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Einsatz von Medikamenten - Neurodermitis bei Kindern

Medikamente bei Neurodermitis sind auch bei Kindern unverzichtbar. Worauf es bei der richtigen Auswahl ankommt und ob Cortisonangst noch berechtigt ist.

Die Diagnose Neurodermitis bei Kindern konfrontiert Eltern häufig mit Unsicherheit:

  • Soll ich meinem Kind wirklich Cortison geben?
  • Wie sicher sind die Medikamente und worauf sollte man bei der Auswahl achten?
  • Und was kann ich tun, um meinem Kind wirklich bestmöglich zu helfen?

Wir haben bei dem Kinderdermatologen Dr. Günther Rainer nachgefragt.

Welche Medikamente bei Neurodermitis bei Kindern

„Medikamente werden im aktiven Stadium der Erkrankung eingesetzt“, sagt Dr. Rainer. Dabei lassen sich drei Gruppen unterscheiden: Cortisoncremes auf der einen und Cortison-Alternativen wie Pimecrolimus oder Tacrolimus auf der anderen Seite werden direkt auf die Haut aufgetragen (= topische Medikamente). Weiters gibt es noch Medikamente, die geschluckt werden (diese kommen aber eher bei schweren Ekzemverläufen zum Einsatz).

Medikamente: je nach Stadium der Erkrankung

„Gerade bei Kindern ist eine symptomatische Therapie angezeigt“, sagt der Kinderarzt. Die Therapie bzw. der Einsatz von Medikamenten erfolgt je nach Stadium der Erkrankung.

Im ersten Stadium ist die Haut der von Neurodermitis betroffenen Kinder trocken. „Das ist normal. Hier ist es wichtig, die rückfettende Basispflege regelmäßig anzuwenden, also etwa nach dem Duschen.“ Die Anwendung erfolgt dabei je nach Hautzustand bzw. Wetter. Während im Winter, wo die Haut in der Regel trockener ist, auch mehrmals täglich geschmiert werden kann, ist dies im Sommer bei heißen Temperaturen nur mit weniger fetten Cremes sinnvoll. Tipp: „Nie zu fett schmieren, weil das von Kindern als unangenehm empfunden wird – eher nachschmieren, falls die Haut zu trocken ist“, so Dr. Rainer.

Verschlechtert sich die Haut und beginnt, immer mehr zu jucken, befinden wir uns im zweiten Stadium der Erkrankung. „Kinder werden auch oft quengeliger oder können weniger gut schlafen. Dann ist es wichtig, die Basispflege zu intensivieren.“

Tipp: Mavena B12 Akut Gel bei akut nässender Neurodermitis

Mavena B12 Akutgel

Das Mavena B12 Akut Gel bringt akut nässender Haut von Neurodermitis-Patienten neben der dermatologischen Dreifachwirkung (entzündungshemmend, juckreizlindernd, Hautbarriere aufbauend) auch eine wohltuende Kühlung. Es ist geeignet zur Behandlung von Säuglingen ab vier Wochen (auch Windeldermatitis-Behandlung), Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die betroffenen Hautpartien können, insbesondere bei einem unangenehmen Neurodermitis-Schub, mehrmals täglich mit dem Mavena B12 Akut Gel behandelt werden, das nach dem Auftragen am besten leicht einmassiert wird. Wichtig: Sobald das Nässen der Haut endet, ist der Wechsel auf die Mavena B12 Creme ratsam.

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Dr. Rainer empfiehlt zudem „Kratzalternativen“: „Kneifen, körperliche Nähe, Ablenken, Eiswürfel oder Kühlbeutel gegen das Jucken sind besser als Kratzen. Auch zweimal täglich in klarem Wasser ohne Badezusatz zu baden kann helfen – so wird eine große Menge von Staphylokokkus aureus unter eine kritische Grenze reduziert. Auch Chlorbäder können helfen. Danach wieder Einschmieren ist selbstredend.

"Zudem wird Ihr Kind mehr Aufmerksamkeit benötigen“, so der Kinderarzt. In diesem Stadium können mehr Knötchen und juckende Hautpartien auftreten, an typischen Stellen kommt es zu den typischen Ekzemreaktionen.

Tritt trotz einer Intensivierung der Pflege eine allgemeine Verschlechterung auf, ist eine antientzündliche Therapie angezeigt: „Bei einem Schub sind topische Medikamente notwendig. Goldstandard ist dabei ein topisches Steroid (Cortisoncreme)." Für besonders empfindliche Hautpartien, etwa im Halsbereich oder den Achseln, empfiehlt der Kinderarzt Pimecrolimus oder Tacrolimus mit 0,03%, also die schwächere Dosierung. „Tacrolimus mit 0,1% eignet sich hingegen gut bei therapieresistenten, hartnäckigen und chronifizierten Verläufen sowie für Jugendliche.“

Intervalltherapie schafft langfristig weniger Schübe

Topische Medikamente werden nicht dauernd, sondern im Intervall angewendet. „Es handelt sich also nicht um eine reaktive Therapie, sondern um eine proaktive Therapie. Verbessern sich die Symptome, sollte nicht gleich mit der mit der Therapie aufgehört werden, sondern diese aufrechterhalten werden.“ Die Erhaltungstherapie wird über einen längeren Zeitraum durchgeführt. „Grob kann man sagen: Ca. drei bis fünf Tage hintereinander, dann über vier bis acht Wochen oder länger noch zweimal pro Woche topische Medikamente anwenden“, so der Kinderdermatologe.

Kommt es dennoch zu einer Verschlechterung, ist ein Arztbesuch angezeigt: „Insbesondere bei Bläschchen, honiggelben Krusten am ganzen Körper, nässender Haut und Schmerzen, vielleicht sogar mit Fieber.“ Dann könne auch eine Herpesinfektion dahinterstecken, weshalb ein Virostatikum verschrieben werden sollte. „Hilft dies auf lange Sicht nicht, ist auch die Gabe von Immunsupression mit Tabletten oder Saft, möglich. Dies brauchen allerdings nur sehr wenige Kinder, die sehr schwer betroffen sind. Es ist gut verträglich und sehr schnell wirksam“, sagt Dr. Rainer. In jedem Fall ist hier ein Kinderhautarzt notwendig.

Calcineurin-Inhibitoren

Topische Calcineurin-Inhibitoren (TCI), wie zum Beispiel Tacrolimus, setzt direkt an der überschießenden Abwehrreaktion in der Haut an: Tacrolimus wirkt über die Hemmung zellulärer Entzündungsabläufe, so dass letztlich Entzündungszellen gebremst werden. Ein weiterer positiver Effekt: Mit der Anwendung von Tacrolimus verbessert sich die geschädigte Hautbarriere atopischer Haut. Tacrolimus-Salbe ist als proaktive Therapieform geeignet bzw. um den symptomfreien Zustand bei Neurodermitis möglichst lange zu erhalten. Laut Studien verlängert die proaktive Therapie mit Tacrolimus-Salbe – zweimal wöchentlich einmal täglich angewendet – signifikant die schubfreie Zeit im Vergleich zur reaktiven Therapie, bei der die Salbe nur während eines Schubs zweimal pro Tag aufgetragen wird. Weitere Informationen darüber bekommst du bei deinem Dermatologen!

Ist Cortisonangst begründet?

„85 Prozent der Eltern haben Cortisonangst“, so der Kinderarzt. „Diese ist aber bei sachgerechter Anwendung und einer proaktiven Intervalltherapie nicht angebracht. Denn dann gibt es keine Nebenwirkungen.“ Meist werde zudem nicht unterschieden, ob Cortison geschluckt, als Infusion oder kindergerechte Cortisoncremes von außen auf die Haut aufgebracht werden. „Bei richtiger Anwendung wird das Cortison in der Haut bleiben und nicht ins Blut gelangen. Moderne topische Cortisoncremes sind zudem nicht halogeniert. Ältere Cortisoncrems enthalten eine Halogengruppe, wodurch diese stärker wirksam sind, aber auch vermehrt zu Nebenwirkungen führen, wie dünnerer Haut, Rötungen oder auch Neigung zu Infektionen. Man sollte die richtigen Cortisoncremes für Kinder wählen.“

Trigger bestmöglich vermeiden

Hinter der Entstehung von Ekzemen stehen zwei Ursachen: „Einerseits die Neigung zu Hauttrockenheit, die meist von einem oder beiden Elternteilen vererbt wird. Andererseits die Neigung zu einer Überreaktion des Immunsystems und zu einer starken Entzündung auf oft normale Umgebungsreize.“ Grundsätzlich ist es wichtig, die Trigger- bzw. Verstärkerfaktoren für das Auftreten von Neurodermitis bei den Kindern bestmöglich zu eruieren und diese zu vermeiden. „Trigger können etwa Entzündungen im Körper sein, wie banale virale Infekte, aber auch Stress oder Druck in der Familie. Das kann durchaus auch positiver Stress ein, wie der Geburtstag oder Weihnachten. Wenn Kindern unter Stress gesetzt sind, reagiert auch die Haut mit“, so Dr. Rainer.

Diese Trigger gilt es folglich so gut wie möglich zu vermeiden. Auch eigener Schweiß kann beispielsweise insbesondere im Sommer ein Trigger sein. „Wenn man weiß, dass viel Schweiß im Sommer die Haut verschlimmern kann, sollte man auf Wasserspaß und Sport nicht verzichten, aber dafür nachher duschen und die rückfettenden Basismaßnahmen nicht vergessen.“

Natürlich spielen auch Allergien eine Rolle. „Diese sollten aber nie als erste Ursache für eine Verschlechterung des Hautzustandes erwogen werden, sondern idealerweise gemeinsam mit einem Experten für Allergologie strukturiert besprochen, bzw. wenn darüberhinaus notwendig, abgeklärt werden.“

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