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Neurodermitis Begleiterkrankungen

Bei Neurodermitis können - müssen aber nicht - unterschiedliche Begleiterkrankungen auftreten. Durch eine Störung der Hautbarriere können Betroffene anfälliger für andere Hauterkrankungen sein. In diesem Zusammenhang treten häufig Herpesviren, Impetigo contagiosa, Dellwarzen oder das Dyshidortische Ekzem auf.

Begleiterkrankungen – auch Komorbiditäten genannt – bezeichnen in der Medizin das Auftreten einer zusätzlichen Erkrankung zu einer Grunderkrankung (Neurodermitis). Diese Zusatzerkrankung zeichnet ein eigenes und abgrenzbares Krankheitsbild aus, das manchmal auch kausal mit der Grunderkrankung zusammenhängen kann. Bei Neurodermitis ist die Infektionsgefahr mit anderen Hauterkrankungen wahrscheinlicher. In diesem Bericht werden vier Arten, die in diesem Zusammenhang auftreten können, kurz beschrieben: Herpesviren, Impetigo contagiosa, Dellwarzen und das Dyshidortische Ekzem.

Was hat das alles mit Neurodermitis zu tun?

Die Ursachen für eine höhere Betroffenheit bei Neurodermitis liegt bei der sensiblen und empfindlichen Haut. Bei Neurodermitis leiden Betroffene unter einem starken Juckreiz. Dieses Jucken kann so stark sein, dass man nachts aufwacht und sich kratzt. Die Folge ist ein schlechter Schlaf. Durch das Kratzen wird die Haut entzündet und es kann leichter zu weiteren Infektionen kommen. Bei der Neurodermitis ist die Hautoberfläche mit einer geringeren Abwehrfunktion ausgestattet, als bei normaler Haut. In diese aufgekratzten Hautstellen können neue Krankheitserreger leicht eindringen. Die Infektionsgefahr ist bei entzündeter und trockener Haut durch das Kratzen sehr hoch.

Herpesviren

Herpesviren sind eine mögliche Belgleiterkrankung von Neurodermitis. Herpesviren erscheinen in Form von Bläschen, meist auf der Lippe, aber sie können auch an anderen Körperstellen vorkommen (Augen, Nase, Genitalien). Man unterscheidet generell zwei Typen von Herpes simplex Viren: der erste befällt vor allem Bereiche im Gesicht und der zweite Typ kommt im Genitalbereich vor. Anfänglich bemerkt man eine Hautirritation durch Hautspannung und eine Überempfindlichkeit an der betroffenen Stelle. Die erste Infektion mit dem Herpes-Virus tritt meist bereits in der Kindheit auf. Ist man einmal infiziert hat man einen „lebenslangen Begleiter“, das heißt, dass der Virus jederzeit wieder ausbrechen kann. Der Virus zeigt sich anfänglich als kleine Bläschen (z.B. auf der Lippe), später/danach kann sich eine eitrig-blutige Kruste bilden, die in einigen Tagen abheilt. In Verbindung mit Neurodermitis kann es zu einer schwerwiegenden Herpes Infektion kommen, dass Herpesekzem – oder auch Eczema herpeticatum - genannt wird. Dies bedeutet, dass sich die Neurodermitis zusätzlich mit einem Herpesvirus infiziert. Hierbei kann es zu einer großflächigen Ausbreitung kommen und die Heilung kann einige Wochen dauern. Grund dafür ist die gestörte Immunabwehr der Hautoberfläche, welche durch die vorgeschädigte Haut angreifbarer ist. Die Therapie kann lokal mit Hilfe von Cremen (z.B.: Zovirax oder LomaHerpan), oder bei schwerwiegenderem Verlauf auch mit virushemmenden Medikamenten (Tabletten oder Infusionen) erfolgen.

Impetigo contagiosa

Diese Erkrankung ist auch als Borkenflechte bekannt. In Zusammenhang mit Neurodermitis ist sie häufig zu beobachten und auch sie ist eine Infektionskrankheit. Die Impetigo contagiosa wird durch bestimmte Bakterien, Staphylococcus aureus, ausgelöst. Bei Neurodermitis befinden sich weitaus mehr von diesen Keimen auf der Haut, als bei normaler Haut. Auch hier gilt, durch die vorgeschädigte Haut können sich diese Keime besonders leicht verbreiten. Bei Impetigo contagiosa eine Rötung, welche mit kleineren und größeren Bläschen übersät ist. Diese können mit Flüssigkeit oder auch Eiter gefüllt sein. Meist tritt es bei Hautbereichen der Hände, im Gesicht und insbesondere in den Mundwinkeln auf. Im weiteren Verlauf platzen die Bläschen auf und eingetrocknet ergeben sie eine gelbliche Kruste. Die Hautinfektion ist hoch ansteckend (lateinisch contagiosa bedeutet ansteckend). Die Therapie erfolgt oft durch Antibiotikatabletten oder antibiotikahaltigen Salben, welche die krankheitsverursachenden Bakterien abtöten sollen.

Dellwarzen (Mollusca contagiosa)

Eine weitere mögliche Begleiterscheinung von Neurodermitis sind Dellwarzen oder Schwimmbadwarzen, auch Mollusca contagiosa genannt. Bei Dellwarzen handelt es sich um eine Virusinfektion, wobei diese zu den gutartigen Hautveränderungen zählt. Es bilden sich 3 bis 5 Millimeter große Knoten von weißlich-gelblicher Farbe auf der Hautoberfläche, die auf dem ganzen Körper auftreten können. Durch das Aufkratzen dieser Dellwarzen besteht eine hohe Ansteckungsgefahr, da die Viren auch auf weitere Hautregionen verschleppt werden können. Daher sollten Betroffene darauf achten, ausschließlich eigene Handtücher, Badeschwämme, etc. zu verwenden. Achtung! Wenn ein Familienmitglied von Dellwarzen befallen ist, ist besondere Vorsicht geboten. Am besten sollte so schnell wie möglich ein Hautarzt aufgesucht werden. Dieser kann die Dellwarze mit einem sogenannten „scharfen Löffel“ nach vorheriger lokaler Salben-Betäubung entfernen. Es bleiben meist Narben zurück. Eine sanftere Methode ist die äußerliche Behandlung mit einer wässrigen Lösung von Kaliumhydroxid.

Dyshidrortisches Ekzem

Dieses Ekzem äußert sich in Form von kleinen und juckenden, nässenden Bläschen an der Hand- und Fingerseitenfläche sowie manchmal an den Fußsohlen. Diese Bläschen platzen auf, wenn das Ekzem abheilt und die Haut schält sich. Bis heute kann man keine eindeutige Ursache festmachten, aber häufig entsteht dieses Ekzem durch eine Kontaktallergie, eine Pilzinfektion oder eine Unverträglichkeit von Medikamenten. Als ein anderer vermuteter Auslöser gilt eine emotionale Stresssituation. Die Behandlung erfolgt oft mit Cortisoncremes, welche zusätzlich gerne mit einer Zinkmixtur verschrieben werden, welche die nässenden Bläschen austrocknen sollen. Umschläge oder Bäder mit Gerbstoffpräparate können ebenfalls eine gute Wirkung erzielen. Eine Alternative zur Cortison Behandlung ist die Einnahme von Alitretinoin-Kapseln, welche zu den A Vitaminen zählen (allerdings nicht bei Schwangerschaft!).

Tipp!

Wenn man frühzeitig reagiert, kann man den Heilungsprozess verkürzen. Am besten handelt man sofort bei den ersten Anzeichen. Je besser man die Haut pflegt, desto eher kann man die empfindliche Hautbarriere vor einer neuen Infektion schützen.

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