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Neurodermitis Behandlung im Überblick

Die Neurodermitis ist keine gefährliche Krankheit, gilt aber als nicht heilbar. Juckreiz, rote und schuppende Flecken sind kein Zeichen von mangelnder Hygiene, bedürfen aber einer speziellen Pflege. Die Behandlung der Schulmedizin erfolgt von außen und/oder innen, zusätzlich gibt es Unmengen an alternativen Behandlungsformen. Dazu kannst du selbst viel tun, um dein Leben mit Neurodermitis lebenswerter zu gestalten.

Es gibt viele Möglichkeiten der Linderung

Jeder hat seine eigene Neurodermitis. Nachdem es kein Generalrezept gibt, solltest du deinen eigenen optimalen „Therapie-Weg“ finden. Das ist eine individuelle Kombination aus verschiedenen Therapien und Behandlungen. Von richtiger Hautpflege über Medikamente der Schulmedizin und Alternativmedizin zu Darmgesundheit und ausgeglichene Psyche bis hin zur Ausübung einer guten Entspannungstechnik. Die Liste an hilfreichen „Dingen“ ist lange und wird zunehmend länger. Wir wollen dir als unabhängige Plattform die verschiedenen Produkte und Dienstleistungen vorstellen. Entscheiden musst du dich dann selbst. Letztendlich wollen wir dir helfen, dich in deiner Haut wieder wohl zu fühlen.

Das Internet gilt als starker Triggerfaktor

Es werden spontane Lösungen versprochen, aufgebauscht mit zum Teil oft mit extrem schlechten Vorher-Nachher-Bildern und dabei wird vermittelt, mit der EINEN Pille wird alles sofort gut. Das eine Generalrezept gibt es aber nun mal nicht, das Geld kannst du dir sparen. Es wird nach wie vor in Bezug auf Neurodermitis sehr viel geforscht und es werden immer wieder neue Produkte auf den Markt gebracht. Aber du wirst auch auf dieser Website kein Wundermittel finden.

Dranbleiben als oberste Prämisse

Nur jeder 2. Betroffene wendet seine Standardtherapie wirklich regelmäßig an und erreicht damit nicht den gewünschten Therapieerfolg, der eigentlich durch moderne Behandlungsmethoden möglich wäre. Das ist nicht notwendig. Gerade bei einer chronischen Hauterkrankung wie Neurodermitis ist die korrekte Einnahme der empfohlenen Medikation für eine langfristige Linderung der Beschwerden von großer Wichtigkeit. Du solltest motiviert sein, die Verordnungen/Empfehlungen des behandelnden Arztes wirklich in deinen Lebensalltag zu integrieren. Eine Therapie ist immer nur so gut ist, wie deine Bereitschaft, sie auch regelmäßig anzuwenden. Das funktioniert, wenn Arzt und Patient gemeinsam daran arbeiten. Aber deine Aktivität ist absolute Voraussetzung für eine langfristige Linderung deiner Beschwerden. Es ist klar, gerade wenn man sich in einem akuten Schub befindet, ist der Leidensdruck extrem hoch und es werden neben Medikamenten viel Salben und diverse Cremes verwendet. Viele Betroffene einer Hauterkrankung machen die Erfahrung, es geht mir nicht gut und ich bekomme einen Schub – gut, das ist verständlich. Dann gibt es auch jene Phasen, es geht mir gut und ich bekomme auch einen Schub. Damit kommt verständlicherweise das subjektive Gefühl, man ist der Hauterkrankung völlig ausgeliefert und wenn ich das Gefühl habe, dem ausgeliefert zu sein ist fehlt oft die die Bereitschaft eine Therapie „durchzubeißen“.

Nimm dein Leben aktiv in die Hand und sei selbst gut über die Krankheit informiert! Es gibt auch für dich eine passende Behandlung, mit der du Neurodermitis gut in den Griff bekommst. Aber egal für welche Behandlungsform du dich entscheidest, du musst geduldig sein und dranbleiben! Eine Therapie kann nur dann auf Dauer erfolgreich wirken, wenn du diese konsequent anwendest.

Fühlst du dich bei deinem behandelnden Arzt gut aufgehoben?

Für eine effektive Neurodermitis-Behandlung solltest du dich unbedingt an einen Hautarzt wenden. Du solltest dich in guten Händen und vor allem ernst genommen fühlen. Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein, eine Zweitmeinung einzuholen, wobei ein ständiges „Arzt-Hopping“ nicht empfehlenswert ist. Üblicherweise wählt der Hautarzt gemeinsam mit dir die für dich passende Therapie.

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach den einzelnen Symptomen und deren Ausprägung, deinen individuellen Lebensgewohnheiten und natürlich deinem Alter. Das Führen einer speziellen „Fragen für den nächsten Arztbesuch“-Liste kann sehr hilfreich sein. Oftmals kann selbst ein Arzt die Reaktionen deiner Haut im Vornherein nicht im Detail abschätzen. Probiere einfach verschiedene Therapien aus, du wirst die „Richtige“ für dich finden. Wenn du dich in einem akuten Schub befindest (starker Juckreiz, Haut ist gerötet und entzündet), ist der Einsatz von Medikamenten meist unausweichlich und führt zu einer raschen Linderung der Beschwerden. Wichtig ist dabei der richtige Einsatz der Medikamentes! In der richtigen Dosierung ist auch der Einsatz von Cortison in manchen schweren Fällen gerechtfertigt und sollte nicht von vornherein abgelehnt werden. Das Therapieziel Je früher du mit der Behandlung beginnst, desto besser stehen die Chancen, eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern und deine Lebensqualität wieder zu steigern. Die Wahl der Behandlungsform erfolgt individuell und orientiert sich an der Schwere der Erkrankung und am Krankheitsverlauf. Sprich mit deinem Arzt, welches Therapieziel ihr mit der jeweiligen Therapie konkret erfolgt: Reduzierung der Schübe, Reduzierung des Juckreizes oder/und Verhinderung der Ausbreitung.

Schulmedizinische Behandlungen im Überblick

Das Immunsystem eines Neurodermitikers ist permanent in Alarmbereitschaft und reagiert auf viele (für gesunde Menschen harmlose Reize) mit verschiedensten Symptomen wie gerötete Hautstellen bis hin zu blasser, sehr trockenen, schuppenden Haut, die mit starkem Juckreiz einhergehen können. Damit ist der Teufelskreis perfekt: durch das Jucken wird gekratzt und dies führt zu Hautentzündungen, welche wiederum Juckreiz auslösen.

Eine symptomatische Behandlung (Juckreiz und Hautentzüng werden mit jeweils passenden Medikamenten behandelt) der Neurodermitis ist unausweichlich um eine bakterielle bzw. virale Infektion der Haut zu verhindern.

Die Neurodermitis tritt üblicherweise in Schüben auf. Zwischen den Schüben gibt es wiederum Zeiten, in denen man komplett beschwerdefrei leben kann. Die Länge und Ausprägung eines Schubes fällt bei jedem Betroffenen unterschiedlich aus.

Zu den bisher wichtigsten Wirkstoffen in der Neurodermitis-Behandlung zählen die verschiedenen Cortisonpräparate, welche rasch und effektiv Entzündungen der Haut eindämmen können. Sie werden üblicherweise als Creme oder Salbe und nur bei schweren Schüben kurzfristig auch oral als Tablette verabreicht. Bei fachgerechter Anwendung ist Cortison in der Regel gut verträglich. Als Alternative sind die Calcineurin-Inhibitoren Pimecrolimus und Tacrolimus verfügbar. Der große Vorteil ist, dass diese nach dem derzeitigen Wissensstand die Haut auch bei einer dauerhaften Anwendung nicht ausdünnen. Diese Medikamente werden dann vorwiegend eingesetzt, wenn Cortison nicht verwendet werden kann oder nicht ausreichend wirkt. Weiters kommt die Photo-Therapie mit UV-Licht bestimmer Wellenlägen (UVA und UVB) als entzündungshemmende Therapie in Frage. Bei einer sehr schweren chronischen Neurodermitis können systemische (innerlich) Medikamente wie Immunsuppressiva zum Einsatz, am besten dokumentiert ist der Wirkstoff Cyclosporin A. Es eignet sich allerdings nicht für eine langfristige Anwendung, sondern sollte nach wenigen Monaten wieder unterbrochen werden Ebenfalls effektiv können andere bekannte Immunsuppresiva wie Methotrexat und Azathioprin sein.

Hautpflege, Hautpflege und nochmals Hautpflege!

Die wichtigste Behandlungsmaßnahme der Neurodermitis ist klar das tägliche Eincremen der Haut! Eine Basispflege sollte wie das Zähneputzen fix am Tagesplan stehen. In einer schubfreien Zeit kann eine gute Hautpflege einen neuen Neurodermitis-Schub vorbeugen beziehungsweise einen solchen abmildern.

Durch die Hautpflege bessert sich das allgemeine Hautbild, die schubfreien Intervalle dauern länger an und der Einsatz von schweren Medikamenten lässt sich auf Akutfälle reduzieren. Nachdem die Neurodermitis Haut generell sehr feuchtigkeitsarm ist, muss diese speziell nach jedem Duschen eingecremt werden um die Feuchtigkeitsversorgung der Haut sicherzustellen. Denn wenn die Haut austrocknet, beginnt diese zu jucken und mit dem Aufkratzen wird einer neuer Schub begünstigt. Es werden rückfettende und pflegende Bäder, Cremes, Salben oder Lotionen ohne medizinische Wirkstoffe angewendet. Neben der medizinischen Hautpflege gibt es eine große Anzahl an Pflegeprodukten, welche speziell für die Neurodermitis-Haut entwickelt wurden. 

TIPP der Hautinfo.at Gründerin

Karin Hafner hautinfo

Eines sollte an dieser Stelle nicht fehlen: Es muss nicht immer das teuerste Produkt sein, welches deiner Haut den meisten Nutzen bringt! Ich bin selbst seit meiner Geburt teilweise schwer von Neurodermitis geplagt und habe in meinem Leben sehr viele Salben, Cremes und Lotions ausprobiert und geschmiert. Mein Fazit ist: nur weil ein Produkt sehr teuer ist und eine schöne edle Verpackung aufweist, heisst es leider noch nicht, dass es automatisch für die sehr empfindliche Neurodermitis Haut geeignet ist. Viele Produktanbieter bieten kostenlose Proben zum Testen an, frage daher vor dem Kauf nach einer gratis Probe! Karin Hafner, Hautinfo.at Gründerin

Neurodermitis und Allergien

Bei vielen Neurodermitikern sind verschiedene Allergien (zB Hausstaubmilbe, Tierhaare, bestimmte Lebensmittel, Pollen etc.) die Auslöser der Symptome. Als Betroffener musst du herausfinden, worauf du allergisch reagierst und versuchen diesen Allergenen aus dem Weg zu gehen.

 

Alternativmedizin

Zumindest einen Blick solltest du auch auf die Alternativmedizin werfen, diese ist mittlerweile vom Markt nicht mehr wegzudenken. Vielen Betroffene sind auf der Suche nach Alternativen. Hautinfo.at stellt dir die wichtigsten alternativen Behandlungsformen vor. Alternativmedizin >

Die Haut ist der Spiegel der Seele

„Warum hat es gerade mich getroffen?“ Diese Frage taucht unweigerlich auf, wenn die Haut an Neurodermitis erkrankt ist, denn eine Hauterkrankung stigmatisiert und schränkt die Lebensqualität ein. Viele Betroffene kämpfen mit sozialer Diskriminierung und psychischen Problemen. Dabei hat der seelische Zustand einen maßgeblichen Einfluss auf die Hauterkrankung sowohl für den ersten Ausbruch der Krankheit als auch für den individuellen Verlauf. Wenn dein Leben zunehmend von der Krankheit negativ beeinflusst wird, solltest du dir psychologische Hilfe und Unterstützung suchen. Dort wird dir gezeigt, wie man besser mit Neurodermitis und möglichen Begleiterkrankungen (zB einer Depression) umgehen kann. Auf lange Sicht kannst du das eigene Wohlbefinden dadurch deutlich verbessert. Beitrag "Psychische Belastung einer Hauterkrankung" >

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