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Neurodermitis ohne Cortison - und doch erscheinungsfrei!

Neurodermitis ohne Cortison und doch erscheinungsfrei! Daniel aus Tirol leidet seit seiner Kindheit an einer schweren Neurodermitis. Welche Wege er für sich gefunden hat, damit besser umzugehen, schreibt er in seiner Hautgeschichte!

Die meisten mögen denken komischer Titel, dazu muss ich sagen ich war früher noch extremer und glaubte an eine 100%ige Heilung. Die ist aber definitiv nicht möglich! Man kann aber sehr wohl herausfinden was man persönlich benötigt um erscheinungsfrei leben zu können. Natürlich kann es durch nicht beeinflussbare Ereignisse wie den Tod eines Geliebten oder sonstige Schicksalsschläge zu einem erneuten Ausbruch kommen. Oder so wie in meinem aktuellen Fall durch das Nichtbeachten gewisser Dinge. Aber ich will ganz vorne beginnen.

Zu Beginn der Pubertät ging es bei mir soweit ich zurückdenken kann los mit den ersten starken Schüben vor allem im Halsbereich, Armbeugen, Kniebeugen. Bei einem Umzug und gleichzeitigem Schulwechsel war es besonders schlimm und eine Cortisonbehandlung folgte der nächsten. Während meiner Ehe von 2001 bis 2010 war ich so gut wie erscheinungsfrei (nur die Armbeugen machten Probleme). Doch dann Eheprobleme bis hin zur Scheidung und die Trennung von meinen 3 Kindern inkl. Auszug von der gemeinsamen Wohnung führten dann zum Supergau und fast mein ganzer Körper war akut betroffen. Obwohl ich mich bereits so weit in die Materie hineingelesen habe und ich davon überzeugt war das Cortison auf Dauer das Schlimmste ist, waren die Schübe so extrem, dass ich es ohne nicht aushalten konnte. Doch sobald die Entzündungen ein wenig zurückgingen beendete ich die Cortisionbehandlung frühzeitig und schwor mir alles zu tun um nie wieder dieses "Teufelszeug" (immerhin bessert sich die Haut meist binnen Stunden und das kann kaum gesund sein) schmieren zu müssen.

In den nächsten eineinhalb Jahren bis Ende 2012 stabilisierte sich dann die Situation ein wenig und mit ihr auch meine Haut. Doch erst als ich dann im Jahr 2013 mit Leistungssport (Rennradfahren) begann wurde ich erscheinungsfrei. Ich steigerte mich bis Sommer 2013 in einen richtigen Flowzustand und dachte erstmals ich sei geheilt von dieser lästigen Krankheit. Doch dann wurde wohl aufgrund von Übertraining ein Virus festgestellt und mit ihm kam die Neurodermitis zuerst auf der Kopfhaut, um die Augen und dann auch wieder in Arm- und Kniebeugen zurück. Mit ihr war auch die Lust und Motivation am Sport wie verschwunden und ich verlor meine Ziele aus den Augen. Im Frühling 2014 legte ich den Schalter nach Monaten des Nichtstuns um und beschloss diesmal alles zu tun um so schnell als möglich wieder erscheinungsfrei zu werden.

Und tatsächlich nach der Kombination aus mehreren Dingen wie Bioresonanz, Weglassen von Zucker, veganer Ernährung und einem Sommermärchen mit einer hübschen Spanierin wurde dann alles wieder besser. Bis ich dann dank hautinfo.at und der PVA bereits mit einem stark verbesserten Hautbild im September 2014 zur Kur ans toten Meer fliegen durfte. Nach der üblichen Erstverschlimmerung bin ich dann fast erscheinungsfrei wieder nach Österreich gekommen. Und dann war sie wieder da die Motivation für den Sport und in weiterer Folge wurde 2015 wieder Leistungssport daraus. 2015 war wirklich toll: Arbeit im Nachbarland Schweiz die Spaß machte und auch der Verdienst passte, unglaubliche Fitness und völlig gesunde Haut.

Und doch sitze ich nun hier etwa 8 Monate später ohne Job, ohne Fitness und mit meinem 2. größten Neurodermitisschub in meinem Leben. Ja wie ist das möglich. Es begann im November 2015, auf der einen Seite die bei Leistungssportlern fast übliche Herbstdepression nach einer langen Rennsaison und auf der anderen Seite die immer stärker werdenden Probleme mit meinen Teamkollegen in meiner so geliebten Arbeit. Und statt nur die Arbeit zu kündigen habe ich zeitgleich auch keine Motivation mehr für meine Passion den Radsport aufbringen können. Und so hatte ich im darauffolgenden März meinen effektiv letzten Arbeitstag. Nach einem weiteren erfolglosen Anlauf habe ich dann endgültig mein Abenteuer Schweiz aufgegeben und bin seit 1. Juni 2016 in Österreich. Auch hier habe ich es trotz immer stärker werdenden Neurodermitisschüben mit einer neuen Arbeit versucht, doch schon am Ende der ersten Woche hatte ich einen völligen Nervenzusammenbruch.

Bis zu diesem Moment hätte ich beinahe aufgegeben, ich versuchte gut 2 Monate die bereits geahnten Schübe in den eigenen 4 Wänden zu vestecken. Doch nun habe ich neuerlich den Schalter, wen auch später wie vor 2 Jahren, umgelegt und mache seitdem wieder Schritt für Schritt alle Dinge die mir gut tun unter anderem nach fast 6 Monaten Pause wieder Sport, wenn auch zur Zeit "nur" 1-2stündige Wanderungen im Wald. Auch einen 2. Aufenthalt am toten Meer habe ich bewilligt bekommen (juhu!!!).

Also welche Lehren habe ich aus meinen persönlichen Erfahrungen bisher gezogen: Neurodermitis ist nicht heilbar, man kann sie nur still legen, aber auch nur wenn man alles tut was der eigenen Seele und dem eigenen Körper guttut. Und ich bin mir sicher jeder Neurodermitiker kann das für sich herausfinden. Extreme gilt es nach Möglichkeit zu vermeiden, dennoch sollte man genügend Disziplin zur "Selbstheilung" aufbringen können. Und Dinge die man nicht ändern kann akzeptieren lernen, aber jene Dinge die man ändern kann auch ändern. Was für das Gewohnheitstier Mensch ja meist nicht so einfach ist. Am Schluss möchte ich mich noch ganz herzlich bei hautinfo.at besonders bei der Karin für ihre wertvollen Hilfen die letzten Jahre bedanken. Liebe Grüße Daniel

Vielen Dank Daniel für das Niederschreiben deiner Geschichte und diese hilfreichen Informationen!

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