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Dranbleiben macht sich bezahlt!

Ja, es ist nicht immer einfach. Und es erfordert viel Disziplin! Aber gerade bei chronisch entzündlichen Hauterkrankungen wie der Neurodermitis (Atopische Dermatitis oder Atopisches Ekzem) ist es sehr wichtig, dass du die Anweisungen deines Hautarztes konsequent befolgst. So gelingt es, die Krankheit in den Griff zu bekommen und die symptomfreien Phasen zu verlängern.

Hast du gewusst, dass rund die Hälfte aller Patienten mit chronischen Erkrankungen ärztliche Anweisungen und Empfehlungen zur Behandlung nicht korrekt einhalten? Viele unterschätzen dabei die Folgen. Mangelnde Therapietreue gefährdet den Behandlungserfolg – sie erhöht das Risiko für ein Wiederaufflammen der Erkrankung um ein Vielfaches. Die entzündeten Hautstellen und der lästige Juckreiz sind schneller wieder da, als gedacht. Lass dir helfen: Priv.-Doz. Dr. Rainer Hügel, Hautarzt und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen in Wien, erklärt, wieso die strikte Einhaltung des Therapieplans gerade bei Neurodermitis (Atopisches Ekzem) so wichtig ist.

Therapietreue

Fehleinschätzung, Bequemlichkeit, Vorbehalte, Angst vor möglichen Nebenwirkungen oder auch einfach Vergesslichkeit – es gibt verschiedene Gründe dafür, dass wir uns nicht an die vom Arzt verordnete Therapie halten. Ein besseres Verständnis der Therapiemaßnahmen fördert die Therapietreue (Compliance, Adherence). Daher ist die ausführliche Patientenaufklärung und -information diesbezüglich von großer Bedeutung, damit die Behandlung auch wirken kann. Mangelnde Therapietreue, im Gesundheitswesen als Non-Compliance bezeichnet, ist ein nicht zu unterschätzendes Problem. Nicht nur, dass sich dadurch der Gesundungsprozess verzögern kann, sondern es steigt auch das Risiko für Komplikationen, Folgeerkrankungen sowie schwere Rückfälle. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass unerwünschte Arzneimittelwirkungen auftreten, sehr viel höher, wenn die Dosierungs- und Einnahmevorgaben nicht beachtet werden. Ein weiterer Aspekt: Weiß der Arzt über die Therapieabweichungen nicht Bescheid, kann er die weitere Behandlung nicht optimal planen und fortführen.

Die Erkrankung und sich selbst besser verstehen

„Wer versteht, was beim atopischen Ekzem in der Haut passiert und wieso die konsequente Behandlung so wichtig ist, hält sich auch viel leichter an seinen Behandlungsplan,“ ist Dr. Hügel überzeugt. Daher nimmt sich der Dermatologe immer besonders viel Zeit, um seinen PatientInnen die Mechanismen der Erkrankung in der Haut und die Wirkung der entsprechenden Medikamente zu erklären.

„Die Ursachen des atopischen Ekzems sind vielfältig. Am Beginn steht eine genetisch bedingte Störung der Barrierefunktion der Haut. Zu der defekten Hautbarriere kommen entzündliche und immunologische Faktoren dazu, die zum Auftreten der Rötungen, Schwellungen und trockenen, schuppenden Haut führen, und die heftige Juckreizattacken auslösen. Durch die Erkrankung verliert die Haut ihre natürliche Schutzfunktion, dadurch können auch Bakterien wie Staphylokokken leichter in die Haut eindringen und dort weitere Entzündungen auslösen,“ sagt der Experte. Beinahe jeder Mensch hat eine körperliche „Schwachstelle“, bei Neurodermitikern ist das eben die besonders empfindliche Haut: „Ich vergleiche sie mit einer Ziegelmauer, bei der der Mörtel zwischen den Ziegeln brüchig und durchlässig geworden ist.“ Kratzt du dich an den juckenden Hautstellen, wird die Haut neuerlich geschädigt, wodurch sich der Krankheitsprozess aufschaukelt.

Lass dir gezielt helfen!

Schulmedizin Dermatologe Hautarzt Urtikaria Psoriasis Schuppenflechte Spezialist

Auch in schwereren Fällen von Neurodermitis (atopischer Dermatitis) gibt es mittlerweile wirksame und gut verträgliche Medikamente. Nütze die Chance, bei Neurodermitis Beschwerdefreiheit oder zumindest eine spürbare Verbesserung zu erlangen. Dein Dermatologe kennt die neuesten Wirkstoffe – sprich ihn beim nächsten Arztbesuch darauf an und lass dich beraten!

Therapie mit wichtigen Bausteinen

Die Veranlagung für die atopische Dermatitis behältst du ein Leben lang. Das bedeutet, dass der Therapieerfolg sehr wesentlich von deiner Bereitschaft abhängt, die notwendigen Behandlungsschritte konsequent durchzuführen.

Im Wesentlichen gibt es bei der Therapie zwei Hauptziele: Einerseits die akuten Symptome zum Verschwinden zu bringen oder zumindest zu lindern und die symptomfreien Phasen zu verlängern. Dr. Hügel: „Je nach Schweregrad und Ausprägung setzt sich die Therapie aus mehreren Bausteinen zusammen, die genau auf den Patienten abgestimmt werden.“

Die wichtigsten Säulen dafür sind:

  • Vermeidung von Trigger-Faktoren: Betroffene sollten ihnen bekannte Auslöser (Allergene, Stress, etc.) für Krankheitsschübe nach Möglichkeit vermeiden. •
  • Basispflege: Sie dient dazu, die trockene Haut feucht und geschmeidig zu halten und so die Schutzfunktion zu verbessern.
  • Anti-entzündliche Maßnahmen: Ziel ist die rasche Abheilung eines akuten Schubs mit entzündeten Hautstellen. Dafür kommt meist Cortison in Form von Salben zum Einsatz.
  • Linderung des Juckreizes
  • Vorbeugung und Behandlung von Infektionen: Die Besiedelung mit Bakterien ist eine ständige Reizquelle für das Immunsystem und die Haut. Infektionen können zudem unbehandelt zu ernsthaften Komplikationen führen.

Informationsabend zu Biologika

Ein Leben mit Neurodermitis? Wir laden dich herzlich zu einem spannenden Informationsabend am 18. Oktober 2018 in Wien ein. Neurodermitis im Erwachsenenalter ist eine schmerzhafte Erkrankung der Haut, die Betroffene in vielerlei Hinsicht sehr belasten kann. Es erwartet dich ein Vortrag von OA Univ. Doz. Dr. Paul Sator über die Erkrankung sowie die neuen Behandlungsmöglichkeiten von Neurodermitis mit anschließender Diskussionsrunde. Sei dabei und hole dir wertvolle Informationen zu den neuen Behandlungsmethoden! Melde dich jetzt kostenlos an!

Weitere Infos und Anmeldung

Individuelle Behandlungsplanung

Die Therapie von Entzündungen dient dazu, akute Schübe zu mildern und dem Entstehen neuer Schübe vorzubeugen: „Die Entzündung der Haut langfristig zu regulieren, ist das wichtigste Ziel der Behandlung des atopischen Ekzems“, betont der Hautarzt. Um entzündliche Hautstellen zu behandeln, verschreibt Dr. Hügel im Regelfall Cremes mit Cortison (Glukokortikosteroide). Gelangt der Wirkstoff in die betroffenen Hautzellen, reduziert er dort die Produktion von bestimmten Botenstoffen und dämmt dadurch die bestehende Entzündung ein. Es ist wichtig, die Behandlung immer mit dem behandelnden Arzt abzuklären, da das Cortison schrittweise abgesetzt werden muss. Zum Beispiel wird die Salbe dann nur noch einmal am Tag, dann jeden zweiten Tag und schließlich nur noch einmal in der Woche verwendet, bis sie ganz abgesetzt werden kann. „Insbesondere an den jeweiligen Problemzonen, an denen das Ekzem häufig wieder auftritt, wird je nach Schwere zwei- bis dreimal wöchentlich weiter geschmiert, auch wenn die Entzündung bereits abgeklungen ist“, erklärt der Experte. „Sobald der Zustand stabil ist, können die Behandlungspausen auf mehrere Tage ausgedehnt werden.“ Durch dieses Therapieschema können weitere Schübe sehr oft lange hinausgezögert werden: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich die Dauer bis zum nächsten Aufflammen der Entzündung bis um das Zehnfache verlängern lässt. Dadurch reduziert sich der Juckreiz und die Lebensqualität erhöht sich spürbar.“

Dein Hautarzt kann am besten beurteilen, welche Therapie für dich persönlich am besten geeignet ist und wie lange sie durchgeführt werden muss. Dr. Hügel: „Es ist extrem wichtig, sich an die ärztlichen Vorgaben zu halten und die regelmäßigen Arztbesuche zur Kontrolle wahrzunehmen, um die Therapie bei Bedarf anpassen zu können.“

Neues Medikament für hartnäckige Fälle

Reicht die Behandlung mit Cortison nicht aus, kann dir dein Arzt stärker wirksame Substanzen verschreiben: Auch in diesen schwereren Fällen wird sehr individuell vorgegangen. Ein vielversprechendes Medikament ist ein neues Biologikum, das seit 2017 zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis bei erwachsenen Patienten zugelassen ist. Das Medikament greift ganz gezielt in das Immunsystem ein und blockiert die Signalwege der Entzündung. Dabei wirkt es nicht auf das gesamte Immunsystem, sondern gezielt auf die Übertragungswege jener Botenstoffe, die an der Atopischen Dermatitis beteiligt sind. In Studien hat dieses Biologikum bei vielen Patienten Folgendes bewirkt: weniger Juckreiz und kleinere bzw. weniger ausgeprägte Ekzeme. Weiters haben sich Schmerzen, Angstzustände und Depressionen verbessert. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Reaktionen an den Injektionsstellen (Rötung, Schwellung, Jucken), Augen- und Augenlidentzündungen, Herpes labialis (Fieberbläschen auf den Lippen und der Haut) und Kopfschmerzen.

Studien belegen die Wirkung

Welche Vorteile hat Dupilumab? Das Biologikum kann bei Atopischer Dermatitis den Zustand der Haut verbessern. In Studien hat Dupilumab bei vielen Patienten u.a. Folgendes bewirkt:

  • Reduzierter Juckreiz
  • Weniger Schlafstörungen
  • Weniger Krankheitsbeschwerden wie Ekzeme, trockene oder schuppige Haut
  • Erhöhte gesundheitsbezogene Lebensqualität (weniger Schmerzen, Angstzustände und Depressionen)

Auch wenn es dir mit diesem Medikament spürbar bessergeht, ist es wichtig, dass du deine Therapie weiterführst. Die häufigsten Nebenwirkungen der Therapie mit Dupilumab: Die Behandlung kann verschiedene Nebenwirkungen haben. Dazu gehören unter anderem: Reaktionen (Rötung, Schwellung, Jucken) an den Injektionsstellen, Augen- und Augenlidentzündungen (ca. 30% der Anwender), Herpes labialis (Fieberbläschen auf den Lippen und der Haut) sowie Kopfschmerzen. Diese Nebenwirkungen sind normalerweise mild bis mittelschwer.

Dr. Hügel Dermatologe Wien Neurodermitis Psoriasis Spezialist
Dr. Rainer Hügel

Vielen Dank für das interessante Interview!
Priv.-Doz. Dr. Rainer Hügel, Dermatologe und Spezialist für entzündliche Hauterkrankungen im Entzündungszentrum Wien
Wattmanngasse 13, 1130 Wien

Tel: +43 699 19250423
email: 
huegel(at)ezw-haut.at


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