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Facts Neurodermitis bei Kindern

Neurodermitis bei Kindern ist sehr weit verbreitet, denn mittlerweile betrifft diese Hauterkrankung fast jedes 7. Kind! Das eigene Kind leiden zu sehen ist für die Eltern meist sehr quälend und es gibt kein Generalrezept gegen die Neurodermitis. Aber mit der richtigen Hautpflege, einer langfristig angelegten schulmedizinischen Behandlung sowie ein paar grundlegenden Tipps könnt ihr ein halbwegs normales Leben führen.

Neurodermitis ist eine entzündliche und chronisch verlaufende Hauterkrankung, diese ist nicht ansteckend, verläuft in Schüben (es gibt akute und beschwerdefreie Zeiten) und tritt in unterschiedlichen Schweregraden auf. In vielen Fällen bessert sich die Erkrankung bis zum Schulalter, bei einigen dann in der Pubertät und bei manchen Menschen bleibt die Neurodermitis ein ganzen Leben lang bestehen.

Die Ursache ist eine Störung der Haut-Barrierefunktion. Daraus entsteht ein Feuchtigkeitsverlsut, der zu den typischen Symptomen trockene Haut, Juckreiz und Hautentzündungen führt. Durch diese nicht intakte Barrierefunktion der Haut können Bakterien und Viren von außen leichter in den Körper eindringen und wiederum zu Hautirritationen führen. Im Vergleich zu gesunder Haut ist die Talgproduktion verringert und die Schweißregulation gestört.

Du kannst den Umgang mit der Erkrankung selbst positiv steuern. Wir wissen, wie schwierig und deprimierend es sein kann, wenn ein Kind unter schweren Neurodermitis-Schüben leidet. Nachdem die Neurodermitis nicht im klassischen Sinne geheilt werden kann, ist das Ziel der Therapie die Linderung der Beschwerden (weniger Juckreiz führt zu weniger Kratzattacken und dies wiederum zu weniger Hautentzündungen).

Aus der Verzweiflung heraus wird dann jedes Präparat ausprobiert. Es hat sich aber gezeigt, dass gerde bei Neurodermitis folgender Leitsatz gilt: Weniger ist mehr! Durch umfassendes Wissen über die Erkrankun kannst du dich für die optimalen Therapien entscheiden und damit deinem Kind helfen.

 

Neurodermitis erkennen!

Bei Babys kann die Neurodermitis bereits in den ersten 2 bis 3 Monaten auftreten, wobei die Symptome meist im Gesicht, der Kopfhaut, hinter den Ohren und in den Arm- und Beinbeugen als erstes auftreten. Die Haut ist gerötet, sehr trocken, juckt stark und nässt zum Teil. Durch den extremen Juckreiz oft auch in der Nacht kann das Kind schlecht schlafen und kratzt, bis die Haut blutet. Das Kratzen verschlimmert die Neurodermitis, weil die Fingernägel die Haut beschädigen, Bakterien können leichter eindringen und dies führt regelmässig zu Hautentzündungen. Diese täglichen Qualen beim eigenen Kind zu sehen, führt bei vielen Eltern zu Hilflosigkeit. Aber mit einer effektiven Behandlung können die Beschwerden gelindert werden. Die Neurodermitis verläuft normalerweise in zwei verschiedenen Phasen ab. In der akuten Phase (=während eines Schubes) sollte ein Dermatologe zu Rate gezogen werden, um den Schub mit Medikamenten so rasch wie möglich wieder einzudämmen.
Weitere Informationen zu den typischen Neurodermitis Symptomen >

3-Säulen-Therapie

Neurodermitis ist nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar. Wenn du einige Grundregeln beachtest, kannst du viel dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die schubfreien Phasen zu verlängern.

1. Basistherapie

Die Haut eines Neurodermitikers ist immer trockener als eine "normale gesunde" Haut und benötigt daher auch in der schubfreien Phase eine tägliche Hautpflege mit rückfettenden Produkten. Die Haut sollte zweimal täglich gut eingecremt werden, und zwar von Kopf bis Fuß. Es gilt die Haut durch die tägliche Pflege geschmeidig zu halten. Damit kann der Juckreiz eingedämmt werden und ein neuerlicher Schub kann zumindest verringert werden. Es gibt leider kein Gneralrezept für die EINE Basiscreme, ihr müsst euch durch die Palette der verschiedenen Cremes durchprobieren und testen, was deinem Kind guttut. Damit das Eincremen für dein Kind nicht zur täglichen Qual wird, gibt es ein paar Tipps, die du beachten kannst:

Den ganzen Körper zweimal am Tag sorgfältig einzucremen, erfordert Zeit und Geduld. Vor allem morgens, wenn Kindergarten, Schule und Arbeit rufen, ist es schwierig, die nötige Ruhe dafür aufzubringen. Damit das Eincremen nicht in Stress ausartet, solltest du die Zeit dafür bewusst einplanen, z.B. am Morgen gleich nach dem Aufstehen und Abends nach dem Abendessen. Wir raten dir, lieber eine Viertelstunde früher aufzustehen kann allen Beteiligten einen entspannteren Tagesbeginn bringen.

Salben lieber dünn auftragen, und bei Bedarf mehrmals täglich nachschmieren im Sommer sollte die Salbe mehr Feuchtigkeit, im Winter mehr Fett beinhalten (lass dich beim Hautarzt oder in der Apotheke beraten).

Verwende eine Creme, die "halbwegs" gut riecht und ein angenehmes Hautgefühl hinterlässt. Sie sollte schnell einziehen und nicht brennen. Wenn der Juckreiz gerade besonders schlimm ist, kannst du die Creme im Kühlschrank aufbewahren, eine kühle Creme lindert regelmässig den Juckreiz.

Du solltest selbst eine positive Einstellung zur Creme und zum Ritual des Cremes, dein Kind spürt das und eine negative Einstellung ist kontraproduktiv.

Macht das tägliche Eincremen zu einer Art Ritual, z.B. verbinde es mit einer angenehmen Massage. Dadurch zieht die Creme besser in die Haut ein und für dein Kind ist es eine Entspannung, welche es gerade in einer Schubphase dringend nötig hat. Warum nicht die Zeit beim Eincremen mit dem Erzählen einer schönen Geschichte verbinden? Kinder lieben Geschichten. Den Anfang kannst du damit beginnen, das Tier, den ersten Buchstaben oder ein Gesicht mit der Creme auf die Haut aufzumalen... Achte auf saubere Hände, wenn du dein Kind eincremst
Alle wichtigen Infos zum Eincremen >

2. Auslöser (=Trigger) vermeiden

Bekannte auslösende Faktoren, die die Neurodermitis verschlechtern können, solltet ihr soweit wie möglich vermeiden. Dazu zählen Kleidung aus Wolle, mit Weichspüler behandelte Kleidung, Haustiere (Hunde- und Katzenhaare), Pollen, Hausstaubmilben, bestimmte Lebensmittel (dazu zählen zB Hühnerei, Weizen, Kuhmilch), klimatische Einflüsse wie Hitze oder Kälte, Schwitzen, zu häufiges Baden, Verwendung von parfumierten Seifen oder Badezusätzten, aber auch psychische Faktoren wie Stress und große Aufregung.

3. Ärztliche Hilfe suchen im Akutfall

In einem akuten Schub raten wir dir, so rasch wie möglich einen Hautarzt aufzusuchen. Die Entzündung der Haut sollte medizinisch behandelt werden, damit der Teufelskreis "Juckreiz-Krazten-Entzündung auf der Haut-stärkerer Juckreiz-Kratzen" durchbrochen werden kann. Eine Therapie mit einem leichten Cortison-Präparat kann hier in kurzer Zeit helfen, das Leiden deines Kindes zu stoppen.

Auch kleine Patienten können psychisch leiden!

Neurodermitis bei Kindern Schlafprobleme

Kinder mit Neurodermitis haben es in einigen Lebenssituationen schwerer als gesunde Kinder. Schlafmangel durch nächtliche Juckreiz-Kratz-Attacken oder psychische Probleme durch das "andere Aussehen" als hautgesunde Kinder stehen oft auf der Tagesordnung. Aber bei all den Verboten (zB Vorsicht bei Nahrungsmittel) und Geboten (tägliche Hautpflege) darf man letzten Endes nicht vergessen, dass es sich "noch um ein Kind handelt". Zu viele Verbote können den Krankheitsverlauf auch negativ beeinflußen.

Das Kind darf lernen, ein halbwegs normales Leben zu führen! Natürlich muss auf bestimmte Grundprinzipen geachtet werden, wie die tägliche Hautpflege oder die Vermeidung bestimmter Allergene. Aber Lachen und Spaß am Leben sorgen für eine stabile Psyche und dies ist wiederum notwendig für den Selbstheilungsprozess. Ein Kind, das Angst hat und sich selbst ständig unter Druck setzt, kann seine Heilungskräfte nicht in Gang bringen, sondern verstärkt damit meist noch die Erkrankung. Ein Kind, welches mit seiner Welt „halbwegs“ zufrieden ist, unterstützt damit seine Gesundheit auf allen Ebenen.

Wichtig ist, dass sowohl das Kind selbst sowie alle Beteiligten (auch Kindergärtner oder Lehrer) gut über die Krankheit informiert sind: Was bedeutet Neurodermitis? zB es ist nicht ansteckend. Welche Allergien gegen bestimmte Lebensmittel bestehen? "Falsches" Essen kann eine rasche Hautverschlimmerung herbeiführen. Lehrer müssen wissen, dass Konzentrationsschwierigkeiten durch Juckreiz ausgelöst werden können! Wie sollte man sich in bestimmten Situationen verhalten? Kinder können sehr gemein sein. Wenn das Kind wegen seines Aussehens von Mitschülern gehänselt wird, muss die Autoritätsperson eingreifen.

Hilfe von außen annehmen

Nachdem es kein Generalrezept bei Neurodermitis gibt, könnt ihr euch nur durch die große Palette an Produkten und Therapien „durchtesten“. Je länger man sich in dieser „Durchtestungs-Phase“ befindest, desto eher entstehen natürlich irgendwann Gefühle der Überforderung und der Ratlosigkeit. Aber besonders in diesen Phasen ist es wichtig, dass du einen guten Vertrauensarzt hast, mit dem gemeinsam du mögliche Therapien besprechen kann. Solltest du dich nicht gut aufgehoben fühlen bei deinem Arzt, solltest du dir überlegen, einen neuen zu suchen. Das ist zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden, aber es wird sich auf lange Sicht lohnen. Sollte es ganz schlimm sein, gibt es immer die Möglichkeit, dass du dich im Akutfall direkt an eine Spezialklinik für Dermatologie wendest. Eine stationäre Behandlung bringt dem betroffenen Kind meist eine nachhaltige Linderung der Beschwerden. Mittlerweile ist es auch kein Problem mehr, dass ein Elternteil das Kind ins Spital begleiten kann.

Zusätzliche Kosten für die Familienkasse

Normalerweise entstehen durch die gesonderten laufenden Behandlungen hohe Kosten. Du kannst dich bei deiner Krankenkasse bezüglich eines Zuschusses oder einer Befreiung von Rezeptgebühren erkundigen. Anzudenken ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung. Am günstigsten ist der Versicherungsabschluss für das noch ungeborene Kind während der Schwangerschaft. Damit kann das Kind von Beginn an den vollen Versicherungsschutz genießen und es können keine Vorerkrankungen ausgeschlossen werden.

Dubiose Heilmittel

Klar, jeder mit einem Neurodermitis betroffenen Kind versucht, dem Kind die besten Behandlungen zuteil werden zu lassen! Aber sei vorsichtig bei Anbietern, welche mit ihrem angeblich neuartigen Produkt eine sofortige Heilung versprechen. Leider gibt es ja nach wie vor sehr viele Scharlatane, die mittlerweile das Internet benützen, um uns Betroffenen Hoffnung zu machen, um Geld zu kassieren und dann abzutauchen. Dies passiert „am laufenden Band“ und im Internet ist man als Laie oft auf das eigene Bauchgefühl angewiesen. Wertvolle Tipps zur Linderung der Neurodermitis >

Vorträge und Schulungen

Hautinfo.at bietet in Kürze spezielle Vorträge und Schulungen zum Thema „Richtiger Umgang mit Neurodermitis“. Dabei werden unter anderem Tipps zur speziellen Hautpflege, richtigem Eincremen, Kratzalternativen vorgestellt. Du hast Fragen oder Anregungen? Schreibe uns eine e-Mail office(at)hautinfo.at >

Expertentipp

Anna-Maria Bornik Apomedica Dr.Böhm Lasepton

Das LaseptonMED INTENSIVE CARE Bi-Gel Sensitiv verzichtet bewusst auf den Einsatz von Emulgatoren, denn Emulgatoren führen zu einem „Auswaschen“ der hauteigenen Lipide und dies führt wiederum zu Irritationen der Haut. Die innovative Bi-Gel-Technologie vereint die Vorteile von Gelen und Emulsionen. Nach dem Auftragen entsteht ein kühlendes Hautgefühl und der Juckreiz wird gemildert. Es zieht schnell ein und fühlt sich auf der Haut auch mit dem hohen Lipidanteil von 20% leicht und samtig an. Ich empfehle LaseptonMED INTENSIVE CARE Bi-Gel Sensitiv Produkt für die gereizte und irritierte Neurodermitis Haut. DI Dr. Maria-Anna Bornik, Expertin für Inhaltsstoffe in Kosmetik

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