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Pimecrolimus - Proaktive Therapie für eine längere schubfreie Zeit

Der verschreibungspflichtige Wirkstoff Pimecrolimus hat sich speziell in der Behandlung der leichten bis mittelschweren Neurodermitis bewährt, lindert Entzündungen der Haut und reduziert nachweislich gut und schnell Juckreiz. Pimecrolimus eignet sich besonders für empfindliche Hautstellen wie Gesicht, Hals sowie Kinderhaut und gilt daher als gute Alternative zu Kortison. Im Interview dazu die Wiener Dermatologin OÄ Dr. med Christine Bangert.

Bei Neurodermitikern führen mehrere Fehlfunktionen der Haut zu einer überschießenden und starken Abwehrreaktion des Immunsystems. Starker Juckreiz, Ekzeme, oder Hautrötungen können die Folge sein.

Als Standardtherapie bei einem akuten Schub kommen topische Steroide, also Kortison in Form von Cremes und Tabletten, zum Einsatz. Ist der Schub abgeklungen, versucht man die schubfreie Zeit dazwischen zu verlängern - ohne Kortison. Zum Einsatz können dabei sogenannte topische Calcineurin-Inhibitoren kommen, wie z.B. Pimecrolimus, das als verschreibungspflichtige Creme erhältlich ist.

Wir haben mit OÄ Dr. med. Christine Bangert, Klinische Abteilung für Immundermatologie und infektiöse Hautkrankheiten, Medizinisch Universität Wien über Wirkung und richtige Anwendung gesprochen.

Wie wirkt Pimecrolimus?

Bei Neurodermitis richtet sich die Abwehrreaktion gegen harmlose Fremdstoffe (Allergene) und Bakterien, die vom Körper als gefährlich eingestuft werden. Es kommt zu einer überschießenden Immunabwehrreaktion, bei der T-Zellen (auch T-Lymphozyten genannt), eine Gruppe von weißen Blutkörperchen, aktiviert und vermehrt gebildet werden. Eine wesentliche Rolle in der Überreaktion der T-Zellen spielt das Enzym Calcineurin. Um den Prozess der übermäßigen T-Zellproduktion zu unterdrücken blockiert man Calcineurin mit den sogenannten Calcineurin-Inhibitoren, zu denen der Wirkstoff Pimecrolimus zählt.

Vorteil: Keine dünne Haut mehr

„Die gefürchtete Nebenwirkung der dünnen Haut, also Hautatrophie, bleibt beim Einsatz von Pimecrolimus aus“ sagt Dr. Bangert. Warum? Im Vergleich zu Kortison vermindert Pimecrolimus bestimmte Immunzellen in der Haut nicht. Zudem bleibt die körpereigene Fettproduktion der Haut unverändert, während es mit Kortison eher zu einer Abnahme der Fett-bindenden Eiweißmoleküle kommt. „Daher ist diese Creme besonders geeignet für Gesicht, Hals, Achseln und Genitalbereich, also überall dort, wo die Haut von sich aus schon dünner ist“.

Proaktive Therapie: Mit Pimecrolimus die schubfreie Zeit verlängern

Ist der akute Schub sehr schwer, empfiehlt Dr. Bangert zuerst Kortison für einige Tage anzuwenden und dann bis zum kompletten Abklingen die Pimecrolimus-Creme zwei Mal täglich aufzutragen. „Studien haben gezeigt, dass in der schubfreien Zeit eine sogenannte Erhaltungstherapie (auch Proaktive Therapie genannt) mit dem Wirkstoff Pimecrolimus die Zeit bis zum nächsten Schub deutlich verlängern kann“. So wird nach dem Abklingen des akuten Schubes die Pimecrolimus-Creme für drei Wochen einmal täglich auftragen. Für ein optimales Ergebnis kann die Creme noch für weitere acht Wochen drei Mal pro Woche einmal täglich aufgetragen werden. „Bei einem milden Neurodermitisschub kann unter Umständen gänzlich auf Kortison verzichtet werden und sofort Calcineurininhibitoren wie Pimecrolimus angewendet werden“, so Dr. Bangert.

Kleinkind Mädchen cremt sich das Gesicht ein Neurodermitis Behandlung
Pimecrolimus: Für Kinder geeignet?

Ist Pimecrolimus für Kinder geeignet?

Die Creme mit dem Wirkstoff Pimecrolimus ist zur topischen Anwendung ab einem Alter von zwei Jahren in Österreich zugelassen. "Kleinkinder haben häufig eine nicht ganz so trockene und fettarme Haut. Pimecrolimus ist daher eine gute Therapiealternative, da diese Creme schnell in die Haut einzieht und dadurch in der Anwendung sehr angenehm ist".

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Es gibt mittlerweile für alle Stadien von Neurodermitis gut wirksame Möglichkeiten in der Behandlung. Der verschreibungspflichtige Wirkstoff Pimecrolimus hat sich speziell in der Therapie der leichten bis mittelschweren Neurodermitis bewährt, Hautentzündungen werden gelindert und Juckreiz nachweislich reduziert.
Diese Creme ist verschreibungspflichtig. Informiere dich bei deinem Dermatolgen, ob dieses Medikament für deine Beschwerden geeignet ist.

Tipps für die richtige Anwendung

  • Während der Anwendung sollte zusätzlich ein guter Sonnenschutz aufgetragen werden um die Haut durch UV Strahlen nicht noch mehr zu reizen.
  • Während einer Herpesinfektion, also z.B. Fieberblasen, sollte diese Creme nicht aufgetragen werden. Es könnte sonst durch die gewünschte Wirkung die Entzündungszellen und Abwehrzellen aus der Haut zu vertreiben zu einer höheren Ausbreitung des Virus kommen. Dies gilt übrigens auch bei Verwendung von Kortison.
  • In den ersten Tagen kann es nach dem Auftragen zu einem leichten Brennen der Haut kommen. Das sollte innerhalb einer Woche jedoch verschwinden. Das Hautbrennen kann eventuell durch Lagerung der Creme im Kühlschrank vermindert werden.
  • Das Eincremen der betroffenen Stellen mit der medizinischen Creme ersetzt nicht die normale Basispflege der Haut, wobei zuerst die Basispflege geschmiert wird und die medizinische Creme erst DANACH ca. 30 Minuten zum Einsatz kommen sollte. Dadurch können auch brennende Missempfindungen auf der Haut vermindert werden.
  • Eine Langzeitbehandlung ohne Unterbrechung ist nicht vorgesehen.
  • Während der Anwendung sollte regelmäßig der Hautarzt aufgesucht werden.
  • Achtung Schwangere: In der Schwangerschaft sollte die Verwendung von Pimecrolimus unterbleiben, da es hierzu bislang keine gesicherten Anwendungsdaten gibt.

Weitere Infos zu diesem verschreibungspflichtigen Medikament erhältst du bei deinem Hautarzt.

Die hautinfo.at Expertin OÄ Dr. med. Christine Bangert

Dr. Christine Bangert Dermatologin Hautärztin

Frau Dr. Bangert, vielen Dank für das aufschlussreiche Interview! Die Wiener Hautärztin ist unter anderem spezialisiert auf Neurodermitis im Kindes- und Erwachsenenalter.

E-Mail: empfang(at)juvenismed.at
Telefon: +43 1 236 30 20

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