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Hühneraugen – so kommen und so gehen sie auch wieder

Der Name klingt hübsch, am Fuß macht es sich aber dann doch nicht so gut. Das Hühnerauge, medizinisch Clavus (Nagel) genannt, ist eine Hornhautverdickung, die nicht nur optisch stört, sondern auch sehr schmerzhaft sein kann. Wenn die Hornhaut schmerzhaft wird und die Schuhe nicht mehr passen wollen.

Hühneraugen werden etwa fünf bis zehn Millimeter groß und sind anfangs ganz harmlose Druckstellen. Meist entstehen sie durch das Tragen von falschem Schuhwerk. Also Schuhe, die drücken, die zu eng sind und zu wenig Luft an den Fuß lassen. Darauf reagiert die Haut mit Hornhautbildung. Das soll die Haut vor dem permanenten Reiz schützen. Das unangenehme daran: die Hornhaut wächst wie eine Spitze in die Tiefe. Diese Spitze kann bis tief in die Lederhaut reichen und dabei Nervenstränge reizen. Die können teils sehr intensive Schmerzsignale aussenden.

Wer ist besonders betroffen?

Das Hühnerauge ist sehr weit verbreitet. Besonders häufig sind Frauen, Rheuma- und Diabetespatienten betroffen. Warum gerade Frauen besonders darunter leiden, ist schnell erklärt: Highheels. Frauen tragen oft zu enge und zu hohe Schuhe. Und leben (neben andere Fußproblemen) ständig mit dem Risiko, auf dem zweiten Zeh, dem vierten Zeh oder dem kleinen Zeh Druckstellen zu bekommen.

Was kann Hühneraugen noch begünstigen?

Es gibt auch Fehlstellungen, die die Bildung von Hühneraugen begünstigen. Hammerzehen oder ein Ballen (Hallux valgus) sowie ein Spreizfuß können ebenfalls die Ursache sein. Auch an Überbeinen bildet sich bei zu viel Druck oft Hornhaut. Allerdings können schon scheuernde Socken ein Hühnerauge verursachen, wenn du entsprechend sensible Haut hast.

Auch sehr trockene Haut, bestimmte Stoffwechselkrankheiten oder eine genetische Veranlagung zu Hornhautbildung gelten als Risikofaktoren. Nach neuesten Erkenntnissen kann auch eine Strahlentherapie bei Krebspatienten die Bildung von Hühneraugen begünstigen.

In seltenen Fällen kann es auch zu Hühneraugen an den Händen kommen. Wer z.B. viel mit der Hand schreibt, kann vom Kugelschreiber Druckstellen am Mittelfinger bekommen. Auch das intensive Spielen von bestimmten Musikinstrumenten oder das Betreiben einer Sportart kann zu einseitigen Belastungen und damit Druckstellen führen. In noch selteneren Fällen können lokale Virusinfektionen für die Entstehung von Hühneraugen verantwortlich sein. Auch der Kontakt mit Gift wie z.B. Arsen kann zu Hühneraugen führen.

Hühnerauge vs. Warze

Das Hühnerauge wird oftmals mit einer Warze verwechselt. Warzen entstehen auch oft an Stellen, die starker Reibung oder Druck ausgesetzt sind. Warzen haben keinen Hornhautkeil in der Mitte und sind eher flach, da sie nur wenige Hautschichten betreffen. Warzen werden oft von Viren ausgelöst und treten dann vermehrt auf. Ein Hühnerauge kommt immer alleine und ist bei Druck schmerzhaft, die Warze nicht. Im Zweifel kann ein erfahrener Fußpfleger oder Arzt den Unterschied aber sofort erkennen.

Warzen richtig behandeln

Wie kann ich Hühneraugen entfernen?

Vorweg: Niemals selbst zum Messer greifen, sollte sich das Hühnerauge nicht leicht entfernen lassen. Vor allem Diabetiker, Rheumapatienten und Menschen mit Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis sollten Hühneraugen nur von einem Arzt oder medizinischen Fußpfleger (Podologen) behandeln lassen.

Im ersten Schritt gilt es, die Ursache aus dem Weg zu schaffen. Also im häufigsten Fall all die Schuhe zu vermeiden, die für Druckstellen sorgen. Auch wenn sie noch so schön sind, wenn sie dir Schmerzen bereiten, gehören die Stilettos in die Kleiderspende. Ja, auch wenn sie teuer waren.

Im nächsten Schritt muss die Hornhaut entfernt werden. Dafür bietet sich ein warmes Fußbad an, nachher kann die aufgeweichte Haut vorsichtig mit einem Bimsstein oder einer speziellen Feile abgeschabt werden. Damit keine Keime eindringen können, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Haut nicht verletzt wird. Das kann durchaus ein langwieriger Prozess sein, oftmals dauert es einige Wochen, bis die Hornhaut nach und nach verschwunden ist. Wenn du nach jedem Bad die Haut mit einer rückfettenden Creme behandelst, wird sie schneller wieder geschmeidig und weniger verhornt. Ein sogenannter Hühneraugenring kann die Stelle, an der das Hühnerauge wächst, in der Zwischenzeit entlasten. Dabei handelt es sich um ein rundes Druckschutzpolster mit einem Loch in der Mitte. Es gibt allerdings auch Experten, die vor dem eigenmächtigen Gebrauch dieser Ringe warnen. Denn unter Umständen wird der Druck falsch verteilt und ein neues Hühnerauge kann heranwachsen. Im Zweifel geh bitte zu einem Arzt oder Podologen.

Die Behandlung mit Hühneraugen-Pflaster

Der erste Griff bei bereits sichtbaren Hühneraugen geht oft zum Hühneraugenpflaster aus der Apotheke. Die speziellen Pflaster sind mit Chemikalien (sogenannte Keratolytika) getränkt, die die Hornhaut aufweichen sollen. Dafür nimmst du ein warmes Fußbad und klebst dann im Anschluss das Pflaster auf die trockene Haut. Nach ca. 2 Tagen kannst du dann das Hühnerauge einfach heraus heben. Ganz ohne Risiko ist diese einfache Methode aber auch nicht. Die Wirkstoffe sind sehr aggressiv und können die gesunde Haut verletzten. Das Pflaster darf also nur so angebracht werden, dass es ganz sicher nicht verrutscht. Die Wirkstoffe werden auch als Stifte oder Tinktur angeboten, damit sie an schwierigeren Stellen zum Einsatz kommen können. Das Hühnerauge wird dafür gemäß der Gebrauchsanweisung betupft. Nach wenigen Tagen ist die Hornhautverdickung stark aufgeweicht und lässt sich unblutig und schmerzfrei herausheben oder abrubbeln.

Welche Hausmittel helfen gegen ein Hühnerauge?

Gerade bei kleineren Hühneraugen können altbewährte Hausmittel hilfreich sein. Als erste Hilfe hat sich bei vielen die Zwiebel bewährt. Sie wird püriert und mit etwas Zitronensaft und Salz vermischt. Dann auf das Hühnerauge auftragen und mit einer Mullbinde abgedeckt über Nacht wirken lassen. Nach ca. 8 Nächten sollte die Druckstelle so aufgeweicht sein, dass sie ganz einfach abgetragen werden kann.

Ein Kamillentee-Bad wirkt entzündungshemmend und weicht die Haut gut auf. Dafür den Fuß mindestens eine Viertelstunde in frisch aufbereitetem Sud einwirken lassen.

Auch die Salicylsäure in der Aspirintablette soll die Hornhaut erweichen. Dafür werden bis zu fünf Tabletten zerdrückt und mit etwas Wasser zu einem Brei verrührt, auf die Hornhaut aufgetragen und abgedeckt. Aber Achtung: Salicylsäure ist auch in den meisten Hühneraugenpflaster enthalten und daher ist die gesunde Haut rund um das Hühnerauge unbedingt mit einer Fettcreme zu schützen.

Weitaus sanfter ist da die Behandlung mit süßen Rosinen. Dafür wird die Rosine aufgeschnitten und über Nacht mit einem Pflaster fixiert. Auch dies sollte ein paar Nächte wiederholt werden.

Geruchsintensiver kann da eine Behandlung mit Knoblauch sein. Aber auch sie kann, fixiert mit einer Mullbinde, auf natürliche Weise dafür sorgen, dass die Hornhaut weich wird und das Hühnerauge leicht herausgenommen werden kann.

Wer etwas Geduld mitbringt, kann das abendliche Betupfen der Hühneraugen mit den unterschiedlichsten Tinkturen in sein Pflegeritual einbauen. Dafür eignen sich Teebaumöl oder Propolistinktur. Auch Schöllkrauttinktur kann dafür eingesetzt werden, dabei ist aber zwingend zu beachten, dass diese nur für den äußerlichen Gebrauch geeignet ist. Ähnlich wie Kernseife macht auch Oliven- oder Mandelöl die Hornhaut weicher. Dafür die Stelle täglich einreiben.

Das Gel einer frischen Aloe Verapflanze – oder auch einer hochwertigen Tubenvariante – kann zweimal täglich aufgebracht werden, um die Haut aufzuweichen. Ein weiteres natürliches Hausmittel ist die Hauswurz. Dafür werden die Blätter der Pflanze in einer Saftpresse gequetscht und der Saft wird dann auf die betreffende Hautstelle geträufelt. Zusätzlich kann man die Wirkung noch verstärken, wenn eines der bearbeiteten Blätter mit einer Mullbinde an dem Hühnerauge über Nacht fixiert wird.

Die Behandlung durch einen Profi

Der Arzt oder medizinische Fußpfleger (Podologo) kann bei hartnäckigen Hühneraugen, die sich jeder sanften Behandlung verweigern, das Hühnerauge vorsichtig mit dem Skalpell entfernen. Besonders tiefsitzende Hühneraugen müssen unter Umständen mit Hilfe einer Operation entfernt werden.

Nie wieder Hühneraugen?

Wenn es lediglich an den falschen Schuhen lag, dann kannst du in Zukunft Hühneraugen vermeiden. Sollte es aber an einer Fuß- oder Zehenfehlstellung gelegen haben, dann solltest du orthopädische Einlagen in Erwägung ziehen. Dein Orthopäde kann mit dir auch über mögliche operative Korrekturen reden wie z.B. bei ausgeprägten Ballenproblemen (Hallux Valgus). Ansonsten solltest du deine Füße gut behandeln: regelmäßige Fußbäder und eine reichhaltige Pflege lassen viele Druckstellen gar nicht erst aufkommen. Und irgendwann gewöhnst du dich auch an die flachen, bequemen Schuhe, versprochen.

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