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Neurodermitis im Jugendalter

Gefühlschaos, Wachstumsschübe und der oft schwierige Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter – Teenager haben große Herausforderungen zu meistern. Eine Erkrankung wie Neurodermitis wird in dieser sensiblen Phase zur Belastungsprobe für die ganze Familie.

Als wäre es nicht schon schwierig genug, die Pubertät zu durchlaufen, macht eine chronische Erkrankung, die noch dazu auf der Haut sichtbar ist, das Leben noch schwieriger. Die Jugendlichen werden teilweise ausgelacht, ausgeschlossen und fühlen sich – besonders in Situationen wie beim Sport, wo ihre Erkrankung deutlich zu sehen ist – als Außenseiter. In einem Lebensalter, wo man sich sehr stark über das Aussehen definiert, erzeugt das Stress. Und da Stress einer der Auslöser von Neurodermitis-Schüben sein kann, ist das keine gute Kombination. Hier sind familiäres Umfeld und Freunde stark gefordert, um Rückhalt und Geborgenheit zu geben. Umso mehr, als die Jugendlichen bereits während der Kinderzeit genug mitgemacht haben. Einschränkungen beim Essen, zeitlich aufwändige Körperpflege, von Juckreiz geplagte Nächte und das Bewusstsein „anders zu sein“ macht vielen von ihnen schwer zu schaffen.

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Psychischer Stress kann Neurodermitis Symptome verstärken.

Chance Pubertät

Und dennoch birgt die schwierige Zeit auch eine Chance. Nämlich die, dass mit der Hormonumstellung in der Pubertät alles besser wird, heilt doch bei ca. 20 % der betroffenen Jugendlichen die Neurodermitis nach der Pubertät aus. Bei Jugendlichen, die auch noch nach der Pubertät unter Neurodermitis leiden, verschieben sich normalerweise die betroffenen Bereiche häufig auf Stirn, Augenlider, Handrücken und die Beugen der großen Gelenke. Tatsächlich kann die Intensität der Ekzeme in der Zeit der Hormonumstellung außerordentlich stark schwanken, wobei es auch Phasen mit völliger Beschwerdefreiheit geben kann.

Professionelle medizinische Betreuung ist unerlässlich

Besonders wichtig ist ganz speziell auch im Jugendalter der direkte und intensive Kontakt zum Dermatologen des Vertrauens. Mit ihm gemeinsam findet sich eine Möglichkeit, die Erkrankung abgestimmt auf den Grad ihrer Ausprägung optimal zu behandeln. Neben der immens wichtigen, täglichen Pflege mit rückfettenden Substanzen, kommen dabei auch kortisonhaltige Präparate oder solche zum Einsatz, die gegen Bakterien, Viren oder Pilze wirken.

Das sagt der hautinfo.at-Experte

Dr. Norbert Sepp Dermatologe Hautarzt Innsbruck

Jugendliche in der Pubertät, in einer Lebensphase, die ohnehin sehr schwierig für die jungen Menschen ist, leiden besonders unter der Neurodermitis. Hier kommt der optimalen Behandlung durch den Dermatologen ganz besondere Bedeutung zu. Denn durch eine gut abgestimmt Therapie kann eine wesentliche Verbesserung der Symptome erreicht werden. Wichtig dabei ist das aktive Mittun des jungen Patienten: Denn eine Behandlung ist immer nur so gut, wie die Bereitschaft sie auch täglich durchzuführen. Deswegen muss der behandelnde Dermatologe den Jugendlichen und am besten auch den Eltern genau zeigen, wie die Haut zu pflegen ist und welche Substanzen wann und wie aufzutragen sind. Auch Notfallmaßnahmen bei akuten Schüben gehören besprochen und vorbereitet, damit für den Fall des Falles sofort richtig reagiert werden kann.
Prim. Univ.-Prof. Dr. Norbert Sepp ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Innsbruck

Psychologische Unterstützung für die ganze Familie

Auch auf psychischer Ebene lässt sich viel bewirken: In besonders herausfordernden Phasen macht es Sinn, sich psychologische Unterstützung zu holen. Das ist nicht nur für den betroffenen Teenie selbst wichtig, sondern auch für die ganze Familie. Ziel dabei ist es, die Erkrankung vom alles bestimmenden Thema so gut wie möglich zur Normalität werden zu lassen. Grundlage dafür bildet der Wille aller Beteiligten, die Erkrankung anzunehmen, wie sie ist und sich dennoch an allen positiven Aspekten des Lebens zu orientieren.

Neue Therapieoption für Erwachsene

Der medizinische Fortschritt macht auch vor der Erkrankung Neurodermitis nicht halt, neue Medikamente mit neuen Therapieansätzen und neue Wirkstoffe werden laufend entwickelt, getestet und zugelassen. Eine neue Behandlungsoption bietet der Monoklonale Antikörper Dupilumab. Diese Monoklonalen Antikörper, oder auch Biologika bezeichnet, werden erfolgreich dort eingesetzt, wo die herkömmlichen Therapien bei Erkrankungen des Immunsystems nicht den gewünschten Erfolg bringen. Biologika besitzen entzündungshemmende Eigenschaften und unterdrücken bestimmte Anteile des Immunsystems, die bei der Entstehung von Ekzemen und Juckreiz bei Neurodermitis eine bedeutende Rolle spielen. Diese Behandlung zielt darauf ab, ausschließlich die überschießende Reaktion des Immunsystems zu bremsen, beeinflusst dabei aber nicht die Abwehrkräfte negativ. Nach einer einmaligen Anfangsdosis von zwei Spritzen muss alle zwei Wochen eine Injektion erfolgen. Manchmal wird die Behandlung mit kortisonhaltigen Salben kombiniert. Diese Behandlungsform ist für junge Patienten ab 12 Jahren zugelassen.

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