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Innovative Therapie für schwere Fälle

Atopische Dermatitis

Endlich ist bei der Behandlung von Neurodermitis (Atopische Dermatitis) wieder ein großer Fortschritt zu vermelden: Mit dem neuen Biologikum Dupilumab gelingt es in vielen Fällen, sogar hartnäckige Fälle mit schwerer Ausprägung in den Griff zu bekommen.

Lange Zeit hat sich in der Therapie der Neurodermitis (atopisches Ekzem) nicht viel weiterentwickelt. Als letzte größere Innovation kamen Anfang des neuen Jahrtausends kortisonfreie Wirkstoffpräparate (Calcineurin-Inhibitoren) zur Anwendung. Diese Durststrecke ist vorbei: „Mittlerweile haben Forschungen zur Entstehung der Neurodermitis wieder völlig neue Therapieansätze eröffnet, die zwar keine endgültige Heilung aber in vielen Fällen dauerhafte Beschwerdefreiheit oder zumindest eine merkliche Reduktion der Symptome ermöglichen“, meint Dr. Gregor Holzer, Oberarzt an der Dermatologischen Abteilung im Wiener SMZ Ost –Donauspital. Derzeit werden verstärkt neue Wirkstoffe entwickelt und getestet, die sehr effektiv die Störung des Immunsystems korrigieren und als Injektion in längeren Abständen verabreicht werden. „Mit Verspätung im Vergleich zur Psoriasis-Therapie wird nun die Wirkstoffgruppe der Biologika auch bei Neurodermitis intensiv erforscht“, erklärt Dr. Holzer. Als erstes entsprechendes Medikament ist Dupilumab seit Herbst 2017 speziell für mittelschwere und schwere Fälle bei Erwachsenen zugelassen. Die Anwendung bei Jugendlichen befindet sich zurzeit in der Testphase.

Wie wird die Atopische Dermatitis behandelt?

Neurodermitis ist eine Erkrankung, die von den Betroffenen viel Eigeninitiative verlangt: vom frühzeitigen und regelmäßigen Arztbesuch, über die konsequente Hautpflege, das Erkennen und Meiden von Auslösern bis hin zu guten Stressbewältigungs-Strategien. So vielfältig wie die Ursachen und Symtome sind, so individuell sollte laut dem Dermatologe Dr. Gregor Holzer auch die Behandlung sein: „Die Therapie richtet sich nach den speziellen Bedürfnissen des Betroffenen, aber auch danach, wie schwer die Ausprägung der Erkrankung ist.“

Basispflege: Eine passende Hautpflege als Basistherapie ist bei dieser Erkrankung immer wichtig – auch wenn die Haut gerade äußerlich gesund aussieht. Dadurch wird die Hautbarriere gestärkt, Trockenheit und Juckreiz wird konsequent entgegengewirkt. Neben einem ausreichend hohen Lipidanteil sollte die Durchfeuchtung der Haut durch bewährte Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff und Glycerin gefördert werden. Nicht jede Pflege passt zu jedem Neurodermitispatienten, Vorlieben und Bedürfnisse sind individuell. Frage deinen Arzt, welche Pflege für dich am besten geeignet ist.

Behandlung bei leichten und mittelschweren Ekzemen: Diese werden in der Regel mit Cremen oder Salben gegen Entzündungen an der Hautoberfläche behandelt. Salben mit Kortison oder Calcineurin-Inhibitoren wirken zum Beispiel entzündungshemmend. Sie werden vor allem bei akuten Schüben angewendet, können aber auch auf abgeheilter Haut zwei Mal pro Woche zur Hinauszögerung von erneuten Neurodermitisschüben angewendet werden (proaktive Therapie). Um Nebenwirkungen und Langzeitschäden zu vermeiden, müssen sie genau nach Anweisung des Arztes aufgetragen werden.

Behandlung bei dauernden schweren und ausgeprägten Ekzemen: Neben einer Bestrahlungstherapie mit UV-Licht können sogenannte systemische Therapien zum Einsatz kommen. Das sind Medikamente, die innerlich auf den ganzen Körper wirken. Diese Medikamente drosseln die Immunantwort des Körpers und damit die Entzündung bei atopischer Dermatitis. Das sind vorwiegend Kortison und Ciclosporin, andere ähnlich wirkende Medikamente mit immunsuppressiver Wirkung finden seltener Anwendung. Allen diesen Medikamenten ist gemein, dass sie bei dauerhafter Therapie unangenehme Nebenwirkungen entwickeln können.

Behandlung mit Biologika mit zielgerichteten Antikörpertherapien: Mit modernen Antikörpertherapien können die Ursachen der atopischen Dermatitis gezielter behandelt werden. Sie greifen in das Immunsystem ein, indem sie nur bestimmte die Signalwege der Entzündung hemmen. Daher weisen sie eine hohe Wirksamkeit und gleichzeitig eine gute Veträglichkeit aus, schwere Nebenwirkungen treten seltener auf.

Biologika als Lichtblick für viele Betroffene


„Es gibt zwar einige Möglichkeiten, schwer von atopischer Dermatitis betroffene Menschen zu therapieren. Allerdings können jene Medikamente, die bislang dafür eingesetzt wurden, starke Nebenwirkungen haben“, betont der Experte. So schwächen die älteren Immunsuppressiva wie Cyclosporin und andere Substanzen aus dieser Medikamentenklasse das gesamte Immunsystem. Das bedeutet, dass auch die Abwehr gegen Viren und Bakterien beeinträchtigt ist. Dr. Holzer: „Moderne Wirkstoffe wie ein neues Biologikum hingegen korrigieren gezielt die Störung des Immunsystems und weisen dadurch eine bessere Verträglichkeit und Sicherheit auf.“

Seit Kurzem im Einsatz: der Wirkstoff Dupilumab

Seit Herbst 2017 ist Dupilumab als erstes Biologikum in mittelschweren bis schweren Fällen von Neurodermitis in Form von Injektionen zugelassen. Es bewirkt in vielen Fällen eine dauerhafte und hochgradige Verbesserung der Erkrankung, wie die bisherigen Studien gezeigt haben: In den Studien führte Dupilumab bei rund 40 Prozent der behandelten Patienten zu einer (fast) erscheinungsfreien Haut. 85,5 Prozent erreichten unter Dupilumab nach drei Monaten eine mindestens 50-prozentige Reduktion der Syptome. Dr. Holzer: „Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, mit diesem Biologikum eine beachtliche Verbesserung der Erkrankung zu erreichen, sehr hoch ist.“

Ein weiterer großer Vorteil neben der hohen Wirksamkeitsrate: „Biologika können viele Nebenwirkungen der älteren, immunsuppressiven Neurodermitis-Medikamente vermeiden.“ Es wird nur in jenen Teil des Immunsystems eingegriffen, der bei der Neurodermitis überaktiv ist und die typischen Ekzeme und den Juckreiz auslöst: „Da Biologika selektiver wirken, ist die Verträglichkeit besser und es sind eher selten schwere Nebenwirkungen zu erwarten.“ Als häufigste Nebenwirkung des Biologikums gibt der Hautarzt Kopfschmerzen und Augenentzündungen an: „Die Augen der Patienten mit atopischer Dermatitis sind besonders empfindlich, trocknen leichter aus und sind daher empfänglicher für Entzündungen. Dem kann man aber mit Augentropfen gut entgegenwirken.“

Informationsabend zu Biologika

Ein Leben mit Neurodermitis? Wir laden dich herzlich zu einem spannenden Informationsabend am 18. Oktober 2018 in Wien ein. Neurodermitis im Erwachsenenalter ist eine schmerzhafte Erkrankung der Haut, die Betroffene in vielerlei Hinsicht sehr belasten kann. Es erwartet dich ein Vortrag von OA Univ. Doz. Dr. Paul Sator über die Erkrankung sowie die neuen Behandlungsmöglichkeiten von Neurodermitis mit anschließender Diskussionsrunde. Sei dabei und hole dir wertvolle Informationen zu den neuen Behandlungsmethoden! Melde dich jetzt kostenlos an!

Weitere Infos und Anmeldung

Studien belegen die Wirkung

Welche Vorteile hat Dupilumab? Das Biologikum kann bei Atopischer Dermatitis den Zustand der Haut verbessern. In Studien hat Dupilumab bei vielen Patienten u.a. Folgendes bewirkt:

  • Reduzierter Juckreiz
  • Weniger Schlafstörungen
  • Weniger Krankheitsbeschwerden wie Ekzeme, trockene oder schuppige Haut
  • Erhöhte gesundheitsbezogene Lebensqualität (weniger Schmerzen, Angstzustände und Depressionen)

Auch wenn es dir mit diesem Medikament spürbar bessergeht, ist es wichtig, dass du deine Therapie weiterführst. Die häufigsten Nebenwirkungen der Therapie mit Dupilumab: Die Behandlung kann verschiedene Nebenwirkungen haben. Dazu gehören unter anderem: Reaktionen (Rötung, Schwellung, Jucken) an den Injektionsstellen, Augen- und Augenlidentzündungen (ca. 30% der Anwender), Herpes labialis (Fieberbläschen auf den Lippen und der Haut) sowie Kopfschmerzen. Diese Nebenwirkungen sind normalerweise mild bis mittelschwer.

Erstattung und Zukunftsaussichten

Zurzeit ist Dupilumab für mittelschwere und schwere Fälle bei Erwachsenen zugelassen. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung bei Jugendlichen wird aber bereits in Studien ermittelt, um auch für diese Patientengruppe eine Zulassung zu ermöglichen. Die Kosten für Dupilumab werden im Moment (Stand Juli 2018) von den Krankenversicherungsträgern nur bei Vorliegen der ärztlichen Bewilligung des chef- und kontrollärztlichen Dienstes der Krankenkasse übernommen.

Lass dir gezielt helfen!

Schulmedizin Dermatologe Hautarzt Urtikaria Psoriasis Schuppenflechte Spezialist

Auch in schwereren Fällen von Neurodermitis (atopischer Dermatitis) gibt es mittlerweile wirksame und gut verträgliche Medikamente. Nütze die Chance, bei Neurodermitis Beschwerdefreiheit oder zumindest eine spürbare Verbesserung zu erlangen. Dein Dermatologe kennt die neuesten Wirkstoffe – sprich ihn beim nächsten Arztbesuch darauf an und lass dich beraten!

© Dr. Gregor Holzer SMZ Ost Psoriasisambulanz Schuppenflechte Psoriasis Neurodermitis Biologikum
Dr. Gregor Holzer

Vielen Dank für das interessante Interview!
Herr Dr. Gregor Holzer ist Oberarzt an der Dermatologischen Abteilung im Wiener SMZ Ost-Donauspital

Betroffene mit mittelschwerer bis schwerer Ausprägung von Atopischer Dermatitis, die an einer Behandlung bzw. Studienteilnahme im Wiener SMZ Ost-Donauspital interessiert sind, wenden sich bitte an: Dr. Gregor Holzer, Email: gregor.holzer(at)wienkav.at

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