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Richtige Hautreinigung bei Neurodermitis

Mit der richtigen Hautreinigung wird die Basis für die Behandlung von Neurodermitis gelegt. Um die besonders trockene Haut von Neurodermitis-Patienten nicht zusätzlich zu belasten, gibt es für die tägliche Reinigung und Pflege einiges zu beachten. Wir zeigen dir, welche Hausmittel deiner Haut helfen können, Juckreiz sowie Ekzeme lindern können und welche Bäder dir besonders guttun.

Die neurodermitische Haut ist trocken, sie reagiert empfindlich auf äußere Einflüsse und neigt zu Entzündungen, Ekzemen und Juckreiz. Besonders betroffen sind dabei Kniekehlen, Nacken, Ellenbeugen, Kopfhaut, Hals und Gesicht – und damit Stellen, die meist gut sichtbar sind. Menschen mit genetisch bedingten Hauterkrankungen wie Neurodermitis wird oft unterstellt, dass mangelnde Hygiene für die auffallenden Hautschäden verantwortlich ist. Dies ist ein Irrglaube, denn gerade Patienten mit Neurodermitis achten besonders auf eine sanfte Hautreinigung und kontinuierliche Hautpflege.

Typische Symptome der Neurodermitis-Haut

Unsere Haut ist unser Schutzschild und hält feindliche Angriffe von außen ab. Bei Patienten mit Neurodermitis ist dieses Schutzschild durchlässig: Die sogenannte Hautbarriere ist gestört und lässt krankheitserregende Keime, Substanzen aus der Umwelt oder Allergen durch.

Neurodermitis zeigt sich in entzündeter, geröteter, reizbarer und trockener Haut, den sogenannten Ekzemen. Dazu kommt ein quälender Juckreiz, der besonders nachts dazu führt, dass die Haut aufgekratzt wird.

Die Krankheit tritt in Schüben auf, das heißt es gibt Phasen ohne jede Beschwerde und dann folgen wieder Phasen mit sehr starken Symptomen. Warum der nächste Schub kommt, ist oftmals nicht klar auszumachen. Verantwortlich dafür sind sogenannte Trigger wie z.B. bestimmte Nahrungsmittel, Witterungsbedingungen, Allergien, Erkältungen, Stress, ein neues Waschmittel aber auch übertriebene Hygiene.

Die richtige Hautreinigung bei Neurodermitis

Neben dem Vermeiden von externen, störenden Faktoren kann der Neurodermitis-Patient mit der passenden Reinigung und Pflege viel für seine Haut tun. Eine falsche Reinigung kann dazu führen, dass der Oberflächenzustand der Haut sich verschlechtert und der nächsten Ekzemschub ausgelöst wird. Ziel ist es also, einen erreichten positiven Hautzustand mit der richtigen Hautreinigung und -pflege zu stabilisieren. Auch besonders in schubfreien Zeiten.

Dass gerade keine sichtbaren Symptome auf der Haut zu erkennen sind, heißt nämlich nicht, dass das tägliche Reinigungs- und Pflegeprogramm vernachlässigt werden kann. Nur eine kontinuierliche Pflege der Haut kann die Schübe hinauszögern.

Mit der täglichen Reinigung werden Schmutz, abgestorbene Hautpartikel, Reste von Pflegeprodukte und vor allem Keime entfernt. Gerade bei Neurodermitis belasten krustige Beläge, Hornhautschuppen, angesiedelte Mikroben oder Entzündungen die Haut – und lösen im schlimmsten Fall weitere Immunreaktionen aus. Daher sollte die Haut morgens und abends mit sanften Mitteln gereinigt werden.

Regulärer Seife strapaziert selbst gesunde Haut stark, bei empfindlicher und geschädigter Haut ist ein leicht saures Syndet (synthetisches Reinigungsmittel) mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0 besser geeignet. Mit dem Reinigungsprodukt immer sparsam umgehen und ausschließlich lauwarmes Wasser verwenden – und das auch nur kurz. Damit wird verhindert, dass die Haut austrocknet und dazu bleibt der Säuremantel der Haut erhalten. Zusätzlich wird die Haut leicht gekühlt, Juckreiz und Entzündungsreaktionen werden gelindert.

Nach der Reinigung sollte der Körper nur vorsichtig trockengetupft werden, auf gar keinen Fall die Haut abrubbeln. Absolut tabu für Neurodermitis-Patienten sind Massagehandschuhe, -bürsten, -schwämme oder raue Handtücher.

Achte auf den Härtegrad des Wassers

n unseren Breitengraden haben wir zum Teil recht hartes Wasser, welches aus der Badezimmerarmatur fließt. Hartes Wasser (hoher Anteil von Kalk und evtl. Chlor) kann zu einer weiteren Irritierung der Haut führ. Bei sehr hartem Wasser kann eine Entkalkungsanlage helfen, das Wasser zum Duschen, aber auch für die Waschmaschine, besser verträglich zu machen. Das örtliche Wasserwerk kann Auskunft geben, welchen Härtegrad das Wasser hat.

Reinigung der empfindlichen Neurodermitis Gesichtshaut

Oft ist die Haut im Gesicht besonders stark von Neurodermitis betroffen. Wangen, Stirn, Augenlider sowie der Mund und Lippenbereich brauchen daher besondere Aufmerksamkeit bei der Hautpflege.

Das solltest du beachten:

  • Um diese empfindlichen Hautstellen nicht noch zusätzlich zu reizen, sollte ein mildes Reinigungsgel oder -milch genommen werden. Es sollte unbedingt für trockene und sensible Haut geeignet sein.
  • Ein Gesichtswasser ohne Alkohol kann beruhigend wirken und Feuchtigkeit spenden.
  • Vorsicht vor Gesichtspeelings: sie sollten auf gar keinen Fall im Akutstadium verwendet werden. Wenn es aber doch einmal in einer schubfreien Zeit ein Peeling sein soll, dann empfehlen wir selbstgemachte, schonende Peelings z.B. aus fein gemahlener Tonerde. Dafür wird die trockene Tonerde mit lauwarmem Wasser zu einem Brei angerührt und vorsichtig auf die Haut aufgetragen. Nach ein paar Minuten mit viel lauwarmen Wasser wieder abnehmen.
  • Zum Abschluss einer intensiven Reinigung kann eine Maske oder ein Serum aufgetragen werden. Inhaltsstoffe wie Aloe Vera Gel, Hyaluronsäure, Hyaluronsäure, Dexpanthenol, Q10 oder auch wertvolle Öle wie Kokosöl haben sich bei trockener und strapazierter Haut bewährt.
richtiges Baden und Duschen Neurodermitis Psoriasis
Baden bei Neurodermitis: Achte auf pflegende Wirkstoffe

Hilfreiche Badezusätze bei Neurodermitis

Im Normalfall wird die schnelle Dusche einem langen Bad vorgezogen, um die Haut nicht zusätzlich zu strapazieren und ihr keine Feuchtigkeit oder Fett zu entziehen. Die Ausnahme sind wirksame Bäder, zB rückfettende, medizinische Ölbäder. Durch ein Bad oder einer Dusche mit einem medizinischen Ölbad kommen die Inhaltsstoffe an Stellen, die beim Eincremen per Hand nicht gut erreicht werden können. Dabei wird unterschieden zwischen emulgierenden Ölbädern, bei den das Badewasser milchig-trüb wird und den spreitenden Ölbädern, die lediglich einen dünnen Ölfilm auf der Wasseroberfläche hervor-rufen. Allen gemeinsam ist, dass die Ölbäder einen Fettfilm auf der Haut hinterlassen und so die Feuchtigkeit in der Haut binden. Dadurch lässt das Spannungsgefühl nach und der Juckreiz wird vermindert. Vor dem Einsatz von medizinischen Ölbädern sollte Rücksprache mit dem Hautarzt gehalten werden, um die Art und Häufigkeit dieser Bäder zu besprechen.

Basenbad

Bei leichten Formen von Neurodermitis kann ein Basenbad Hautreizungen lindern und das Hautbild deutlich verbessern. Basische Mineralsalze sowie Meer- und Steinsalze schwemmen dabei überschüssige Säuren aus dem Körper und sorgen so für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt. Die Haut wird besser durchfeuchtet und fühlt sich straffer an. Für diese Form des Bades wird eine höhere Badetemperatur sowie eine längere Badedauer empfohlen. Das kann auch zu Kreislaufproblemen führen, daher wird empfohlen, vorher einen Arzt zu konsultieren.

Anwendung:

  • maximal ein Bad pro Woche
  • Badedauer ca. 20 bis 30 Minuten
  • sehr heiße Badetemperatur von mind. 37 Grad, um den Stoffwechsel anzukurbeln
  • ca. 3 EL Basenbadpulver für ein Vollbad

Mavena Bade- und Duschöl bei geröteter, juckender und trockener Haut

Mavena Bade- und Duschöl Psorasis Neurodermitis
Mavena Bade- und Duschöl

Das Mavena Bade- und Duschöl kann bei Psoriasis, Waschekzemen, Kontaktekzemen, und Altersjuckreiz  eingesetzt werden. Kurz: Bei Hautkrankheiten, die mit einer leicht entzündeten, unangenehm spannenden, geröteten, juckenden und trockenen Haut einhergehen. Dieses Produkt enthält Glycine Sojaöl mit mehr als 50% ungesättigten Omega-Fettsäuren, die auf natürliche Weise der Haut Feuchtigkeit zuführen und den Lipidmantel wiederherstellen. Eine Anwendung etwa alle zwei bis drei Tage bringt die beste Wirkung. Das Mavena Bade- und Duschöl kommt ohne den Einsatz von Kornblütlern, Parabenen und Duftstoffen aus und ist deshalb unter anderem auch als Baby-Bad für Säuglinge ab einem Alter von vier Wochen geeignet.

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Bittersalzbad

Eine andere Form des Mineralienbades ist das Bittersalzbad mit dem wertvollen Inhaltsstoff Magnesium. Dieses Mineral sorgt für einen ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt, es verringert Schwellungen, es regt die Entgiftung an, beruhigt das Nervensystem und beschleunigt den Heilungsprozess der entzündeten Haut.

Anwendung:

  • 2 Tassen Bittersalz für ein Vollbad
  • Etwas natürliches Öl (z.B. Oliven- oder Kokosöl)
  • Badedauer ca. 15 – 20 Minuten
  • Badetemperatur ca. 35 Grad

Hafermehlbad

Hafermehl reinigt die Haut besonders sanft ohne zusätzliche Seifen oder Waschsyndets. Es wirkt beruhigend und juckreizlindernd und ist daher besonders gut für entzündliche Neurodermitis-Haut geeignet.

Anwendung:

  • 100%iges kolloidales Hafermehl im Badewasser vollständig auflösen
  • Badedauer ca. 15 – 20 Minuten
  • Badetemperatur ca. 35 Grad
Meersalz Totes Meer Badesalz Hautreiniung Neurodermitis Totes Meer Bad
Totes Meer Badesalz hilft bei Neurodermitis

Totes Meer Badesalz

Die Inhaltsstoffe dieses Salzes enthalten eine Reihe von wichtigen Mineralien und sind frei von künstlichen Zusatzstoffen. Das Salz entzieht der Haut Wasser, ohne sie dabei auszutrocknen. Das Salz lindert den Juckreiz und die Haut fühlt sich straffer an.

Anwendung:

  • 1 kg Totes Meer Badesalz in der Wanne auflösen
  • maximal zweimal die Woche ein Vollbad
  • Badedauer ca. 20 Minuten
  • Badetemperatur ca. 35 Grad
  • um die Haut geschmeidiger zu machen, einige Tropfen Olivenöl oder Buttermilch dazu ge-ben
  • danach die Haut gut eincremen
  • Ruhezeit von mindestens eine halbe Stunde

Chlorbad

Baden in warmem Wasser, versetzt mit etwas flüssiger Bleiche (5% Natriumhypochlorit), kann den Hautzustand deutlich verbessern. Die Bleiche wirkt, indem sie Bakterien abtötet, darunter auch Staphylococcus aureus. Dieser Erreger ist auf der Haut von zwei Dritteln aller Neurodermitis-Patienten zu finden. Dieser nistet sich gerne auf aufgekratzten Bereichen ein und lässt diese Haut-stellen durch die Bakterien nässen.

Anwendung:

Weitere Infos zum Chlorbad bei Neurodermitis

Milchbad

Kuhmilch enthält wertvolle Milchsäure, die zur Regeneration der Haut beiträgt. Die Milchsäure bindet die Feuchtigkeit und ergibt zusätzlich einen hervorragenden Peelingeffekt. Das Milchfett spendet Feuchtigkeit und erzeugt zudem eine antibakterielle Wirkung. Dazu 1 l Milch ins Badewasser geben und je nach Vorliebe ca. 100 ml des Lieblingsöls wie z.B. Lavendel oder Salbei. Einige Patienten schwören auch auf die weitere Zugabe von Honig, Schlagsahne oder Jojobaöl. Die Wassertemperatur sollte auch hier nicht über 39 Grad liegen und das Bad sollte max. für 20 Minuten genossen werden.

Schwefel-Bad

Ursprünglich als reine Kuranwendung bekannt, gibt es jetzt auch Schwefelbäder aus der Apotheke für die eigene Badewanne. Die entzündungshemmende, schmerzstillende sowie durchblutungsfördernde Eigenschaften von Schwefel regeln die Talgproduktion und sorgen für eine Verbesserung des Hautbildes.

Anwendung:

  • Temperatur von 37 - 39 Grad
  • Badedauer ca. 10 bis 20 Minuten
  • danach heiß duschen, damit sich die Hautporen öffnen und die unangenehmen Schwe-felduftstoffe verschwinden
  • anschließend eine längere Ruhepause einhalten

Teilbad: Schwarzer Tee

Der Gerbstoff im schwarzen Tee hat eine adstringierende Wirkung. Dadurch trocknen nässende Ekzeme aus, die Entzündungen gehen zurück und der Juckreiz lässt nach. Da schwarzer Tee sehr stark verfärbt, ist schwarzer Tee eher für ein Teilbad geeignet.

Anwendung:

  • ca. 10 Teebeutel mit 1 l kochendem Wasser überbrühen
  • Sud für 10 Minuten ziehen lassen
  • Badedauer von ca. 10 Minuten
  • Badetemperatur von ca. 35 Grad
Hautpflege Neurodermitis Hautcreme Salbe cortisonfrei
Nach der Reinigung sollte die Neurodermitis Haut sofort eingecremt werde.

Nach der Reinigung beginnt die Hautpflege

Nach der Reinigung steht die Hautpflege mit Cremes und Salben an. Denn egal wie sanft die Reinigung war, sie hat der Haut auf jeden Fall Feuchtigkeit und Fett entzogen. Um den Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu erhöhen, werden die Pflegeprodukte am besten auf die noch feuchte Haut aufgetragen. So können die reichhaltigen Produkte auch gleichmäßig auf den betroffenen Stellen verteilt werden.

Um die passende Pflegeserie zu finden, die zur aktuellen Hautsituation passt, müssen in der Regel einige Produkte ausprobiert werden. Es gibt es nicht DAS eine Mittel, das für jeden Patienten mit Neurodermitis geeignet ist. Jede Haut ist anders und reagiert auch auf die unterschiedlichsten Behandlungen anders.

Viele Hersteller bieten daher Umtauschmöglichkeiten an, wenn das Produkt absolut nicht vertragen wird (Frage vor dem Kauf in der Apotheke nach der Umtauschmöglichkeit). Mit einer hautschonenden Reinigung wird die Haut auf jeden Fall gut für den nächsten Pflegeschritt vorbereitet. Der nächste Neurodermitisschub wird damit hoffentlich noch etwas herausgezögert.

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