Soziale Netzwerke
FacebookGoogle+YouTube
Suche Hautlexikon Newsletter

Nichts mehr verpassen!
Der hautinfo.at-Newsletter

* Pflichtfelder

Forum

Skinpicking

Skin Picking, auch Dermatillo­manie genannt, zählt zu den Zwangserkrankungen. Die Betroffenen müssen dem Drang nachgeben, die Haut zu bearbeiten. Jedoch geht es ihnen und ihrer Haut hinterher schlechter als vorher. Der Grund für Skin Picking kann unter Umständen ein hoher psychischer und körperlicher Leidensdruck sein.

Eine Unreinheit auf der Stirn, die man sicher leicht ausdrücken kann. Beim ersten Mal hat es nicht geklappt, daher wird beim zweiten Mail noch ein bisschen fester gedrückt. Meist bleibt es aber nicht nur bei dieser einen Stelle, die nächste wartet schon. Auch Pinzetten und Nadeln werden oft herangezogen, um all den Schmutz aus der Haut zu bekommen. Am Ende bleibt ein rotes und geschwollenes Gesicht übrig.

Die Störung beginnt meist in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter. Laut neuesten Schätzungen sind in etwa 1,5 bis 5 Prozent der Bevölkerung betroffen. Es wird vermutet, dass mehr Frauen als Männer darunter leiden.

Was können die Auslöser für Skin Picking sein?

Jeder Mensch hat seine eigenen Angewohnheiten, um mit Stress umzugehen. Einige rauchen, andere machen übertrieben viel Sport oder sie spielen dem Handy. Klare Auslöser für Skinpicking sind nicht bekannt. In den meisten Fällen beginnt die Krankheit schleichend. Das Kratzen bzw. Zupfen an der Haut dient in der Regel als einfacher Mechanismus zur Stressregulierung. Einige Betroffene haben schweren Situationen standhalten müssen und haben dadurch eine vorübergehende Lösung zur Stressreduzierung gesucht und gefunden.

Jedoch sind auch Menschen von der Erkrankung betroffen, die nicht mehr Druck als andere Personen aushalten mussten. Laut Untersuchungen kann es auch sein, dass eine körperliche Veranlagung dazu besteht, sich mit dem Kratzen und dem Zupfen an der Haut zu beruhigen. Man kann es aber auch bei jemand anderen beobachtet und nachgeahmt haben. Die Betroffenen leiden stark unter den körperlichen Schäden, denn meist sind Verletzungen, Entzündungen und Narben die Folge. Hinzu kommen häufig Scham- und Schuldgefühle, weil die Betroffenen selbst nicht verstehen, warum sie immer wieder an der Haut herumkratzen. Aber auch Menschen in der Umgebung reagieren oft sehr ablehnend und führen durch ihr Verhalten dazu, dass die Betroffenen erneut herumkratzen, um mit dem entstandenen Stress klar zu kommen. Bei Skin Picking haben die Betroffenen verlernt, dieses Verhalten willentlich zu kontrollieren. Sie versuchen wiederholt erfolglos, damit aufzuhören.

Wie wird die Krankheit erkannt und behandelt?

Ein erfahrener Hautarzt kann beurteilen, ob die Symptomatik auf eine körperliche oder psychische Erkrankung zurück zu führen ist. Die notwendigen diagnostischen Kriterien werden in einem vertraulichen Gespräch mit dem Betroffenen überprüft. Bei kleineren Kindern werden meist die Eltern oder andere nahe Bezugspersonen in die Diagnose mit einbezogen. Mittlerweile ist Skinpicking genau definiert und ein Hautarzt erkennt schnell, dass die Hautverletzungen nicht die direkte Folge einer Hautkrankheit sind, sondern selbstverursacht werden.

Ein Hautarzt verschreibt den Betroffenen meist Salben mit entzündungshemmenden und wundheilfördernden Wirkstoffen, um die Hautschäden so gut als möglich versorgen zu können. Empfohlen wird, dass die Nägel immer kurz geschnitten sind, um die Verletzungen so gering wie möglich zu halten. Betroffenen Personen wird auch oft geraten, die Hände zu beschäftigen (zB durch Stricken), aber das hilft in den seltensten Fällen.

Es ist grundsätzlich eine gute Idee, eine Ersatzbeschäftigung zu finden, die den Druck zum Skin Picking abbaut aber in den meisten Fällen sollten zusätzlich zugrundeliegende emotionale Probleme und ungünstige Gedanken und Bewertungen abgebaut werden, um das Skin Picking dauerhaft aufgeben zu können. Aus diesem Grund ist eine Psychotherapie eine gute Unterstützung. In der Therapie geht es darum, die persönlichen Motive und Auslöser zu erkunden und zu bearbeiten. Nur so kann man sich gezielt helfen lassen und das Skinpicking dauerhaft „heilen“.

Psychologen empfehlen meist eine kognitive Verhaltenstherapie, in der konkret und zielgerichtet an einer Lösung des individuellen Problems gearbeitet wird. Dabei werden von einem selbst die Bedingungen (persönlichen Frühwarnzeichen und Risikosituationen) entdeckt, die einen immer wieder zum Skin Picking verleiten. Durch diese Erfahrungen lernt man, das negative Verhalten und den Druck abzubauen. In Stresssituationen kann es jedoch immer wieder zu Rückfällen kommen. Aber durch die Therapie lernt man, zunehmend die Erkrankung selbstständig in den Griff zu bekommen.

1 Bewertung

6,00
Durchschnitt von 1 Bewertung

  • 6 Sterne
    1
  • 5 Sterne
    0
  • 4 Sterne
    0
  • 3 Sterne
    0
  • 2 Sterne
    0
  • 1 Stern
    0
Hautforum - Du bist nicht alleine!
Anzeige - Galdskin Akne Superbanner
Anzeige

Hautforum - Du bist nicht alleine!

Wenn du ein neues Thema erstellen möchtest, musst du dich registrieren. Eine Registrierung kostet nichts und ist in wenigen Minuten erledigt, du kannst dann sofort deine Frage ans Forum stellen oder deine Tipps abgeben. Wenn du bereits registriert bist, dann melde dich hier an.

Jetzt registrieren

Die hautinfo.at-Experten

hautinfo.at Experten