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Emulgatoren und Konsverierungsmittel in Kosmetika für Kinder

Die regelmässige Hautpflege (medizinisch und therapiebegleitend) ist bei einer Hauterkrankung wie zB Neurodermitis Pflicht, diese dient der Stabilisierung der gestörten Barrierefunktion der Haut. Doch einige Inhaltsstoffe können unerwünschte Nebenwirkungen auslösen, hier gilt es die jeweiligen Vorteile und Nachteile abzuwägen. Ein spannender Vortrag von Prof. Dr. Rolf Daniels auf dem heurigen Kinderhauttag in Wien.

Neurodermitis ist nicht heilbar, aber mit der richtigen Behandlung sowie einer kontinuierlichen Hautpflege können die typischen Symptome wie zB Juckreiz gelindert werden. Die Haut eines Neurodermitikers ist trockener als eine "normale gesunde" Haut und benötigt daher auch in der schubfreien Phase eine tägliche Hautpflege mit rückfettenden Produkten. Die Haut sollte zweimal täglich gut eingecremt werden, und zwar von Kopf bis Fuß. Es gilt die Haut durch die tägliche Pflege geschmeidig zu halten. Damit kann der Juckreiz eingedämmt werden und ein neuerlicher Schub kann hinausgezögert beziehungsweise zumindest verringert werden.

Viele aktuelle Leitlinien beschreiben die sogenannte Basistherapie mit verschiedenen wirstoffreichen Dermatikas (Hautpflegeprodukte) als essentielle Maßnahme in der Neurodermitis Behandlung. Die Hauptbestandteile aller Hautpflegeprodukte sind Lipide und Wasser. Beide sind aber miteinander nicht mischbar, daher werden neben Lipiden und Wasser weitere Hilfsstoffe benötigt um eine Salbe oder Creme herzustellen. So sorgen Emulgatoren für eine physikalische Stabilität und Konservierungsmittel stellen die mikrobiologische Qualität sicher.

Emulgatoren sind waschaktiv

Emulgatoren sind Bestandteil nahezu aller Lotions oder Cremes, um aus Wasser und Lipiden eine lagerstabile Emulsion herstellen zu können. Die für (hydrophile) O/W-Cremes eingesetzten wasserlöslichen Emulgatoren sind waschaktiv: Sobald diese in die Epidermis eindringen, können sie dort körpereigene Barrierelipide emulgieren. Diese werden dann bei einem nachfolgenden Waschvorgang aus der Epiermis gelöst, sodass solche lipidarmen Cremes mittelfristig die Trockenheit auf der Haut verstärken und die Barrierefunktion langfristig beeinträchtigen können.

Konservierungsmittel

Das Europäische Arzneibuch schreibt vor, dass bei der Herstellung, Verpackung, Lagerung und Indenverkehrbringen von Salben und Cremes geeignete Maßnahmen zu ergreifen sind, um ihre mikrobiologische Qualität zu gewährleiste.

Insbesondere bei hydrophilen O/W-Cremes und Lotions besteht während der Anwendung aufgrund der möglichen Kontamination ein merkliches Hygienerisiko. Zugesetzte Konservierungsmittel helfen, eingeschleppte Keime zu reduzieren und so während der Verwendung des Produktes für eine ausreichend mikrobiologische Qualität zu sorgen. Hautinfo.at Tipp: Greife nie mit den Fingern in den Salbentiegel, verwende zum herausnehmen der Salbe immer einen Salbenspatel.

Viele der eingesetzten Konservierungsmittel sind bei Hautpflegeprodukte für Kinder als kritisch zu bewerten:

  • Parabene haben ein allergenes Potential und sind endokrine Disruptoren (Als endokrine Disruptoren werden Stoffe bezeichnet, die, wenn sie in den Körper gelangen, bereits in geringsten Mengen durch Veränderung des Hormonsystems die Gesundheit schädigen können).
  • Benzoesäure und Benzylalkohol können von jungen Menschen noch nicht ausreichend metabolisiert werden.
  • Phenoxyethanol steht im Verdacht hepatotoxisch zu sein.

Es bleibt im wesentlichen Sorbinsäure als geeignetes Konservierungsmittel übrig, hat allerdings den Nachteil dass sie nur bei sauren pH-Werten wirksam ist.

Als alternative Konservierungsmittel werden daher häufig Stoffe eingesetzt, die nicht als Konservierungsmittel im klassischen Sinne gelten: Dazu zählen Lösungsmittel, Naturstoffe, Feuchthaltemittel, Netzmittel oder Geruchsstoffe.

Achtung bei Naturstoffen: diese weisen ein nicht überschaubares allergenes Potential auf sollten daher bei Kindern nicht verwendet werden.

Auch auf Alkohol und Duftstoffe sollte bei Kinderhautpflege verzichtet werden. Weitere bedenkliche Inhaltsstoffe sind Triclosan (Antiseptikum) und Octocrylen (UV-Filter).

Eine gute Alternative als Konservierungsstoffe in Cremes und Salben für Kinder gelten Netzmittel wie Pentylenglykol, Hexylenglykol oder Octandiol. Je nach Formulierung können sie alleine schon ausreichend konservierend wirken oder zumindest den Bedarf an Konservierungsmittel reduzieren oder den rezeptierbaren pH-Bereich (bei Sorbinsäure) erweitern. Gut bewährt hat sich auch Glycerol, in einer Konzentration von etwa 20% wirkt es auf der Haut antimikrobiell.

Ein gänzlicher Verzicht auf Konservierungsmittel ist bei magistralen Rezepturen bei O/W-Cremes und Emulsionen möglich, dadurch verringert sich aber die Anwendungsfrist auf eine Woche.

Prof. Dr. Rolf Daniels Pharmazeutisches Institut
Eberhard Karls Universität
rolf.daniels(at)uni-tuebingen.de

Weitere Infos zum Kinderhauttag

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