leider als Kind auch sexuell misshandelt. Damals glaubte ich, dass ist das Leben. Beim Einschlafen hatte ich immer das Bild einer Familie mit Mutter, Vater und Kinder eventuell auch ein Haustier im Kopf.

Wie ich 22 Jahre war, starb meine Großmutter. Ich wußte nix vom Leben. Ich konnte nicht mal Kochen. 3 Jahre suchte ich nach dem richtigen Partner. Denn nun konnte ich ja meinen Traum verwirklichen. Lug, Betrug und Misshandlung hörten aber da auch nicht auf. Dann, auf einmal: WUSCH. Ich lernte meinen jetzigen Mann kennen.

Im Leben hat immer auch was eine gute Seite. Nun auch meine Großmutter. Denn die hat ihn mir geschickt. Mir war es lange nicht klar. Aber er schaut genau so aus, wie sie immer den Mann ihrer Träume für mich vor ihren Augen hatte. Sogar der selbe Beruf. Aber, es wurde alles besser. Er fing mich auf, half mir aus meinen finanziellen Schulden und gab mir Sicherheit, Liebe, ein Dach übern Kopf,......

Nun sind wir heuer (2017) 20 Jahre verheiratet, haben 2 Kinder, einen Hund und ein sicheres zuhause. Wie ich merkte, dass ich DEN Partner gefunden habe, begann mein Körper sich zu zerstören. Die Psoriaris begann sich bei mir wohl zu fühlen. Aufklärung gab es vor 30 Jahren nicht. Nur Kortison. Mir wurde nicht mal gesagt, dass das eine Autoimmun-Erkrankung ist. Mein Mann aber störte diese Krankheit nie, deshalb war sie nicht immer eine Belastung. Ich war auch immer viel in der Sonne. Dadurch sah man nicht sehr viel. Erst wie unsere Kinder geboren wurden, erlebt ich eine andere Seite der Psoriaris. Sie juckte, blutete, schuppte. Ich versteckte mich unter langärmligen Blusen und langen Hosen. Nur das war kontraproduktiv. Manchmal war der Stoff zu hart und die Haut riss auf und blutete mein Gewand voll. No, dann tragen wir halt schwarz. Irgendwann, zu meiner Freude, bekamen wir einen Garten. Also ich kann besser als das Rumpelstilzchen hüpfen, aber vor Freude. Der Garten war meine Rettung. Ich konnte meine geschundene Haut der Sonne zeigen und sagen: so, mach liebe Sonne. Heile, heile, heile! Es funktionierte.

Der Garten war aber auch ein Fluchtort für mich. Ein paar Stunden ohne Kinder. Aber irgendwann ging es wieder bergab. Meine Haut wurde grau, blass und ich war aufgedunsen. Mein Hausarzt hatte den richtigen Riecher. Es war die Schilddrüse. Mein TSH z.b. war nicht zwischen 1 und 3 sondern bei 56. Ich habe Hashimoto. Nun hat mein Körper meine Schildrüse schon ganz zerstört. Aber ok. Diese Challenge meistern wir auch. Das Leben geht weiter. Es fragt gar nicht: Kannst du weiter? Nö, du musst weiter. Ich begann mein Leben zu ändern. Ich trennte mich von Menschen, die mir nicht gut getan haben. Das ging ganz gut. Nur da war noch immer der innere Schweinehund in mir, der immer meinte: Nein, also das kannst du jetzt nicht machen oder sagen. Was denken die Leute von dir. Hm. Aber, da kommt wieder was Gutes. Wir bekamen einen Hund!

Durch sie lernte ich Geduld und was ganz wichtiges: SCHWEIGEN! Den anderen ohne Worte zu verstehen. Bei mir musste immer alles perfekt sein. Musste den anderen ja beweisen, dass ich auch so gut bin wie sie. Es kam, wie es kommen musste, ich bekam die nächste Erkrankung. Idiopathische Hypersomnie. Ich kann immer und überall schlafen. Leider ist mein Schlaf nicht erholsam. Ich bekam Antidepressiva, die mich munter hielten. Es gibt für diese Krankheit kein zugelassenes Medikament. Ich nahm es ca. 16 Monate. In dieser Zeit hatte ich keine Gefühle, keine Freudentränen, keine Angst, wenn ein Kind nicht gleich nach Hause kam. Aber ich hatte auch keine Hemmungen meine Meinung zu sagen. Oh, der innere Schweinehund, dem hab ich es gezeigt. Ich merkte, dass ich keine Scheu haben muss einmal NEIN zu sagen, ohne es zu erklären. In der Firma klare Linien zu ziehen.......

Mit der Zeit aber, machte mich dieses Medikament nun nicht mehr munter, sondern noch mehr müder, der Blutdruck stieg sehr hoch an und ich sah immer schlechter. Ich setzte das Medikament ab. Nun habe ich ein Tattoo, Seitcut, ab und zu rosa Haare,..... Mein Schweinehund hat nun die Koffer gepackt und ist ausgezogen. Alles Gut? Nein, leider nicht.

Seit einer Woche weiß ich nun, dass ich chronische Gastritis Typ A habe. Wird ja sonst fad. Aber: Es geht mir gut. Ich habe das, was ich mir als Kind immer schon gewünscht hatte. FAMILIE Mir ist klar, dass alles zusammenhängt. Ich sehe die Psoriasus nicht als eigenständige Krankheit. Traurige Kindheit > ständig Magenprobleme > Psoriasis > Hashi > Schlafkrankheit > und am Ende wieder der Magen. Mein Körper zeigt mir, wie ich meinen Mann und Kinder nicht behandeln darf. Und ich freue mich schon auf die nächsten Jahre mit meiner Familie. Da sind die Krankheiten oft Nebensache.

Dank diesem Forum, werde ich mich über Schuppenflechte, die Ernährung also alles was mir gut tut, erkundigen. Ich suche mir einen gscheiten Hautarzt und lass meine Gelenke untersuchen. Ich habe einige Leitsätze: Lebe heute so, als wäre es dein letzter Tag. Mache Probleme anderer Menschen nicht zu deinen.

Be strong! Sicher nicht. Man darf auch schwächeln. Ohne diese Krankheiten wäre ich nicht der positive Mensch, der ich jetzt bin. Eure Patricia

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