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Wie Michaela die Neurodermitis in den Griff bekam!

Michaela (24) aus Niederösterreich leidet seit ihrer Kindheit an einer schweren Neurodermitis. Was sie alles probiert hat und wie sie letztendlich Linderung fand, kannst du hier lesen!

Ich will meine eigenen Erfahrungen mit anderen Neurodermitis erkrankten teilen und deshalb schreibe ich jetzt mal auf was mir geholfen hat.

Ich habe seit ich ein kleines Kind bin Neurodermitis und war sehr lange nur in schulmedizinischer Behandlung (vor allem Cortison, Ultra Bas/Ultra Sic, Tablette wie Atarax). Je älter ich wurde desto schlimmer wurde mein Hautbild. Als Kind hatte ich den Ausschlag hauptsächlich in den Ellenbeugen und Kniekehlen, in der Pubertät war plötzlich auch mein Hals stark betroffen. Nach der Matura (Abitur) wurde es ganz schlimm, schubweise am ganzen Körper.

Ich entschloss mich alternative Therapien auszuprobieren (Darmsanierung mit darauf folgender Ernährungsumstellung, Behandlung durch einen Apotheker in einer Medizinaldrogerie, Heilpraktiker, usw.) ich hatte aber nie die Zeit, Kraft und vor allem Selbstdisziplin durchzuhalten. Ausserdem habe ich mich nie vollkommen auf die Heilung der Krankheit eingelassen.

Nach der Matura hab ich ein Jahr im Verkauf gearbeitet, viel Kontakt mit Rechungen (Quittungen), Geld und Staub. In der Arbeit konnte ich mich meist noch zurück halten, kaum war ich daheim hatte ich Kratzattaken, die teilweise eine halbe Stunde oder länger dauerten – zu dieser Zeit war die Haut meines ganzen Körpers entzündet und ich habe einfach weiter gemacht, ohne auf die Krankheit Rücksicht zu nehmen oder zu hören.

Die folgenden Jahre studierte ich in Wien und anfangs während der Studienzeit war es auch sehr schlimm. Die Haut nässte extrem, meine Kleidung klebte an mir, ich hatte sehr tiefe Risse in Hals und Ellenbeugenbereich, sodass Bewegungen nur noch eingeschränkt möglich waren. Ausserdem war mir zu dieser Zeit ständig kalt und ich war komplett verkrampft – vielleicht war es eine Art Schüttelfrost – doch mein Körper/meine Haut glühte und war heiß. Jede Kleinigkeit lies mich im wahrsten Sinne des Wortes aus der Haut fahren und ich kratze mich wund. Das Kratzen war eine Sucht und befriedigte mich. Mein Körper war vollkommen aus dem Gleichgewicht und ich hatte eine ständige innere Unruhe. Ich war wieder bei Schulmedizinern die mich kaum ansahen, nahm eine Menge Antibiotika und machte eine UVB Therapie. Ich ging weiterhin zur Uni und gab mir wieder keine Zeit, wollte die Krankheit und den Hilferuf meines Körpers nicht akzeptieren. Ich war kurz vorm verzweifeln, wusste nicht mehr weiter, war dann bei einem Arzt der mir zu einer Therapie riet, die, dass Immunreaktionen des Körpers so senkt, wodurch es fast nicht mehr reagiert. Ich bin froh, dass ich das nicht gemacht habe. Ich wurde schlussendlich ins Krankenhaus eingewiesen, wurde dort eine Woche mit Cortison behandelt und die Haut wurde besser. Die Wirkung des Cortisons hielt eine Zeit lang an, aber ich wusste und versprach mir selbst, dass ich kein Cortison mehr nehmen will.

Im Sommer darauf war ich ein Monat auf Bali – Meer, Sonne, kein Stress – perfekt für die Haut. Seit diesem Zeitpunkt war mir bewusst ich werde mich jetzt selbst therapieren, versuchen mich mit der Krankheit auseinander zusetzten, Stress reduzieren und ich will mein Leben in den Griff bekommen. Ich habe die Krankheit akzeptiert, als Teil von mir. Seit diesem Zeitpunkt (2012) war ich wegen den Hautproblemen nicht mehr beim Arzt oder anderen Therapeuten, Heilpraktikern, usw. Anfangs schmierte ich noch Cremen wie Nivea, habe dann aber immer mehr über Inhaltsstoffe gelesen Erfahrung und wollte auf natürlicher Cremes und Salben umsteigen. Die nächste Wahl waren Ringenblumensalben, die mir wirklich halfen, doch auch diese waren mit Inhaltsstoffen wie Erdöl versetzt.

Mittlerweile mische ich mir meine Cremen selbst (Sheabutter, Nachtkerzenöl), oder verwende Öl (Hanföl – sehr zu empfehlen, Johanniskrautöl, Olivenöl) und eine Hanfsalbe ohne Zusatzstoffe (von Carun). Zusätzlich bin ich sehr viel an der frischen Luft, nimm mir die Ruhe die ich brauche und vermeide Stress vollständig. Ich bin sehr viel durch die Welt gestresst – von einem Ort zum nächsten und wieder zurück – nahm mir nicht bewusst Zeit für mich. Meiner Meinung nach ist Stress nur vom eigenen Hirn selbst produziert und da kann man sehr gut dran arbeiten, diesen Stress zu vermeiden/verbannen.

Zusätzlich achte ich auch auf meine Ernährung, ich vermeide Milchprodukte, zu viele Histamine, beim Zucker bin ich gerade dran und ich esse kein Fleisch. Weiters weiß ich das sich Rauchen und Alkohol schlecht auf das Hautbild auswirkt. Was ich auch gelernt habe ist, alles Step by Step anzugehen. Man kann nicht alles auf einmal ändern und wenn man mal einen Schritt zurück geht, sollte man es einfach noch einmal versuchen. Wichtig ist auf den eigenen Körper zu hören, ihm Zeit zu geben, ihn heilen zu lassen und positiv an die ganze Sache heran zu gehen.

Ein weiterer Tipp wäre noch sich einen Ausgleich/eine Ablenkung zu suchen wo man Energie ablassen kann – ich jongliere und spiele Gitarre – aber da findet wahrscheinlich eh jeder was für sich. Ich wünsch euch allen das Beste und gebt niemals auf, es ist kein leichter Weg, aber ich liebe es mittlerweile mich mit meinem Körper auseinader zu setzten auch wenn es immer noch Momente gibt, wo ich nicht mehr weiter weiß. In diesen Momenten leg ich mich hin, atme bewusst und versuche zu entspannen.

Alles Liebe, Michaela (24) aus Niederösterreich

Vielen Dank Michaela für das Niederschreiben deiner Geschichte und diese hilfreichen Informationen!

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