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Asthma bei Neurodermitis

Asthma, aber auch Heuschnupfen sind häufige Begleiterscheinungen von Neurodermitis. Doch wie hängen diese Erkrankungen zusammen und kann man ihnen vorbeugen?

Zu den atopischen Erkrankungen gehört nicht nur Neurodermitis, sondern auch Asthma bronchiale und Heuschnupfen (Allergische Rhinokonjunktivitis). Atopien bezeichnen allergische Erkrankungen, bei denen der Körper überempfindlich auf normalerweise harmlose Stoffe reagiert. Oft tritt Neurodermitis gepaart mit Asthma und/oder Heuschnupfen auf. Ungefähr 20 bis 30 Prozent aller an Atopischem Ekzem erkrankten Kinder und Jugendlichen leiden auch an Asthma bronchiale. In den meisten Fällen treten Ekzeme noch vor dem asthmatischen Symptomen auf.

Typische Asthma-Symptome

Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der unteren Atemwege. Es kommt zu einer Verengung der unteren Atemwege, was sich durch Husten, einem Engegefühl, einer Kurzatmigkeit, pfeifenden Atmengeräuschen und manchmal auch in Atemnot äußern kann. Die Symptome treten häufig anfallsartig auf, besonders in der Nacht. Dabei reagieren die Bronchien überempfindlich auf Reize, wie etwa auf das Einatmen von Tierhaaren, Pollen, Tabakrauch oder Hausstaubmilben. Burschen sind laut KiGGS-Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland) übrigens häufiger von Asthma betroffen als Mädchen. Im Erwachsenenalter haben hingegen mehr Frauen Asthma. Während Asthma bronchiale ungefähr bei der Hälfte der Kinder im Verlauf der Pubertät wieder abklingen, bleiben sie bei der anderen Hälfte auch im Erwachsenenalter bestehen.

Asthma behandeln

Um Asthma zu behandeln, ist einerseits eine langfristige Therapie notwendig, andererseits stehen auch für akute Asthma-Anfälle Medikamente zur Verfügung. Die Behandlung richtet sich vor allem gegen die chronische Entzündung, die mit inhalativen Kortikosteroiden oder aber auch oral mit sogenannten Leukotrienantagonisten behandelt werden kann. Die Akuttherapie der Atemwegsenge erfolgt mit bronchienerweiternden Inhalationen.

Zusammenhang zwischen Asthma und Neurodermitis

Der genaue Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Asthma ist noch nicht im Detail geklärt. Die Ursachen für Allergien sind multifaktoriell, wobei unter anderem Faktoren wie die erbliche Veranlagung, Umwelteinflüssen oder auch der Lebensstil eine Rolle spielen. Das atopische Ekzem wird als chronisch entzündliche Hauterkrankung durch vielfältige Faktoren ausgelöst und beeinflusst. Einerseits ist bekannt, dass eine genetische Veranlagung, die Hautbarriere betreffend, die Basis für die Trockenheit der Haut darstellt. Aber auch komplexe immunologische Vorgänge führen zu einer Überreaktion auf alltägliche uns umgebende Dinge.

Auch bei Asthma bronchiale ist ein Zusammenspiel von vielfältigen Faktoren Ursache der komplexen Erkrankung. Genetische Faktoren und eine Sensibilisierung gegen eingeatmete Allergene sind wichtige Risikofaktoren. An den zugrundeliegenden Ursachen von atopischen Erkrankungen wird aber eifrigst geforscht. So gelang es etwa einem internationalen Forscherteam, DNA-Abschnitte und mehrere Gene herauszuarbeiten, die das Risiko für Neurodermitis erhöhen. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es bei vielen Menschen eine vererbte Anfälligkeit für Entzündungserkrankungen im Allgemeinen gibt. Daneben sind spezielle erbliche und umweltbedingte Einflüsse dafür verantwortlich, dass sich diese Anfälligkeit auf der Haut ausprägt“, sagt Prof. Dr. Stephan Weidinger vom Exzellenzcluster „Entzündungsforschung“.

Eine Forschungsgruppe an der Universitätsmedizin Göttingen konnte in einer Studie zeigen, dass Störungen in der Hautbarriere die Entwicklung von allergischem Asthma begünstigen können. Ein Risikofaktor für die Entstehung von Neurodermitis sind fehlende Strukturproteine in der Haut. Durch die Studie konnte ein Beleg erbracht werden, dass diese Störungen in der Hautbarriere zu Entzündungen führen und damit nicht nur Neurodermitis begünstigen, sondern auch die Allergiesensibilisierung erhöhen und damit die Entwicklung von allergischem Asthma begünstigen.

Asthma vorbeugen

Kann man etwas tun, um der Entstehung von Asthma bei Neurodermitis vorzubeugen oder zu beeinflussen? Da die Ursachen von Asthma noch nicht endgültig geklärt sind, gibt es bisher kaum Maßnahmen zur Vorbeugung. Was aber uneingeschränkt empfohlen wird, ist die Vermeidung von Tabak. Die Betroffenen sollten also weder selbst rauchen noch Passivrauch ausgesetzt sein. Eltern von Kindern sollten daher – besonders, wenn bereits Ekzeme vorhanden sind – nicht in Gegenwart ihrer Kinder rauchen.

Die internationale Langzeitstudie ISAAC (The International Study of Asthma and Allergies in Childhood), die sich mit Asthma, Heuschnupfen und Ekzemen befasste, ergab, dass Raucher-Kinder häufiger Allergien oder Asthma entwickeln. Generell ist für Neurodermitis-Betroffene eine konsequente Pflege wichtig, um die Hautbarriere wiederherzustellen. Dies ist nicht nur essenziell für die Behandlung von Ekzemen, sondern kann auch helfen, einer Sensibilisierung vorzubeugen.

In Bezug auf die Frage, ob man der Allergieentstehung generell vorbeugen kann, gibt es die Hygienehypothese: So zeigen Studien, dass Kinder, die am Bauernhof aufwachsen, seltener Allergien, Asthma oder Heuschnupfen bekommen als ihre Nachbarn im gleichen Dorf, die nicht am Bauernhof aufwachsen. Die in den Ställen natürlich vorhandenen Bakterien und Pilzen könnten ebenso eine Schutzfunktion haben wie der Verzehr unverarbeiteter Rohmilch.

Spielt Ernährung eine Rolle?

In unterschiedlichen Studien konnte ein schützender Einfluss durch häufigen Fischverzehr festgestellt werden. Wer häufiger Fisch aß, entwickelte seltener Asthma oder allergische Rhinitis. Während man früher davon abriet, Kleinkindern im ersten Lebensjahr Fisch zu geben, sieht man das heute anders. Als Beikost kann Fisch also einen schützenden Effekt vor Allergien haben.

Interessant sind auch die Ergebnisse der ISAAC-Studie in Bezug auf die Ernährung: Die in der Langzeitstudie erhobenen Teenager, die dreimal oder häufiger pro Woche Fast Food konsumierten, hatten ein um 39 Prozent erhöhten Risiko für schweres Asthma, Kindern ein um 27 Prozent erhöhtes. Ebenso stieg auch das Risiko für Heuschnupfen und Ekzeme an. Obst könnte hingegen eine Schutzfunktion haben. Bei den Heranwachsenden, die mindestens dreimal pro Woche Früchte gegessen hatten, gab es um elf bzw. 14 Prozent geringe Symptome bei den Teenagern bzw. Kindern. Eine Erklärung dafür könnte laut Studienautoren in der Zusammensetzung des Essens liegen: Während Fast Food hohe Mengen an gesättigten und Transfetten enthält, die die Immunität beeinträchtigen, sind Früchte reich an Antioxidantien und anderen günstigen Komponenten. Zwar ist durch die Studie kein kausaler Zusammenhang erwiesen – dennoch kann es für Allergiker sicherlich kaum schaden, weniger Fast Food zu sich zu nehmen.

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