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Spannung und Stress daheim!

Auch für die Angehörigen von schwer Akne-Betroffenen ist die Welt nicht in Ordnung und stellt manchmal eine große Herausforderung dar. Nicht zu wissen, wie man helfen beziehungsweise unterstützen kann, schafft manchmal keine gute Voraussetzung für ein harmonisches Familienleben. Mit welchen Schwierigkeiten Eltern, Geschwister und Freunde kämpfen müssen, welche Fehler ihr vermeiden könnt und wie ihr besser mit der Situation fertig werden könnt!

Die psychische Belastung


Mag. Karoline Klaushofer-Urlesberger

Eine Hauterkrankung beeinträchtigt die Betroffenen auch in psychischer Weise. Wer an schwerer Akne leidet, hat manchmal das Gefühl, sich für die Erkrankung schämen zu müssen und versucht, diese soweit wie möglich zu verstecken. Sehr unreine Haut, Hautrötungen und Eiterpickel bedingen ein Unwohlsein und eine Angespanntheit beim Kontakt mit anderen Menschen. Die Wiener Psychologin Mag. Karoline Urlesberger-Klaushofer appelliert: „Gerade vor dem eigenen Partner sollte man sich nicht verstecken! Sprecht offen darüber und die damit verbundenen negativen Gefühle! Dies hilft einem selbst und dem Partner, besser damit zu leben.“ Das Familienleben dreht sich manchmal nur noch um das Befinden des Betroffenen und Gefühle wie Besorgnis, Ratlosigkeit und Wut wechseln sich gegenseitig ab. „Gerade in dieser Situation ist der offene Umgang mit der Erkrankung besonders wichtig und kann dem Patienten helfen, besser damit fertig werden", so die Psychologin. 

Mag. Karoline Urlesberger-Klaushofer, Psychologin

Redet offen über die Akne!

Über die Symptome und das psychische Befinden zu sprechen kann eine große Hilfe sein. Schenke deinem Angehörigen, Freund oder Verwandten ein offenes Ohr, um auch besser zu verstehen, wie man in der richtigen Situation helfen kann.

Es ist nun einmal eine Tatsache, dass die Haut eines schwer Akne-Betroffenen gerade nicht ganz normal funktioniert. Der wirklich entscheidende Punkt im Umgang damit ist, dass die Akne nicht zum Mittelpunkt des Familienlebens wird. Dein Partner darf nie den Eindruck gewinnen, dass die Haut den größten Teil seiner Persönlichkeit ausmacht und dass es ohne Krankheit nicht so wichtig wäre. Jeder Mensch hat verschiedenste Talente und diesen sollte man besondere Aufmerksamkeit entgegenbringen. Es ist einfach wichtig, dass die Familie sehr offen mit dem Thema umgeht und man darüber auch spricht, aber eben nicht immer. Dein Partner bekommt so reelle Chancen, mit der gesonderten Situation um seine Gesundheit leichter fertig zu werden und ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Akne nicht als Vorwand gelten lassen, aber Verständnis zeigen!

Es ist klar, dass du als Partner Verständnis für gewisse Umstände, welche die Symptome verursachen, zeigst. Aber ein Zuviel an Entgegenkommen kann destruktiv sein, denn bestimmte „Sonderrollen“ werden vom Führen eines normalen Lebens abhalten.

Akne darf nicht als Vorwand für besondere Vorteile in der Familie genommen werden! Jeder Mensch braucht Zuwendung und es ist ganz selbstverständlich, dass man als Partner dazu geneigt ist, dem kranken Partner besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Aber es darf nicht über ein gesundes Maß hinausgehen. Ein Hautproblem darf keine Entschuldigung auf Dauer für Fehlverhalten, Faulheit, Gemeinheiten und Egoismus sein.

Versuche lieber, deinen Partner zum Reden zu bringen. Wenn man gemeinsam über die Probleme durch die Krankheit spricht, werden die Hautsymptome an sich dadurch zwar nicht gelöst, aber die gesamte Familiensituation kann sich zum Positiven entwickeln.

Zeige Mitgefühl, lass ihn aber zeitgleich wissen, dass dies für dich auch Kraft kostet. Ihr solltet versuchen, zum Wohle der gesamten Familie das Beste aus der Situation zu machen.

Es bringt wenig, wenn man einem von schwerer Akne-Betroffenen sagt, dass es gar nicht so schlimm sei und er solle sich doch „zusammenreißen“. Solche Aussagen können denjenigen dann besonders schmerzen. Für jemanden, der nicht mit dem Hautproblem leben muss, ist dies schwer nachzuvollziehen.

Aber du bist grundsätzlich auf dem richtigen Weg: Dein Partner sollte selbst erkennen, dass keiner so genau hinschaut wie er selbst. Man ist zu sich selbst immer am kritischsten. Du hilfst am meisten, wenn du die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und Selbstvertrauen aufbaust. Wer nach außen eine positive Ausstrahlung haben möchte, muss sich selbst erst nach innen hin so annehmen wie er ist, mit einer schönen, aber auch mit einer nicht so schönen Haut.

Es tut gut zu wissen, wo die Krankheit herkommt und dass niemand Schuld daran hat. Oft ist es auch hilfreich, Erfahrungen mit alltäglichen Konflikten, Therapien oder schwierigen Situationen mit Gleichgesinnten auszutauschen. Gerade in Phasen der Verzweiflung tut es gut zu wissen, dass es anderen Angehörigen von Betroffenen genauso geht. Wie man „richtig“ damit umgeht, ist sicher individuell unterschiedlich und kann nicht verallgemeinert werden. Wir wollen auch Angehörige dabei unterstützen, die Krankheit und den Betroffenen besser zu verstehen und damit die Situation für alle Beteiligten zu erleichtern.


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