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Diagnose Neurodermitis - Hol dir psychische Unterstützung


Atopische Dermatitis (Atopisches Ekzem)

Diagonse Neurodermitis? Hol dir professionelle Unterstützung! So kann dir im Alltag geholfen werden!

Wir können nicht aus unserer Haut. Und in unserem Fall ist sie leider nicht immer perfekt. Aber Perfektion kommt in der wahren Natur seltener vor, als sich das die Betroffenen von Neurodermitis vielleicht vorstellen. Die Bilder, die uns in Magazinen präsentiert werden, sind intensiv bearbeitet worden. Auch unsere Leinwandhelden müssen dank der modernen Aufnahmetechniken zentimeterdicke Schminke auftragen. Wenn wir das doch alle wissen: warum ist es uns dann so immens wichtig, mit einer makellosen Haut durchs Leben zu gehen? 

Vielleicht, weil es heißt, dass die Haut der Spiegel der Seele ist und wir nicht als „beschädigt“ gelten wollen. Ja, es stimmt, bei seelischen Problemen verschlechtert sich der Hautzustand oftmals und durch Neurodermitis werden die seelischen Probleme eher verstärkt. Was war dann im Zweifel zuerst da? Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, hilft in vielen Fällen eine psychologische Unterstützung. Wusstest du, dass die Krankenkassen in Österreich bei der Diagnose Neurodermitis regelmäßige Sitzungen bei einem Psychologen zahlen?

Experten-Interview: Psychische Belastung

Dr. Eva Lehner-Baumgartner Psychologin AKH Wien
Dr. Eva Lehner-Baumgartner

Sehr interessant dazu auch unser Interview mit Dr. Eva Lehner-Baumgartner aus Wien, mit der wir über das psychotherapeutische Angebot in Österreich geplaudert haben. Sie ist überzeugt, dass bei vielen Neurodermitis-Patienten eine begleitende Therapie die Hauterkrankung positiv beeinflussen könnte. Eine psychische Begleittherapie muss aber aktiv eingefordert werden. Leider haben gerade Hautpatienten die Angewohnheit, sich „unsichtbar“ zu machen und nicht laut aufschreien zu wollen.

Hier geht’s zum Beitrag

Annehmen, nicht bekämpfen

Mit professioneller Unterstützung kannst du lernen, mit deiner Hauterkrankung besser im Alltag umzugehen. Eine Veränderung der Lebenseinstellung braucht ein bisschen Zeit, in einer psychischen Therapie bekommst du Hilfestellung und Lösungen bei Fragen wie z.B.:

  • Wie gehe ich mit Verletzungen und Zurückweisung um?
  • Wie begegne ich mir selbst und wie begegne ich anderen Menschen?
  • Wie beeinflusst die Hauterkrankung meinen Selbstwert?
  • Wie kann ich eine Restrukturierung meines Lebens schaffen?
Dr. Sabine Schneider Psychologin Haut Neurodermitis Psoriasis Salzburg
Dr. Sabine Schneider

Dem Druck widerstehen In den Medien wird uns täglich vorgeführt, wie man auszusehen hat, wenn man erfolgreich und anerkannt sein will. Wenn Erfolg oder Akzeptanz aber fast ausschließlich vom äußeren Erscheinungsbild abzuhängen scheint, dann empfinden das gerade Neurodermitiker als große Belastung und Stress. Vor allem, weil andere definieren, was schön und was nicht schön ist. Dabei macht es überhaupt keinen Sinn, sich das Leben wegen anderer schwer zu machen. So auch Dr. Sabine Schneider, Wirtschafspsychologin und psychologische Beraterin aus Salzburg: „Was die von dir erwarten, wie du auszusehen und zu funktionieren hast, ist einzig und alleine deren Wahrnehmung und Wunschgedanke und somit auch deren Problem. Wünschen können sie es sich ja. Dir wünsche ich aber, ganz zu dir zu stehen und dich nicht von außen beeinflussen zu lassen.“

Stress verstärkt die Krankheit

Es gibt viel äußeren Einfluss, der den nächsten Schub beschleunigen kann. Sei es der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft. Oder die Erwartungshaltung, wie mit als normal angesehenen stressigen Alltagssituationen umzugehen ist. Durch die wachsende Geschwindigkeit in unserer Gesellschaft hetzen wir von einem Termin zum nächsten. Wenn deine Haut dir also das nächste Mal wieder Signale sendet, dann schau doch mal, was sich gerade so in deinem Leben tut und versuch, etwas Geschwindigkeit herauszunehmen.

Neues Medikament verspricht Linderung der Beschwerden

Biologika Dupilumab Neurodermitis Atopische Dermatitis

Du hast Neurodermitis, hast schon so vieles probiert und nichts funktioniert? Es gibt ein neues Medikament, welches bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis für erwachsene Patienten in Österreich zugelassen ist. Dieses Medikament, ein Biologikum, greift ganz gezielt in das Immunsystem ein und blockiert die Signalwege der Entzündung. Dabei wirkt es nicht auf das gesamte Immunsystem, sondern ausschließlich auf die Übertragungswege jener Botenstoffe, die an der Atopischen Dermatitis beteiligt sind. Die bisherigen Studien mit diesem Biologikum bestätigen bei vielen Patienten weniger Juckreiz und kleinere bzw. weniger ausgeprägte Ekzeme. Weiters haben sich Schmerzen sowie Angstzustände und Depressionen verbessert. Mache dir einen Termin beim Dermatologen und finde heraus, ob du für dieses Medikament geeignet bist.

Seelischen Druck wahrnehmen

Lerne, den seelischen Druck wahrzunehmen und ihn entweder zu vermeiden oder zumindest bewusst mit ihm umzugehen. Vielleicht hilft es dir, ein Tagebuch zu führen, indem du die Schübe und das seelische Befinden, die Emotionen und auch die Stressfaktoren des Alltags notierst. Das kann dir helfen, die Auslöser der Erkrankung zu finden, die negativen Einflüsse zu erkennen und diese dann auch zu vermeiden.

Mag. Karin Hafner hautinfo.at Neurodermitis Hilfe
Karin Hafner

Mag. Karin Hafner, Gründerin der hautinfo.at und selbst von Neurodermitis betroffen, hat für sich einen guten Weg gefunden: „Ich habe vieles ausprobiert, mir persönlich war zum Beispiel Qi Gong zu langweilig, dafür finde ich meine innere Balance durch zweimal wöchentliche Yoga-Einheiten. In den letzten Jahren zeigte sich bei mir deutlich, dass durch das regelmäßige Ausüben einer Entspannungstechnik der Zustand meiner Haut wesentlich verbessert werden kann. Jeder Neurodermitiker sollte für sich herausfinden, was ihn im Alltag zwischendurch entspannt und wo er sich Kraft holen kann.“

So entspannst du ganz natürlich

Es gibt unterschiedliche Methoden, um zu entspannen. Ein gutes Mittel, um sich eine kleine Auszeit zu nehmen ist Autogenes Training. Die Entspannungsmethode, die in den 30iger Jahren in Berlin entwickelt wurde, kommt ursprüngliche aus der Hypnose. Durch formelhafte Redewendungen, der sogenannten Autosuggestion, hilfst du dem Unterbewusstsein, an etwas zu glauben. Voraussetzung dafür ist eine ruhige Körperhaltung, meistens werden die Übungen im Liegen gemacht. Die aus kurzen formelhaften Vorstellungen bestehenden Übungen sagst du dir mehrmals konzentriert im Geiste vor. Die "einfache" Version des Autogenen Trainings besteht aus sieben Übungen, die in der Regel nacheinander durchgeführt werden. Die Übungen sind für alle Lebenslagen nützlich, so kann man sich z.B. jederzeit die kalten Füße mit purer Gedankenkraft aufwärmen. Es gibt sehr viele Kurse und Seminare dazu, probiere es ruhig mal aus. Psychische Belastungen führen letztendlich auch zu einer erhöhten Anspannung der Muskulatur. Dauert dieser Zustand der Verspannung länger an, leidet darunter nicht nur der Körper, sondern auch die Seele.

Mit Hilfe der Progressiven Muskelrelaxation werden einzelne Muskelgruppen abwechselnd angespannt und dann wieder entspannt – und zwar Schritt für Schritt über die gesamte Skelettmuskulatur. Diese Wechselwirkung führt zu einer generellen Muskelentspannung, die sich wohltuend auf Körper und Geist auswirkt. Auch für diese Übungen braucht es ein bisschen Übung, aber schnell wirst du merken, wie einfach dein Körper vom Arbeits- in den Ruhemodus schalten kann. Im Zustand der Entspannung ist der Körper nicht auf Leistung, sondern auf Regeneration eingestellt. Ideal für deine Haut.

Regelmäßig ausgeführte Entspannungsübungen führen langfristig zu mehr innerer Gelassenheit, Sicherheit und Zuversicht. Das wirkt sich positiv auf die Psyche und damit auf die Haut aus. Probier doch auch mal Shiatsu, die Craniosacral-Therapie oder eine Hypnose aus.

Hör auf dich!

Schaue in Zukunft etwas genauer hin in all deine Lebensbereiche. Du wirst nach einer gewissen Zeit selbst herausfinden, was dir gut tut und auf welche Dinge du allergisch reagierst. Das geht von bestimmten Nahrungsmitteln über unangenehme Materialien und Stoffe bis hin zu bestimmten Mitmenschen. Und wenn du bestimmte Lebensumstände nicht ändern kannst? Dann kannst du dich mit der für dich passenden Entspannungstechnik immerhin besser damit arrangieren.

Lass dir gezielt helfen!

Schulmedizin Dermatologe Hautarzt Urtikaria Psoriasis Schuppenflechte Spezialist

Auch in schwereren Fällen von Neurodermitis (atopischer Dermatitis) gibt es mittlerweile wirksame und gut verträgliche Medikamente. Nütze die Chance, bei Neurodermitis Beschwerdefreiheit oder zumindest eine spürbare Verbesserung zu erlangen. Dein Dermatologe kennt die neuesten Wirkstoffe – sprich ihn beim nächsten Arztbesuch darauf an und lass dich beraten!

Zum Schluss noch ein guter Tipp - nicht nur für Kinder:


Gehe bewusst und achtsam mit deinem Körper um. Finde heraus, was ihm guttut. Du hast als Neurodermitiker eine „dünne Haut“. Aber trotzdem ist Hautkontakt immens wichtig. Gerade, wenn dein Kind unter Neurodermitis leidet. Berühr und streichle dein Kind so oft wie möglich. Nimm ihm damit auch die Angst, dass sich andere vor ihm ekeln könnten. Berührung nährt Haut und Seele und beruhigt gerade Kinder sehr. Und hilft so vielleicht, gar nicht erst einen seelischen Druck aufzubauen.

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