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Das ABC der Haut-Vitamine

Bei Vitaminen denken viele sofort an Obst und Gemüse, oder Eigenschaften wie ‚gesund‘ und ‚fit‘. Fakt ist, dass Vitamine lebensnotwendig für den Menschen sind und über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Für unsere Haut sind Vitamine unerlässlich, da sie verschiedenste Funktionen erfüllen. Sie wirken bei der Zellneubildung der Haut, der Regulierung des Feuchtigkeitshaushaltes, Entzündungen oder auch bei Hauttrockenheit positiv. Insbesondere Vitamin A, B, C und E erweisen sich als wahre Helfer für unsere Haut.

Der Begriff Vitamin stammt aus dem beginnenden 20. Jahrhundert und setzt sich aus dem Lateinischen „vita“ (Leben) und „amin“ (stickstoffhaltig) zusammen. Die Bezeichnung Vitamine ist jedoch irreführend, da nicht alle Vitamine eine Aminogruppe besitzen. Schon im 16. Jahrhundert wusste man, dass manche Krankheiten wie zB Skorbut bei den Seefahrern durch bestimmte Nahrungsmittel geheilt werden konnten, jedoch nicht weshalb. Erst im Jahr 1912 entdeckte man aufgrund einer neu aufgetretenen Vitaminmangelkrankheit in Asien das erste „Vitamin“, nämlich Thiamin, das heute als B1 bekannt ist. Seit nun knapp hundert Jahren erforscht man Vitamine.

Heutzutage kennt und unterscheidet man 13 Vitamine, die essentiell für den Menschen sind: Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B3, Vitamin B5, Vitamin B6, Vitamin B7, Vitamin B9, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E und Vitamin K.

Vitamine sind organische Verbindungen, die unser Körper nicht oder nur in unzureichender Menge produzieren kann. Daher müssen wir Vitamine über die Nahrung zu uns nehmen. Geschieht dies in einem zu geringen Ausmaß, kann es zu einem Vitaminmangel (Hypovitaminose) kommen, aber auch eine Überdosierung (Hypervitaminose) ist möglich. Vitamine sind auch in Form von Tabletten und Pulver erhältlich, sogenannten Vitaminpräparaten, jedoch sollte deren Einnahme nur in Absprache mit einem Arzt bzw. einer Ärztin erfolgen.

Vitamine können auch nach ihrer Löslichkeit unterschieden werden und zwar zwischen fettlöslichen (lipophilen) und wasserlöslichen (hydrophilen) Vitaminen. Diese werden vom Körper unterschiedlich aufgenommen, transportiert und gespeichert. So können wasserlösliche Vitamine (alle B-Vitamine außer Vitamin B12, Vitamin C) nicht im Körper gespeichert werden, fettlösliche (Vitamin A, Vitamin E, Vitamin D) hingegen schon.

Vitamine erfüllen im Körper eine Vielzahl von wichtigen Funktionen, auch für unsere Haut. Besonders positive Eigenschaften für die Haut finden sich bei Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C und Vitamin E. Sehr wichtig für unsere Hautgesundheit ist, neben den genannten Vitaminen, natürlich auch Vitamin D, das Sonnenvitamin.

Hilft Vitamin D bei Hauterkrankungen?

Vitamin A (Retinol)

Der Körper kann dieses Vitamin selbst herstellen, benötigt dafür aber ein Provitamin, das er aus der Nahrung bezieht. Entweder wird das Provitamin aus tierischen Nahrungsmitteln (in Form von Retinol) gewonnen oder aus pflanzlichen Nahrungsmitteln (Beta-Carotin, auch Provitamin A). Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, weshalb es sich empfiehlt z.B. Karotten zusammen mit ein wenig Öl zu verzehren. Das Vitamin ist notwendig, aber zu viel davon kann Nebenwirkungen hervorrufen (Vorsicht bei Schwangerschaft!). In der Haut wird Vitamin A in Vitamin-A-Säure umgewandelt. 

Funktionen: Neubildung von Zellen, Hautregeneration, entzündungshemmend, spendet Feuchtigkeit, Anti-Aging-Effekt, hält schädliche UV-Strahlen ab

Anwendung: in erster Linie als Nahrungsmittel (wirkt am besten von innen), aber auch in geringer Dosis in Cremen und Salben z.B. bei Akne (entzündungshemmend), oder bei schwerer Schuppenflechte – in Absprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin – in Form von Tabletten (kann Hornzellen regulieren)

Enthalten in: Süßkartoffeln, Karotten, Brokkoli, Spinat, Mais, Marillen, Pfirsiche, Mango, Leber, Fisch, Eidotter, Butter

Vitamin B (Vitamin-B-Komplex)

Alle acht B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9, B12) gemeinsam fasst man auch unter der Bezeichnung Vitamin-B-Komplex zusammen. Viele dieser Vitamine finden sich vor allem in Hülsenfrüchten, Nüssen, Sauerkraut, Eiern, Fleisch und Fisch. Sie sind maßgeblich an der Zellerneuerung und damit an der Hautregeneration beteiligt und verbessern außerdem den Feuchtigkeitshaushalt unserer Haut. Alle B-Vitamine, außer B12, sind wasserlösliche Vitamine und können somit nicht im Körper gespeichert werden. Daher ist es wichtig, sie in Form von Lebensmitteln häufig in den Speiseplan zu integrieren. Einige der B-Vitamine erfüllen spezielle Aufgaben für unsere Haut:

Vitamin B2 (Riboflavin)

Funktionen: unterstützt die Zellatmung,wirkt feuchtigkeitsspendend und beruhigt gereizte Haut
Anwendung: vor allem bei trockener und juckender Haut in Form von Kosmetikprodukten (Creme, Gel, Serum, Spray), als Nahrungsmittel oder in Form von Vitaminpräparaten
Enthalten in: Hefe, Steinpilze, Sojabohnen, Brokkoli, Milch, Joghurt, Eier, Austern Vitamin

B3 (Niacin oder auch Nicotinsäure)

Funktionen: stärkt die natürliche Hautbarriere, lindert Rosacea-Symptome, soll vor Hautkrebs schützen, reduziert Talgproduktion und fördert die Hautregeneration
Anwendung: als Nahrungsmittel oder als Vitaminpräparat
Enthalten in: Hühnerbrust, magerem Rindfleisch, Wild, Thunfisch, Eier, Kartoffeln, Datteln, Erdnüsse, Tomaten

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Funktionen: hormonregulative Eigenschaften
Anwendung: unterstützt als Nahrungsmittel vor allem bei trockener Haut, Ekzemen und Akne, kann auch als Vitaminpräparat zugeführt werden
Enthalten in: Wassermelonen, Bananen, Brokkoli, Hühnerbrust, Spinat, weißer Reis

Vitamin B7 (Biotin oder auch Vitamin H)

Funktionen: spendet Feuchtigkeit, erhöht die Fettsäure-Produktion, hilft bei Juckreiz und Hautreizungen, fördert Regenerationsprozesse
Anwendung: Nahrungsmittel oder Vitaminpräparat
Enthalten in: Spinat, Blumenkohl, Walnüsse, Sojabohnen, Linsen, Haferflocken, grüne Erbsen, Mandeln, Avocado, Himbeeren, Lachs, Leber

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin C gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen, wodurch es nicht im Körper gespeichert werden kann und daher regelmäßig verzehrt werden sollte. Außerdem wird empfohlen mehrere Portionen Obst und Gemüse über den Tag verteilt zu essen, da der Körper Vitamin C schnell verarbeitet. Für unsere Haut erfüllt dieses Vitamin eine Vielzahl von Aufgaben.

Funktionen: stärkt Bindegewebe, entzündungshemmend, feuchtigkeitsspendend, fördert Wundheilung, Schutz vor freien Radikalen (Hautalterung)

Anwendung: in erster Linie über die Nahrung (hilft besonders bei Hauttrockenheit, UV-Schäden, Pigmentstörungen, Akne), in Form von Serum oder Cremen (Pigmentflecken, Akne), gegebenenfalls als Vitaminpräparat

Enthalten in: Zitrusfrüchten (wie Zitronen, Orangen), Hagebutte, Sanddorn, Paprika, Kiwi, Johannisbeeren, Petersilie, Erdbeeren, Spinat, Kartoffeln

Vitamin E (Tocopherol)

Vitamin E wird häufig auch als „Anti-Aging-Vitamin“ bezeichnet. Es kann den Kollagen-Gehalt der Haut erhöhen, wodurch diese straffer wirkt. Das Vitamin ist fettlöslich und kann daher gut im Körper gespeichert werden.

Funktionen: Hautregeneration, schützt vor freien Radikalen (Hautalterung), verbesserte Wundheilung, glättet Falten, feuchtigkeitsspendend (kann in tiefe Hautschichten eindringen), entzündungshemmend

Anwendung: über die Nahrung, oft hochdosiert in Hautcremen (kann gut in Hornschicht eindringen und dort gespeichert werden, wirkt positiv bei Altersflecken und Falten)

Enthalten in: pflanzliche Ölen (Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl, Leinsamenöl, Olivenöl), Nüssen, Sonnenblumenkernen, Mandeln, Keimen, Tofu, Samen, Getreide, Linsen, Avocados, Himbeeren, Butter, Eigelb, Garnelen, Lachs, Forelle

Hautinfo.at – Tipp

Besonders bei Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis oder Psoriasis können Vitamine einen entscheidenden Beitrag zur Hautgesundheit leisten und das Hautbild verbessern. Achte auf eine ausgewogene Ernährung sowie auf die Inhaltsstoffe in deinen Pflegeprodukten. Viele Cremen und Salben enthalten wertvollen Vitamine für eine Linderung deiner Beschwerden.

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