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Neurodermitis verursacht Stress für die ganze Familie

Auch für die Angehörigen von Neurodermitis-Betroffenen ist die Welt nicht in Ordnung und stellt manchmal eine große Herausforderung dar. Nicht zu wissen, wie man helfen beziehungsweise unterstützen kann, schafft keine gute Voraussetzung für ein harmonisches Familienleben. Mit welchen Schwierigkeiten Partner von Neurodermitis-Betroffenen kämpfen müssen, welche Fehler ihr vermeiden könnt und wie ihr besser mit der Situation fertig werden könnt!

Wenn man täglich das Leid seines Partners oder Freundes sieht, fühlt man sich der Situation oft völlig hilflos und ratlos ausgeliefert. Es kann manchmal sehr frustrierend sein und ein Gefühl der Ohnmacht auslösen, wenn man sehen muss, wie der geliebte Mensch an Schmerzen bis hin zu Depressionen leidet.

Wir wollen auch Angehörige dabei unterstützen, die Krankheit besser zu verstehen und damit die Situation für alle Beteiligten zu erleichtern.
 Egal in welcher Weise du mit der erkrankten Person verbunden bist, es gilt für dich zu verstehen, was die Symptome sind/bedeuten und wie es der Person mit der Erkrankung tatsächlich geht.

Wie man „richtig“ damit umgeht, ist dann natürlich individuell sehr unterschiedlich. Aber generell hilft es zu wissen, wo die Krankheit herkommt und dass niemand Schuld daran hat. Oft ist es auch hilfreich, Erfahrungen mit alltäglichen Konflikten, Therapien oder schwierigen Situationen mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Gestresste Haut Stresshaut Einfluss Stress auf die Haut

Was ist Neurodermitis

  • Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung
  • ist nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar
  • tritt in unregelmässigen Abständen (akute und schubfreie Phasen wechseln sich ab) auf
  • ist nicht ansteckend
  • ist keine Folge mangelhafter Hygiene.

Bei Neurodermitis findet eine überschießende Abwehrreaktion des Körpers gegen prinzipiell harmlose Stoffe wie Nahrungsmittel, Hausstaub, Pollen, Tierhaare, etc. statt. Die entzündlichen Hautreaktionen werden als überschießende Abwehrreaktion von den sogenannten Botenstoffen, den Zytokinen, gesteuert. Diese führen über verschiedene weitere Aktivierungen zu Histaminausschüttung und damit verstärkt zu Juckreiz und Entzündungen der Haut.

Das Immunsystem kann aus genetischen Gründen (erbliche Veranlagung) zu dieser Überreaktion neigen. Aber auch schädliche Umwelteinflüsse sowie psychische Faktoren können das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen.

Während eines akuten Schubes kommt es zu permanentem Schlafmangel, da man aufgrund des oftmals starken Juckreizes nicht schlafen kann. Wenn sich die Beschwerden über mehrere Wochen hinziehen, führt dies unweigerlich zu einem Dauerstress.

Menschen mit Neurodermitis sind in ihrem Alltag oft sehr eingeschränkt, was bis zu Jobverlust und sozialer Isolierung führen kann. Zudem wird die Krankheit wegen ihrer Symptome tabuisiert, sodass viele Menschen, die damit leben, ihr Leiden verheimlichen. Damit erweist sich besonders die Kommunikation als schwierig, da manche Betroffene aus Scham nur schwer darüber sprechen können.

Die hohe psychische Belastung: Die sagt die Expertin

Mag. Karoline Klaushofer-Urlesberger

Wer an einer chronischen Hauterkrankung leidet, hat manchmal das Gefühl, sich für die Erkrankung schämen zu müssen und versucht, diese soweit wie möglich zu verstecken. Unästhetische Schuppen und Hautveränderungen bedingen ein Unwohlsein und eine Angespanntheit beim Kontakt mit anderen Menschen.

Die Wiener Psychologin Mag. Karoline Urlesberger-Klaushofer appelliert: „Gerade vor dem eigenen Partner sollte man sich nicht verstecken! Sprecht offen über die Erkrankung und die damit verbundenen negativen Gefühle! Dies hilft einem selbst und dem Partner, besser mit der Erkrankung zu leben.“

Während einer akuten Schubphase, wenn sich die Beschwerden über mehrere Wochen hinziehen, wird ein Patienten verständlicherweise immer angespannter und gereizter. Das Familienleben dreht sich in solch einer Zeit meist nur noch um das Befinden des Patienten und Gefühle wie Besorgnis, Ratlosigkeit und Wut wechseln sich gegenseitig ab. „Gerade in dieser Situation ist der offene Umgang mit der Erkrankung besonders wichtig und kann dem Patienten helfen, besser mit seiner Hauterkrankung fertig werden", so die Psychologin. 

Mag. Karoline Urlesberger-Klaushofer, Psychologin

Redet offen über die Erkrankung!

Schenke deinem Partner ein offenes Ohr, um auch besser zu verstehen, wie du helfen kannst. Es ist Fakt, dass die Haut eines Neurodermitis-Betroffenen nicht ganz normal funktioniert, aber bei Einhaltung bestimmter Regeln kann man gut damit leben.

Der wirklich entscheidende Punkt ist, dass die Krankheit nicht zum Mittelpunkt des Familienlebens wird. Unterstütze deinen Partner dabei, zu erkennen, dass er viel mehr ist als seine Haut. Die Haut ist ein Teil, macht aber nie die ganze Persönlichkeit eines Menschen aus. Es darf sich nicht den ganzen Tag alles nur mehr um die Hauterkrankung drehen, das ist kontraproduktiv.

Neue Entwicklungen in der Medizin: Lass dir gezielt helfen!

Schulmedizin Dermatologe Hautarzt Urtikaria Psoriasis Schuppenflechte Spezialist

Für schwere Fälle von Neurodermitis (atopischer Dermatitis) gibt es mittlerweile wirksame und gut verträgliche Medikamente. Im Kampf gegen schwere Verlaufsformen werden immer neuere punktgenauere Therapien entwickelt. Die jüngste Entwicklung sind monoklonale Antikörper Präparate, die ganz genau auf den Mechanismus der Neurodermitis Einfluss nehmen.

Der vollständig humane monoklonale Antikörper Dupilumab wird alle zwei Wochen mit einem Fertigpen (Erwachsene und Kinder ab dem 12. Lebensjahr) oder einer Fertigspritze (Kinder zwischen 6. und 11. Lebensjahr) unter die Haut gespritzt. Dabei wird nur ein kleiner Teil des Immunsystems unterdrückt, nämlich exakt der, der im Zusammenhang mit der Neurodermitis sozusagen überreagiert. Die selektive Wirkung ermöglicht eine gute Verträglichkeit und Sicherheit. Dupilumab ist für Kinder ab dem 6. Lebensjahr zugelassen.

Nütze die Chance für ein symptomfreies Leben oder zumindest für eine spürbare Verbesserung deiner Beschwerden. Dein Dermatologe kennt die neuesten Wirkstoffe – sprich ihn beim nächsten Arztbesuch darauf an.

Neurodermitis nicht als Vorwand gelten lassen, aber Verständnis zeigen!

Es ist klar, dass du als Partner Verständnis für gewisse Umstände, welche die Krankheit verursachen, zeigst. Aber ein Zuviel an Entgegenkommen kann destruktiv sein, denn bestimmte „Sonderrollen“ werden vom Führen eines normalen Lebens abhalten.

Die Krankheit darf nicht als Vorwand für besondere Vorteile in der Familie genommen werden! Jeder Mensch braucht Zuwendung und es ist ganz selbstverständlich, dass man als Partner dazu geneigt ist, dem kranken Partner besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Aber es darf nicht über ein gesundes Maß hinausgehen. Ein Hautproblem darf keine Entschuldigung auf Dauer für Fehlverhalten, Faulheit, Gemeinheiten und Egoismus sein.

Versuche lieber, deinen Partner zum Reden zu bringen. Wenn man gemeinsam über die Probleme durch die Krankheit spricht, werden die Hautsymptome an sich dadurch zwar nicht gelöst, aber die gesamte Familiensituation kann sich zum Positiven entwickeln.

Zeige Mitgefühl, lasse deinen Partner aber zeitgleich wissen, dass dies für dich auch Kraft kostet. Du hilfst am meisten, wenn du die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und Selbstvertrauen aufbaust.

Ein Tipp noch zum Schluss: Es bringt wenig, wenn man einem von einer Hauterkrankung Betroffenen sagt, dass es gar nicht so schlimm sei und er solle sich doch „zusammenreißen“. Solche Aussagen schmerzen einen Hauterkrankten besonders. Für jemanden, der nicht mit der chronischen Hauterkrankung leben muss, sind quälender Juckreiz und Co. schwer nachvollziehbar. Versuche einfach mitfühlend (nicht mitleiden!!) mit deinem Partner umzugehen.

Hautinfo.at Gründerin Karin Hafner

Karin Hafner hautinfo.at

Auch wenn es mir gerade zu Beginn undendlich schwer fiel, aber mit meinen Lieben offen über die Erkrankung zu sprechen war das Beste, was ich für für mich und meine Familie tun konnte. Ich habe ihnen gesagt, was die Neurodermitis bei mir auslöst, wie ich mich dadurch fühle und auch, was ich wann von ihnen brauche, um mir zu helfen.

Während eines Schubes fühlte ich mich oft den ganzen Tag erschöpft, ich war unglücklich und kämpfte mit Minderwertigkeitesgefühlen. Ich habe mich völlig isoliert, auch von meinem Partner habe ich mich abgewandt. Er dagegen wusste nicht, was er tun sollte beziehungsweise wie er damit umgehen sollte und hat im Stillen mit mir mitgelitten.

Nachdem wir endlich miteinander darüber geredet haben, ich ihm erklärte, was in mir vorgeht, wurde langsam alles besser. Ich habe gelernt, mich klarer auszudrücken, wann ich Hilfe benötige und wann es besser ist, sich zurückzuziehen. 
Meine Offenheit hat dazu geführt, dass die Krankheit mein tägliches Leben nicht mehr in so großem Umfang beherrschte und dass ich meine Aufmerksamkeit mehr auf die positiven Dinge des Lebens richten konnte.
Mag. Karin Hafner, Gründerin hautinfo.at

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