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Was unterscheidet Neurodermitis-Haut von gesunder Haut?

Ist Cortisonangst noch zeitgemäß? Diese und viele weitere Fragen haben wir Frau Dr. Doris Weiss, Dermatologin am Wiener AKH, gestellt. Die Antworten haben wir für dich in diesem Beitrag zusammengestellt. Desweiteren findest du hier wertvolle Tipps zur täglichen Hautpflege und worauf du als Neurodermitiker besonders im Sommer achten solltest.

Ausgelöst wird Neurodermitis meist durch eine Kombination aus einer anlagebedingten gestörten Barrierefunktion der Haut sowie einer überschießenden Immunantwort, die zur Entzündung führt. Die Neurodermitis-Haut unterscheidet sich von gesunder Haut zum einen durch die extreme Trockenheit und zum anderen durch die chronischen Entzündung, welche sich als Rötungen, tastbare Erhabenheiten und Vergröberung der Hautstruktur manifestiert. Mit Neurodermitis assoziiert man in erster Linie einen quälenden Juckreiz, wobei das Kratzen leider nur kurzfristige Erleichterung verschafft und den Hautstatus de facto nur verschlimmert. Durch die veränderte Hautbarriere haben Bakterien und Keime oftmals ein leichtes Spiel, sie können in die Haut eindringen und die Entzündungsprozesse weiter vorantreiben, die Haut ist feuerrot, nässend und verkrustet. Man würde am Liebsten sprichwörtlich aus der Haut fahren!

Die tägliche Hautpflege ist Pflicht!

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Da die trockene Neurodermitis Haut selbst zu wenig Lipide bildet, und durch die gestörte Hautbarriere Feuchtigkeit weniger gut gespeichert werden kann, müssen diese also von außen zugeführt werden. Die zweimal tägliche Hautpflege mit einer rückfettenden Basiscreme ist somit das Um und Auf jeder Neurodermitis Behandlung, auch wenn die Haut gerade „gut“ ist. „Keine Form der Therapie kann die Haut auf Dauer retten wenn die tägliche Basispflege nicht funktioniert“ erklärt Frau Dr. Weiss. In einer schubfreien Zeit kann eine gute Pflege einen neuerlichen Neurodermitis-Schub vorbeugen, beziehungsweise einen solchen abmildern. Durch die Hautpflege bessert sich das allgemeine Hautbild, die schubfreien Intervalle dauern länger an und der Einsatz von wirkstoffhältigen Präparaten lässt sich auf Akutfälle reduzieren. Die verwendeten Pflegeprodukte sollten frei von Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen sein, ebenso ist bei pflanzlichen Inhaltsstoffen oberste Vorsicht geboten, da diese gerade bei der geschädigten Haut allergisierend wirken können. „Das Eincremen sollte immer als etwas Angenehmes empfunden werden, dies ist auch insbesondere bei Babies und Kleinkinder zu beachten. Wenn das tägliche Eincremen jedes Mal zum Kampf wird, ist vielleicht die Pflege nicht die Richtige.“ Magistrale Mischungen gibt es auf Rezept beim Arzt deines Vertrauens, für alle die mehr investieren wollen & können gibt es auch kommerziell erhältliche Produkte in der Apotheke. „Die Wahrheit ist, dass jeder Neurodermitiker für sich selbst eine Basispflege finden muss mit der er gut zurechtkommt, deswegen kann auch keine allgemeine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt ausgesprochen werden.“

Was hilft in einem akuten Schub?

Geh sobald als möglich zu dem Hautarzt deines Vertrauens! Um die Entzündung der Haut effektiv und vor allem rasch zu bekämpfen, werden im akuten Schub am häufigsten cortisonhältige Cremen eingesetzt. Zusätzlich können Präparate mit gerbenden Inhaltsstoffen oder beispielsweise selbstgemachte Schwarzteeumschläge die Symptome der Entzündung lindern. Selbstgemachte Schwarzteeumschläge >

Richtiges Baden

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Als Neurodermitiker darfst, nein sollst du einmal täglich baden. Dadurch wird die Haut gekühlt und Bakterien sowie Pollen abgespült. Achte darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist und die Haut nach dem Bad nur vorsichtig trocken getupft wird. Verzichte auf Badezusätze mit Soja- oder Erdnussöl sowie austrocknende Schaumbäder! „Zum Baden empfehle ich nur klares Wasser, wenn man in ein Produkt investieren möchte, dann lieber in eine hochwertige Basispflege.“ Die Badezeit sollte zehn Minuten nicht überschreiten. Nach dem Baden sollte die Haut sofort eingecremt werden. Do-it-yourself Chlorbäder für die Badewanne zu Hause können eine Linderung der Beschwerden bringen. Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass das Baden in warmem Wasser, versetzt mit etwas flüssiger Bleiche (5% Natriumhypochlorit) den Hautzustand deutlich verbessern kann. Bleiche tötet ebenso wie Antibiotika die Bakterien auf der infizierten Haut. Hier geht’s zum Beitrag >

Ist Cortisonangst noch zeitgemäß?

Viele Patienten stehen einer Behandlung mit Cortison kritisch gegenüber, hat man doch viel zu viele Schauermärchen über die möglichen Nebenwirkungen gehört. Heutzutage ist die Cortisonangst aber nicht mehr gerechtfertigt, da die aktuell eingesetzten Cortison Präparate vom Wirkungs-Nebenwirkungsprofil ihren Vorläufern deutlich überlegen sind und bei korrekter Anwendung der Nutzen eindeutig das Risiko überwiegt. Frau Dr. Doris Weiss appelliert: „Einen akuten Neurodermitis-Schub nicht fachgerecht zu behandeln kann genauso schädigend für die Haut sein wie die mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten.“ Du möchtest mehr über Cortison erfahren? Hier geht’s zum Beitrag >

Neurodermitis und Sonne

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Prinzipiell sollte jedermann die pralle Sonneneinstrahlung meiden, aber dies gilt insbesondere für Menschen mit hochempfindlicher Neurodermitis-Haut. Wenn du deine Haut der Sonne aussetzt, solltest du immer ein Sonnenschutzmittel mit breitem Wirkspektrum im UVA sowie UVB Bereich (mindestens LSF 30) verwenden. Die Sonnenschutzprodukte sollten wie die Basispflegeprodukte keine Duft-, Konservierungs- und Farbstoffe enthalten. Um Unverträglichkeitsreaktionen zu vermeiden empfiehlt es sich ein neues Produkt immer zuerst an einer kleinen Stelle an der Unterarmbeugeseite aufzutragen, für 24-48 h zu belassen und abzuwarten wie die Haut reagiert. Desweiteren solltest du deine Haut mit Textilien wie Hut, Hose, Hemd und Sonnenschirm vor der Sonne schützen.

Für weitere Tipps & Tricks bei Neurodermitis im Sommer hier klicken >

Wir bedanken uns bei Frau Dr. Doris Weiss für diese wertvollen Informationen zum Thema Neurodermitis.

Die hautinfo.at Expertin Dr. Doris Weiss

Dr. Doris Weiss Dermatologin Hautärztin AKH Wien

Dr. Doris Weiss ist Fachärztin für Dermatologie im AKH Wien und Neurodermitistrainerin.

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