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Lustige Kur-Geschichten

Lesenswert und witzig: Oda (55, aus Hamburg) erzählt über ihre Eindrücke und Erfahrungen am Toten Meer! Hier erfährt ihr, wie es bei einem Kuraufenthalt wirklich zugeht.

Teil 1: Koscher, Yom Kippur und lästige Fahrstühle

Nun ist es doch passiert, ich habe nachts um 03.15 Uhr eine Zimmergenossin aus Eisenstadt im Burgenland dazubekommen. Nachdem ich sie zunächst angeranzt hatte, sie möge bitte das Licht ausmachen, haben wir uns vom nächsten morgen an recht gut verstanden und liegen nun auch nebeneinander im Schatten auf der Liege. Sie heißt Elisabeth, ist ungefähr mein Alter, und sie schnarcht nicht, welch ein Glück. Auf der Liege haben wir/ ich dann eine Dame aus Melsungen kennengelernt, so eine richtige hessische Kodderschnauze, wir haben einen Heidenspaß miteinander gehabt, viel gelacht. Ansonsten ist es hier schon sehr speziell, das fängt mit dem Essen an, koscher eben. Was das heißt haben wir erstmal gegoogelt. Danach gibt es reine und unreine Tiere, rein sind die Tiere, die Spalthufe haben und wiederkäuen. Also, Kühe darf man essen, Ziegen auch, Schweine nicht weil keine Wiederkäuer, aber Kuhmilch darf nicht zusammen mit Fleisch gegessen werden, daher gibt es morgens zwar Quark, Kaffee mit Milch, Oliven und diverse Käse, aber keine Wurst. Abends gibt es reines Fleisch, also Rind, Hühner (obwohl keine Wiederkäuer), aber keinerlei Milchprodukte aus Kuhmilch, nicht mal Kaffeesahne. Allerdings muss ich sagen, es ist hier morgens und abends ein unglaublich tolles Buffet, wahrscheinlich komme ich doppelt so dick wieder!!!!

Und heute ab 18.00 Uhr ist Yom Kippur (oder so ähnlich) der höchste jüdische Feiertag. Da dürfen die Juden nicht arbeiten, deshalb werden die Fahrstühle vorprogrammiert damit die Gläubigen nicht den Fahrstuhlknopf drücken müssen, mit dem Ergebnis, dass die Fahrstühle in jedem Stockwerk anhalten. Wir werden heute und morgen zu Fuß die Treppen steigen.

Aber das irrste ist das Tote Meer: Man kann so bis zum Knie reingehen ohne etwas vom Auftrieb zu bemerken, ab da wird der Druck von unten so stark, dass man aufpassen muss nicht zu fallen. Das drückt einem echt die Beine weg, deswegen braucht man um entspannt zu schwimmen. Man darf von der Brühe nichts ins Auge bekommen, sonst muss man zum Sani zwecks ausspülen. Das Wasser ist so salzig, dass man kotzt, wenn man einen Spritzer in den Mund bekommt. Und die Konsistenz des Wassers ist beinahe ölig. Baden darf man ca. 15 Minuten max 5 mal täglich, weil man sonst austrocknet, hinterher muss man duschen und sich einölen, weil die haut sonst völlig trocken wird.

Ansonsten ist die Hotelanlage gut, mit Pool, Sauna (bei 45°C) Kraftraum usw. sehr schön und sauber. Die Gegend rundherum ist allerdings komplett tot, außer Hotels ist hier nur Wüste, gelber Sand und Salz. Wenn ich hier wohnen müsste würde ich mich ertränken, was in diesem Meer allerdings schwer würde. So, es ist jetzt 12.00 Uhr am Mittag und ca. 45°C im Schatten, wir gehen rein weil man hält es am Strand mittags echt nicht aus. Krafttraining wollen wir heute mal ausprobieren. Ich mache für heute Schluss. Kuss Oda

Teil 2: Ein Stück DDR mitten in Israel

Gestern waren wir mit acht Leuten in Jerusalem, ungefähr 2 Stunden Fahrtzeit in glühender Hitze und ohne Klimaanlage im Auto, weil die Alicia (72) Angst vor dem Luftzug hatte. Jerusalem selbst ist sehr orientalisch, sehr bunt und wuselig. Stören tun die orthodoxen Juden (mit Hut und Löckchen und die (Kinder) sowie Soldaten mit Maschinengewehr in der Hand, die an jeder 2. Straßenecke rumstehen. Sicherlich gibt es dafür Gründe, aber angenehm fühlt sich das dennoch nicht an. Wir sind dann zunächst zu der Kirche gegangen, die am Ölberg steht und zwar da, wo Jesus gefangen genommen wurde (Gethsemane). Von da aus sind wir an der Stadtmauer entlanggefahren, die die Altstadt umgibt und nur 4 Tore hat, in jeder Himmelsrichtung eines. Von Tor zu Tor ziehen sich 2 kreuzartig angelegte große Straßen, die 4 Stadtviertel trennen, für jede Religion eines. Alles sehr merkwürdig. Wir haben als erstes die Klagemauer besucht, ich hatte mir diese Mauer viel imposanter vorgestellt. Ca. 50 Meter breit, Zugang nach Geschlechtern getrennt und sehr unspektakulär. Auch dort wieder bewaffnete Soldaten und Aufpasser, die meckerten wenn die Touristen nicht verhüllt genug waren. Dann sind wir den Leidensweg Jesu abgegangen, an jeder Stelle, wo er das schwere Kreuz nicht mehr tragen konnte und deswegen Pause gemacht hat ist eine Kirche errichtet, es sind ungefähr 15 Stück der verschiedensten Religionen, die meisten von den griechisch Orthodoxen bezahlt, die scheinen das meiste Geld zu haben (wahrscheinlich von der EU). Dann waren wir in Bethlehem, dieses liegt, dass wusste ich echt nicht, im palästinensischen Autonomiegebiet. Wenn man von Jerusalem kommt muss man eine Grenze passieren, Ausweis vorzeigen. Dieser wird von bitterböse guckenden Kindersoldaten wieder mit MP kontrolliert. Und, ich fühlte mich richtig zuhause, man passiert eine mit Graffiti dekorierte Mauer, ca. 4 Meter hoch mit Stacheldraht obendrauf. Honnecker wäre stolz auf die Israelis, er hätte es nicht besser machen können. Bethlehem selbst ist wenig zerstört, versifft, überall laufen verhüllte Frauen herum, es wirkt merkwürdig tot, aber vielleicht lag das auch am Feiertag. Es gefiel mir nicht wirklich, auch die Geburtskirche Jesu war mir zu voll und, was ganz irre war, die dortige japanische Reisegruppe hielt in dem Geburtsraum eine Andacht ab und sang „Stille Nacht“ bei 40 Grad im Schatten. Aber man muss ja auch nicht alles mögen.

Heute ist es schon wieder 38 °C um 10.00 Uhr morgens. Ich chille so vor mich hin. Kuss Oda Teil 3:

Was Brad Pitt und Hannibal Lector am Toten Meer zu suchen haben

Also, die Russinen hier sind auch soooo fett, habe aber alle einen Mann mit einem soooo fetten Portemonnaie, dass der Schmierbauch in Gucci Bikinis hängt und sie dank des Salzgehaltes in den Armen ihrer armen Männer hängen (wie deine Spinne im Netz) und beide zusammen nicht untergehen. Was man hier sieht ist echt unbeschreiblich.. Natürlich haben die Damen alle einen jugendlich gestrafften Euterbusen und Klunker, dass man neidisch werden könnte. Auch die Lippen sind welsartig ausgestaltet, ich bin voll neidisch. Wenn Elisabeth und ich die Damen anschauen mit Stielaugen lachen die immer und lästern über uns Jämmerlinge vermutlich genauso wie wir über sie. Benehmen können die sich leider nicht so wirklich, immense Essensmassen werden nur angepickt und stehengelassen, ich glaube ich mag die großkotzigen Herrschaften nicht.

Und die Männer hier sind ne Pracht: Es halten sich hier auf:

1.) Brad Pitt, 80 Jahre, natürlich Russe, humpelt und glotzt immer. Elisabeth hat mich echt verarscht, als ich grade mein Buch las sagte sie "Schau, da ist Brad Pitt" ich Trottel habe hochgeguckt und sie lacht immer noch.

2.) Hannibal Lector, schleicht immer konspirativ um die Liegen und spricht einen mit leiser Stimme von hinten an, Elisabeth hat vor dem richtig Angst. Vorgestern fragte er mich mit seiner unnachahmlichen Art was ich noch vorhätte, ich habe ihm geantwortet:" Steine auf ältere Männer werfen", seitdem mag er mich noch lieber!

Nachts kühlt es auf 35°C ab, ich kann zwar trotzdem gut schlafen aber ich träume von Schnee. Meine Schuppe war ja schon vorher weg, muss trotzdem alle 2 Tage zur Ärztin weil die so gerne mit mir klönt und ich (mit Elisabeth) die Einzige (auch schöner Verschreiber) normalgewichtige Person im Hotel bin. Auch sie lästert zu gerne über die Russen. Ach ja, die Männer

3.)Udo, Kollege vom PK 25, nett, hübsch, verheiratet.

4.) Kenn ich nicht, hübsch, ca. 50 Jahre alt, gepflegt, gebildet, na wie geht’s weiter ? klar, schwul!!!!!

5.) Hat mich in die Semperoper eingeladen, vermutlich Ossi, nett, gebildet, sehr sympathisch, ca. 130 Kilogramm, heißt Ulf, ich werde die Einladung denke ich annehmen. So, jetzt habe ich dir in etwa ein Bild vermittelt welches dir klarmachen dürfte, dass ich bei dir bleibe, allerdings nur wenn du keine Privatinsolvenz anmelden musst.

6.) Hatte ich vergessen, 70jähriger verheirateter Berliner, quatscht einem ständig n Knopf an die Backe und nervt einfach nur, sieht aus wie ein Indianer. (Navacho). War eben da und fragte wem ich schreibe. Ich habe ihm gesagt, dass du mir gerade einen Heiratsantrag gemacht hättest und ich deswegen Konzentration für diesen Brief bräuchte, daraufhin fragte er mich 10 Minuten lang über den CSD aus. Hier haben alle ne Vollmeise, liegt wohl an der Wärme. Deine Oda

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