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Psoriasis - Die tägliche Hautpflege ist Pflicht

Menschen mit Schuppenflechten müssen auf die richtige Körperpflege achten! Die vermehrten Hautschuppen sind entgegen der Meinung unwissender Mitmenschen kein Zeichen mangelnder Hygiene, bedürfen aber einer speziellen und regelmäßigen Hautpflege. Diese gehört zum Tagesablauf eines Psoriatikers wie das tägliche Zähneputzen. Durch die Hautpflege bessert sich das allgemeine Hautbild, die schubfreien Intervalle dauern länger an und der Einsatz von schweren Medikamenten lässt sich auf Akutfälle reduzieren.

Egal ob gesunde oder kranke Haut, die verwendeten Pflegeprodukte sollten immer dem jeweiligen Hautzustand angepasst sein. Die Haut vieler Schuppenflechte-Betroffener ist meist sehr trocken und fettarm, daher sollten die gewählten Produkte diesen Mangel an Fett und Feuchtigkeit ausgleichen können. Da eben die Hautbarriere nicht 100% funktioniert, ist die tägliche Hautpflege der Psoriasishaut die Basistherapie und Grundlage jeder Behandlung. Zu dieser Basistherapie gehören neben der milden Hautreinigung die Rückfettung und die Hydratisierung (=Befeuchtung) der Haut. Die Basistherapie sollte bei Schuppenflechte mindestens einmal, besser zweimal täglich nach dem Duschen oder Baden angewandt werden. Nur durch die konsequente tägliche Basispflege (auch in der schubfreien Phase!) kannst du deine Schuppenflechte in den Griff bekommen.

Hydratisierung der Haut

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Da die Psoriasis-Haut selbst nicht genug Feuchtigkeit halten kann, um geschmeidig zu bleiben, solltest du regelmässig Feuchtigkeit von außen zuführen. Denn Lotionen, die einen hohen Wasser- und niedrigen Ölanteil haben, können die Trockenheit durch Verdunstung verschlimmern. Benutze daher Cremen beziehungsweise Salben mit einem niedrigem Wasser- und einem hohem Ölanteil. Produkte, die mit Harnstoff (=Urea) angereichert sind, haben sich in der Psoriasis Hautpflege als besonders gut erwiesen. Mithilfe des Harnstoffes kann die Haut mehr Wasser speichern. Wir empfehlen eine Harnstoff-Konzentration von 5 bis 15% bei Erwachsenen, bei Kindern maximal 5%. Da Harnstoff nach dem Auftragen zu Hautbrennen führen kann, solltest du Cremes mit Harnstoff in einem akuten Schub vermeiden! Weitere Inhaltsstoffe als Zusätze in der Basistherapie sind Ceramide, Niacinamid, Thermalwasser, Panthenol, Glycerin, Hyaluronsäure oder Allantoin. Doch all diese guten Inhaltsstoffe können nur dann in die Unterhaut vordringen und ihr Wirkung entfalten, wenn die Schuppen-Plaques nicht allzu dick darüber liegen. Daher muss die Haut regelmässig entschuppt werden.

Gegen die trockene Haut verschreibt der Hautarzt Basissalben zur täglichen Hautpflege. Diese bestehen aus einem Gemisch aus Wasser und Öl sowie verschiedenen Hilfsstoffen wie Emulgatoren (binden Wasser und Öl) und Konservierungsstoffen, welche die Salbe haltbar machen. Es gibt verschiedene Basissalben, die dabei als Salbengrundlage für viele medizinisch gemixte Salben dienen. Diese werden an die individuellen Hautbedürfnisse durch das richtige Mischverhältnis von Wasser und Öl individuell angepasst. Je nach Beschaffenheit der Haut und jeweiliger Jahreszeit werden unterschiedliche Basis-Pflegeprodukte angeboten. In der warmen Jahreszeit, wenn die Haut meist weniger trocken ist, setzt man auf eine hohe O/W-Grundlage, im Winter sollte die Creme einen höheren Fettgehalt aufweisen. Es kann auch passieren, dass dir eine Creme über Wochen gut tut und du plötzlich das Gefühl bekommst, dass du exakt diese dann nicht mehr so gut findest. Dann ist es an der Zeit, auf eine andere Pflegecreme umzusteigen. Im Laufe der Zeit wirst du herausfinden, welche Cremes/Salben/Lotionen für dich angenehm sind und du kannst diese auch abwechselnd verwenden.

Was bedeutet O/W - W/O?

O/W: Öl in Wasser (=wenig Öl in viel Wasser) viel Feuchtigkeit für die Haut Lotionen W/O: Wasser in Öl (=viel Öl in wenig Wasser) Fett für die trockene Haut fetthaltige Cremes und Salben
Tipp: Du willst testen, in welche Gruppe deine Creme fällt? Nimm ein Glas Leitungswasser und versuche, ein wenig von deiner Creme mit dem Wasser zu verrühren. Je leichter es sich mit dem Wasser verrühren lässt, desto höher ist der Wasseranteil Deiner Creme. Noch einfacher funktioniert dieser Test, indem du das zu testende Präparat zwischen zwei Finger verteilst und unter klarem fließenden Wasser wieder abwäscht. Eine OW-Emulsion lässt sich leicht abwaschen, während bei der sehr fetten OW ein Fettfilm auf der Haut verbleibt.

Abschuppung der Haut

Diese Abschuppung erfolgt nicht nur rein aus optischen Gründen. Es kommen abschuppende Präparate mit keratolytischen (= Schuppen lösenden) Zusätzen zum Einsatz. Zumeist werden hierfür salicylsäurehaltige Mischungen dick aufgetragen. Salicylöl weicht die abgestorbenen Hautzellen auf und löst ihre Verklebung untereinander. Unter einem wasserdichten Verband wird dieser Prozess beschleunigt. Anschließend lassen sich die Schuppen leicht abwaschen und eine fettige Creme bildet den Abschluss dieser aufwändigen Behandlung. Achtung: Salicylsäure sollte bei kleinen Kindern und Patienten mit Nieren- und Leberfunktionsstörungen sehr zurückhaltend zum Einsatz kommen. Vor einiger Zeit hatten einge Psoriatiker große Hoffnung in einen australischen Laufvogel. Es wurde geschrieben, dass das Unterhautfett des Emu der Psoriasis-Haut besonders gut tun würde. Letztendlich wurde die anfänglich vermutete entzündungshemmende Substanz aber nicht gefunden und große Erfolge blieben aus.

Weitere Informationen zur richtigen Abschuppung

Richtige Hautreinigung

Da die Psoriasis-Haut von Naur aus extrem trocken und leicht reizbar ist, mag diese keine langen und sehr heiße Duschen sowie keine parfumierten Schaumbäder. Das wenige Fett, das sie zu ihrem eigenen Schutz halten kann, geht unter einem heissen Wasserstrahl und alkalischer Seife schnell verloren. Zudem können Duftstoffe die Hautentzündung antriggern und sollten daher unbedingt vermieden werden. Wir empfehlen die sparsame Verwendung eines unparfumierten, sehr milden und rückfettenden Präparats. Öl- und Salzbäder werden in der Regel auch gut vertragen. Am besten sollte insgesamt eine Dauer von 5 Minuten nicht überschritten werden. Nach der Dusche/dem Bad trage sofort rückfettende Pflegeprodukte auf die Haut. Nur so kann die Psoriasis-Haut vor dem Austrocknen bewahrt werden und am besten geschieht dies, wenn die Haut noch feucht ist.

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Welche Produkte soll ich kaufen?

Es gibt eine große Anzahl an Pflegeprodukten, welche speziell für die Psoriasis-Haut entwickelt wurden. Aber es gibt kein Generalprodukt bei Schuppenflechte! Eine Spezialsalbe, welche einem Psoriasis-Betroffenen gut hilft, kann bei einem anderen gar nicht helfen, beziehungsweise sogar einen neuen Schub verursachen. Du kannst nur verschiedene Produkte testen und selbst entscheiden, ob du es gut verträgst oder eben nicht. Wichtig: Du solltest Produkten ohne Duft- und Konservierungsstoffe klar den Vorzug geben! Weiters solltest du wissen, es muss nicht immer das teuerste Produkt sein, welches deiner Haut den meisten Nutzen bringt! Nur weil ein Produkt sehr teuer ist und eine schöne edle Verpackung aufweist, bedeutet dies leider noch nicht, dass es automatisch für die sehr empfindliche Schuppenflechte-Haut geeignet ist. Viele Produktanbieter bieten kostenlose Proben zum Testen an, frage daher vor dem Kauf nach einer gratis Probe!

Was kann sonst noch helfen!

Neben der Basistherapie können auch weitere leicht anzuwendende Maßnahmen die Lebensqualität verbessern. Für viele Betroffenen ist weiche Kleidung, am besten aus Baumwolle, Leinen oder Seide sehr angenehm. Gerade bei Psoriasis ist lockere Kleidung hilfreich, da zu enge Kleidung durch Druck und Reibung einen Schub hervorrufen kann. Bei Psoriasis ist eine regelmäßige Betreuung durch den Hautarzt wichtig. Sollten die Pflegemaßnahmen nicht ausreichen bzw. ein starker Schub der Erkrankung bestehen, gibt es zusätzlich die Möglichkeiten einer medikamentösen Therapie. Als medikamentöse Therapieoptionen kommen bei Psoriasis zumeist äußerlich Glukokortikoide und Vitamin D3 und –Analoga zum Einsatz. Wenn die Psoriasis sehr stark ausgeprägt ist, kann auch eine innerliche Therapie notwendig werden. Bestens bewährt hat sich hier die Behandlung mit Biologika, diese Therapie kann einen Psoriasis Betroffenen weitgehend von seinen Beschwerden befreien. Eine mögliche weitere äusserliche Therapie bei Psoriasis ist die Phototherapie, wobei eine Lichttherapie mit bestimmtem UV-Licht die Entzündungen in der Haut reduzieren lässt.

Schuppenflechte belastet häufig Körper und Seele

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